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Dresdner Kosmetiker fordern Öffnung

Viele Saloninhaber haben immer noch nicht die versprochenen Hilfszahlungen bekommen. Erneut sind sie deshalb in Dresden auf die Straße gegangen.

Dresdner Kosmetiker demonstrieren auf dem Altmarkt. Seit Monaten sind die Salons geschlossen, für ihre Öffnung gibt es noch keinen Termin.
Dresdner Kosmetiker demonstrieren auf dem Altmarkt. Seit Monaten sind die Salons geschlossen, für ihre Öffnung gibt es noch keinen Termin. © Tino Plunert

Dresden. Seit Monaten sind ihre Salons geschlossen und der Umsatz ist gleich null. Die Dresdner Kosmetiker haben nun am Donnerstagmittag auf dem Altmarkt für mehr Beachtung ihrer Branche demonstriert.

Viele von ihnen verstehen nicht, warum Kosmetikstudios ab 1. März nicht wieder öffnen dürfen, Friseure aber schon. "Mein Kontostand liegt bei Minus 40.000 Euro", sagt eine Kosmetikerin, und sie habe noch keine der versprochenen Hilfen der Regierung bekommen.

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"Die Betriebsinhaber plagen Existenzängste"

Ab dem 1. März dürfen bundesweit Friseurbetriebe wieder öffnen, Kosmetiksalons aber nicht. Eine Entscheidung, die auch Jörg Dittrich kritisiert, der Präsident der Handwerkskammer Dresden. "Die Kosmetikbetriebe müssen zeitnah öffnen dürfen. Es ist unverständlich, dass ihnen seit knapp vier Monaten die Ausübung ihres Handwerks untersagt ist. Es braucht eine klare Perspektive für die Kosmetiksalons. Die Unternehmen stehen mit dem Rücken zur Wand. Die Betriebsinhaber plagen Existenzängste."

Dabei hätten die Kosmetiker – genauso wie die Friseure – die Voraussetzungen für ein Arbeiten unter Corona-Bedingungen längst geschaffen. Es gebe klare und sehr strenge Hygienekonzepte, so Dittrich. Eine intelligente Terminvergabe verhindere, dass mehrere Personen zusammentreffen können, und die Nachverfolgung von Kontakten ist dank des üblichen Bestellsystems lückenlos gewährleistet. "Da auch die Fußpflege ab 1. März unter Einhaltung der Auflagen wieder erlaubt ist, wäre es nur konsequent, auch alle weiteren Dienstleistungen der Kosmetiker zu erlauben", fordert er.

"Bei uns geht nicht nur um Schönheit"

Das sieht auch Franziska Gerber so. In "Gerbers Kurbad", das sie in Dresden-Laubegast betreibt, sind ihr Kosmetikstudio und die Sauna seit Anfang November geschlossen, nur die Physiotherapeuten dürfen arbeiten. "Wir mussten ja schon viel eher schließen, als die Friseure, die bis Mitte Dezember arbeiten konnten", betont sie. Dabei gehe es bei ihren Behandlungen nicht nur um Schönheit. "Schon in der Ausbildung spielen medizinische Aspekte und eine gesunde Ernährung eine wichtige Rolle. Wir haben viel mit problematischen Hautzuständen zu tun."

Mit all dem werden ihre Kunden nun allein gelassen. Auch die Kurbad-Chefin verweist auf ein sicheres Hygienekonzept, das sie erstellt hat, selbst bei einer Gesichtsbehandlung könnten die Kosmetikerinnen mit FFP2-Masken und Gesichtsschutz sicher arbeiten. Und ihre Utensilien wie Pinzetten werden ohnehin stets desinfiziert.

Zumindest sei bei ihr Anfang Februar nun die restliche Novemberhilfe eingegangen, die Dezemberhilfe ist in Arbeit. Doch allein das Kurzarbeitergeld, dass sie für ihre vier Kosmetikerinnen und den Saunameister vorstrecken muss, sei ein erheblicher finanzieller Posten, den ihr kleines Unternehmen erst einmal stemmen muss. Nun hofft Franziska Gerber, dass auch ihre Branche bald wieder arbeiten darf.

Innungschefin Beatrice Kade hat ebenfalls kein Verständnis, warum der eine Teil ihrer Innung, die Friseure, im März wieder öffnen darf und der andere, die Kosmetiker, nicht. "Die Friseure machen ja mit Wimpern und Augenbrauen färben die gleiche Arbeit wie Kosmetiker", so Kade. Wenig Verständnis hat sie auch für das "Wirrwarr", wie sie sagt, um die Tests. Auch für die Friseure werde es schwierig, wenn sie wieder öffnen dürfen: Sie müssen sich einmal wöchentlich auf das Coronavirus testen lassen. Dazu kommen strenge Abstandsregel. "Da nun nur ein Kunde pro zehn Quadratmetern zugelassen ist, können deutlich weniger Termin vereinbart werden", so Kade.

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