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Dresdner Mieten steigen trotz Corona

Obwohl viele Dresdner in Kurzarbeit sind oder sogar den Job verloren haben, zeigt sich der Wohnungsmarkt davon unbeeindruckt.

In der Dresdner Innenstadt sind zahlreiche neue Wohnungen wie hier am Postplatz entstanden, deren Mieten den Durchschnittspreis erhöhen.
In der Dresdner Innenstadt sind zahlreiche neue Wohnungen wie hier am Postplatz entstanden, deren Mieten den Durchschnittspreis erhöhen. © René Meinig

Dresden. Die anhaltende Corona-Pandemie hat keine merklichen Auswirkungen auf die Angebotsmieten, wie das Immobilienportal immowelt.de untersucht hat. Nach seiner Analyse sind in über vier Fünfteln der Großstädte die Quadratmeterpreise von Wohnungen mit 40 bis 120 Quadratmetern weiter gestiegen. Das betrifft auch Dresden, wo 2020 im Durchschnitt 7,70 Euro pro Quadratmeter zu zahlen waren, drei Prozent mehr als noch 2019.

Beim Vergleich hat immowelt.de 80 deutsche Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern untersucht. Die teuerste Stadt ist nach wie vor München, wo das Mietniveau erneut anstieg: Der Quadratmeterpreis erhöht sich um zwei Prozent auf 18,60 Euro im Median.

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Während in hochpreisigen Metropolen wie Köln oder Hamburg das Wohnen wieder um drei beziehungsweise sechs Prozent teurer geworden ist, gibt es den Sonderfall Berlin. Dort soll der im Februar 2020 eingeführte Mietendeckel eigentlich einen weiteren Anstieg verhindern. Immowelt hat anaylsiert, dass Bestandswohnungen zwar günstiger werden, aber ihr Angebot schrumpft. Obendrein kletterten die Mieten in unregulierten Neubauten ab Baujahr 2014 nun umso stärker. Über das ganze Angebot betrachtet wachsen die Angebotsmieten daher auch in Berlin um fünf Prozent. Der durchschnittliche Mietpreis liegt dort bei 12,50 Euro pro Quadratmeter.

Mieten in Dresden werden steigen

In Ostdeutschland haben Mieter im bundesweiten Vergleich immer noch günstige Mieten, allerdings stiegen 2020 auch hier die Preise. Leipzig und Dresden sind nach wie vor beliebte und boomende Städte. Die Leipziger müssen bei einer Neuvermietung im Mittel sieben Euro für den Quadratmeter zahlen und damit drei Prozent mehr als 2019.

Ein Ausreißer im Osten ist Jena: Dort steigt das Preisniveau auf 9,30 Euro und ist damit zwei Prozent höher als 2019. In der Vergangenheit sorgten dort vor allem die vielen Studierenden für eine große Nachfrage nach Wohnraum und gehobene Mieten. Trotz Corona scheint das Niveau in der thüringischen Stadt derzeit noch nicht ausgereizt, schätzt das Immobilienportal ein.

In Dresden müssen Mieter in diesem Jahr wieder mit steigenden Mieten rechnen. Im Dezember 2020 ist der neue Mietspiegel der Stadt veröffentlicht worden, an dem sich Vermieter orientieren und die Miete ab Januar unter bestimmten Voraussetzungen erhöhen dürfen.

Anhand von Basismiete, Ausstattung, Lage und Gebäudealter ergibt sich eine Preisspanne für die Nettokaltmiete, die jeder Mieter für seine Wohnung über einen Online-Rechner ermitteln kann. Dort kann auch jeder nachvollziehen, in welcher Lage sein Haus liegt. Diese Spanne wird als ortübliche Vergleichsmiete bezeichnet. Der Vermieter darf die Miete im Rahmen dieser Spanne erhöhen. Das ist auch möglich, wenn sich die Basismiete reduziert und die Ausstattung nicht geändert hat, die Spanne bisher aber nicht ausgereizt wurde.

Mietspiegel zeigt den Trend der Mietsteigerungen

Voraussetzung ist, dass die Miete in den 15 Monaten zuvor nicht bereits erhöht wurde. Theoretisch besteht die Möglichkeit einer sehr großen Preiserhöhung, wenn die Miete über viele Jahre nicht gestiegen ist. In Dresden ist das aber ausgeschlossen. Hier darf die Miete innerhalb von drei Jahren nicht um mehr als 15 Prozent angehoben werden. "Bei Mieterhöhungsverlangen müssen Vermieter auf diesen Mietspiegel Bezug nehmen", so die Stadt. Mieter könnten eine Mieterhöhung ablehnen, wenn diese über der im Mietspiegel ausgewiesenen Spanne liege. Der Spiegel ist 2021 und 2022 gültig.

Am Mietspiegel kann man den Trend steigender Mieten in Dresden gut nachvollziehen. Lagen zur Mietspiegelbefragung 2018 noch 36 Prozent der Wohnungen bei Mieten unter sechs Euro pro Quadratmeter, sind es jetzt nur noch 31 Prozent. Gestiegen ist dagegen durch die starken Neubautätigkeit am Wohnungsmarkt der Anteil der Wohnungen mit Mieten von über acht Euro pro Quadratmeter von zehn auf 14 Prozent. Die ortsübliche Vergleichsmiete in Dresden liege im Mittelfeld der deutschen Großstädte, schätzt die Stadt ein.

Mieterhöhung unbedingt prüfen lassen

Wer mit einer Mieterhöhung konfrontiert wird, sollte unbedingt prüfen, ob diese auch gerechtfertigt ist, rät Juristin Katrin Kroupova vom Dresdner Mieterverein. "Haben Sie einmal zugestimmt, lässt sich das nicht mehr rückgängig machen."

Möglich ist das mithilfe der Funktionen im Mietspiegel, der im Internet abrufbar ist. Außerdem steht der Mieterverein im Rahmen einer Mitgliedschaft für 84 Euro pro Jahr für Beratungen zur Verfügung, und es gibt auch eine mietrechtliche Erstberatung bei der Verbraucherzentrale für 15 Euro. (mit SZ/sr)

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