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Dresdner Hotel Bellevue ist jetzt ein Denkmal

Damit genießt das Ensemble an der Elbe nun besonderen Schutz. Das hat Auswirkungen für die Umgestaltung der Großen Meißner Straße.

Das Hotel Bilderberg Bellevue an der Großen Meißner Straße steht jetzt auf der Liste der sächsischen Kulturdenkmale.
Das Hotel Bilderberg Bellevue an der Großen Meißner Straße steht jetzt auf der Liste der sächsischen Kulturdenkmale. © René Meinig

Dresden. Das Landesamt für Denkmalpflege hat das Hotel Bellevue an der Großen Meißner Straße in die Liste der Kulturdenkmale aufgenommen. Das teilte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz mit. Damit genießt das Ensemble mit dem dazugehörigen Garten zur Elbe hin nun besonderen Schutz. Dies werde Auswirkungen auf die Bebauung der Großen Meißner Straße haben, so der Baubürgermeister.

Tatsächlich sieht der Siegerentwurf für die Neugestaltung des Königsufers und des Neustädter Marktes vor, entlang der gebogenen Meißner Straße wieder bis zum Straßenrand zu bauen. Lücken sollen mit rekonstruierten barocken Bürgerhäusern gefüllt werden, auch vorm Eingang des Hotels - dort befinden sich derzeit Parklätze und ein Rondell - war ursprünglich eine Bebauung angedacht, sodass dort ein geschlossener Innenhof entstanden wäre. Ob das Hotel jetzt noch einen Vorbau erhalten kann oder ein freistehendes Gebäude bleibt, müsse nun geprüft werden, so Schmidt-Lamontain. Man sei bereits davon abgerückt, bis dicht ans Japanische Palais zu bauen.

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Hotel Bellevue ist bedeutsame Hotelanlage der 80er-Jahre

Das Landesamt für Denkmalpflege hebt insbesondere den Altbau-Teil des Hotels hervor. Es handle sich um das wohl bedeutendste der wenigen noch erhaltenen barocken Bürgerhäuser Dresdens und sei von singulärer Bedeutung, heißt es. Zudem sei es baugeschichtlich, künstlerisch, landesgeschichtlich und stadtentwicklungsgeschichtlich besonders wertvoll. 

Auch die nachträglich entstanden Hotelflügel finden lobende Worte. Diese seien Beispiele der ostdeutschen Postmoderne. Der gesamte Komplex sei als eine der bedeutsameren Hotelanlagen der 1980er-Jahre einzustufen, die sich aus dem Durchschnitt dieser Zeit heraushebe und die Elbansicht der Inneren Neustadt entscheidend mitpräge, so die Denkmalpfleger weiter.

Der Altbau des Hotels sei das wohl bedeutendste der wenigen noch erhaltenen barocken Bürgerhäuser Dresdens, so die Denkmalschützer.
Der Altbau des Hotels sei das wohl bedeutendste der wenigen noch erhaltenen barocken Bürgerhäuser Dresdens, so die Denkmalschützer. © Rene Meinig (Archiv)

Nichtsdestotrotz wird das Stadtplanungsamt die beschlossene Umgestaltung des gesamten Gebiets weiter vorantreiben. Am Königsufer gehe es darum, die Baufelder zusammen mit den Eigentümern weiterzuentwickeln. Ziel ist die bereits erwähnte Rekonstruktion der alten Bürgerhäuser zwischen dem Blockhaus und dem Hotel. Anja Heckmann, Abteilungsleiterin im Stadtplanungsamt, betonte am Montag jedoch, dass es immer eine Frage der Freiwilligkeit sei. Man könne die Eigentümer letztlich nicht dazu zwingen, zu bauen.

Beim Neustädter Markt steht die Aufwertung des Platzes als Freifläche bevor. Geplant ist die Instandsetzung der Brunnen, die seit 2019 ebenfalls Kulturdenkmale sind. Außerdem werde geprüft, ob und wie man den Markt stärker begrünen kann.

Autotunnel unter dem Neustädter Markt?

Was den Verkehr angeht, so gibt es noch einige offene Fragen. Die größte ist: Wie gelingt es, Autos, Laster und Motorräder so von der Großen Meißner Straße und der Köpckestraße wegzubekommen, dass Fußgänger ungestört zwischen Hauptstraße und Schloßplatz flanieren können. Sollte die Straße schmaler werden, würde das aus jetziger Sicht erhebliche Auswirkungen auf die Verkehrslast der umliegenden Straßen haben, so der Baubürgermeister. Man wolle nun weitere Prognosen zur Entwicklung des Verkehrs an dieser Stelle anstellen. 

Andere Lösungen wären, den Straßenzug zwischen Carolaplatz und Kleiner Marienbrücke zu untertunneln. Auch dies prüft die Verwaltung. Entsprechende Überlegungen gab es schon einmal. Demnach wären die Fahrzeuge in Höhe des Finanzministerium in den Tunnel gefahren und wären am Japanischen Palais wieder an die Oberfläche zurückgekehrt. Eine weitere Variante, die untersucht wird: Die Straßenbahngleise könnten auf den Neustädter Markt rücken, die Auto-Fahrspuren auf die Südseite.

Bis alle Prüfaufträge abgearbeitet sind, werden noch Jahre vergehen. Jahre deshalb, weil die Haushaltsmittel für Planungen derzeit nicht gerade üppig seien, so Schmidt-Lamontain. "Da braucht es ein paar 100.000 Euro." Bezüglich der Bürgerhäuser rechnet Anja Heckmann mit mindestens fünf Jahren, bis dort etwas steht.

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Die Bebauung des Neustädter Marktes mit Häusern links und rechts des Goldenen Reiters hat der Stadtrat zugunsten der Aufwertung des Platzes als Freifläche erst einmal zurückgestellt. Möglicherweise wird sich das Thema auf Dauer erledigt haben. Denn wie die Verwaltung am Montag ebenfalls mitteilte, denkt das Landesdenkmalamt darüber nach, den gesamten Neustädter Markt unter Schutz zu stellen.

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