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Dresden: Umzugsstress in Abivorbereitungen

Das Gymnasium Cotta wird saniert, die Schüler lernen bald am Terrassenufer. Von dort zieht das Gymnasium Plauen zurück. Der Zeitpunkt bereitet Probleme.

In der dritten Februarwoche ziehen die Schüler und Lehrer des Gymnasiums Dresden-Cotta aus, das Schulhaus wird saniert.
In der dritten Februarwoche ziehen die Schüler und Lehrer des Gymnasiums Dresden-Cotta aus, das Schulhaus wird saniert. © René Meinig

Dresden. Viele Dresdner Schüler haben es schon erlebt: Ihre Schule wird saniert oder sogar neu gebaut und deshalb muss der Unterricht für mindestens zwei Jahre an einem Auslagerungsstandort stattfinden.

Was absolut positiv für die Gebäudesubstanzen der Dresdner Schulen ist, bringt für die Schüler jedoch immer Probleme mit sich, wie beispielsweise einen längeren Schulweg.

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Nun steht auch den Schülern und Lehrern des Gymnasiums Cotta ein Umzug bevor. Die vom Kultusministerium vorverlegten Winterferien sorgen allerdings für einige Turbulenzen.

Denn eigentlich hätte der Umzug vom 15. bis 20. Februar an die Auslagerungsschule am Terrassenufer voll in den Ferien gelegen. Nun aber müssen die Schüler in dieser Zeit ausschließlich über Aufgaben beschäftigt werden, da die Lehrer mit dem Einräumen in der neuen Schule beschäftigt sind. Auch zwei frei bewegliche Ferientage werden am 22. und 23. Februar genutzt, um die neue Schule passend einzurichten.

Elternrat fordert Ausnahmeregelung

Der Elternrat des Gymnasiums Cotta sieht vor allem für die Abiturienten Benachteiligungen durch die vorgezogenen Winterferien und das Festhalten am Umzugstermin. "Die Zielstellung des Kultusministeriums war, dass die Abschlussklassen sieben Wochen Präsenzunterricht haben, um sich möglichst gut auf das Abi vorbereiten zu können", sagt Elternsprecher Mario Winkler.

In Cotta werde daraus jetzt aber ein Flickenteppich und ein ständiges Hin und Her. "Hätte man für uns und das Gymnasium Plauen eine Ausnahmeregelung gefunden, die Ferien wie geplant durchzuführen, wäre das Problem nicht entstanden", sagt Winkler.

Denn auch für die Plauener Schüler ergeben sich durch die vorverlegten Winterferien andere Zeitpläne. Deren Umzug findet vom 8. bis 12. Februar direkt nach den Ferien statt.

In dieser Zeit soll es für die Klassen 5 bis 11 Aufgaben für zu Hause geben, die Abiturienten bleiben allerdings in dieser Woche noch am Terrassenufer zum Präsenzunterricht. "Da sehe ich keine Behinderungen durch den Umzug, schließlich sind es zwei Schulgebäude", sagt Elternsprecher Olaf Kay.

Die Schulgemeinschaft freue sich auf den Rückzug ins neu sanierte Schulhaus an der Kantstraße, auch wenn vielleicht noch nicht alles hundertprozentig fertig sei. "Aber das ist nun mal so bei so großen Bauprojekten."

Das frisch sanierte Gymnasium Dresden-Plauen auf der Kantstraße. Bald ziehen hier die Schüler wieder ein.
Das frisch sanierte Gymnasium Dresden-Plauen auf der Kantstraße. Bald ziehen hier die Schüler wieder ein. © René Meinig

Laut dem Schulverwaltungsamt sei die Planung der Umzüge beider Schulen in einer gemeinsamen Beratung mit dem Landesamt für Schule und Bildung bestätigt worden.

Die Termine für die Umzüge und Ausstattungen für die Gymnasien Plauen und Cotta seien seit Oktober/November 2020 mit den beteiligten Firmen abgestimmt und beauftragt, sagt die Leiterin des Schulverwaltungsamtes Katrin Düring.

Es habe mehrere Beratungen des Schulträgers mit Vertretern des Landesamtes für Schule und Bildung, den Schulleitern und auch Elternvertretern gegeben. Ziel sei es gewesen, die aktuellen Vorgaben von Bund und Ländern zum Lockdown bis einschließlich 14. Dezember 2021 unter Beachtung des Präsenzunterrichts für die Abschlussklassen und die Einhaltung der Abstandsregeln in den betreffenden Schulobjekten für Lehrerschaft, Schüler und Schülerinnen, Personal der Umzugsunternehmen sowie Bauarbeiter der unterschiedlichen Gewerke abzustimmen und in die Terminstellungen beider Umzugsmaßnahmen einzuarbeiten.

Eltern sollen Ende der Woche Infos erhalten

Zufrieden ist Elternsprecher Mario Winkler trotzdem nicht. "Es gab auch keine Antwort darauf, warum es für uns keine Ausnahmeregelung von den Ferien geben kann." Ende dieser Woche sollen nun auch die Eltern die nötigen Informationen über den Umzug der Cottaer Schüler erhalten.

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Schulleiter Jürgen Karras spricht von einer großen logistischen Herausforderung, die jetzt auf die Lehrer zukommt. "Und wir haben ja schon lange gepackt. Es ist erstaunlich, was in so einer 100 Jahre alten Schule alles zum Vorschein kommt." Er hofft, die Schüler in der letzten Februarwoche möglichst alle am Terrassenufer wiederzusehen.

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