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Das erwartet Besucher beim Dresdner Stadtfest

Zugangsbeschränkungen und 3G-Regel, aber auch Künstler von Weltrang: Wie das Stadtfest trotz Corona stattfinden kann und was zeitgleich noch in Dresden geplant ist.

Das Dresdner Stadtfest wird dieses Jahr zwar nicht ausfallen. Allerdings wird die Mega-Sause anders aussehen als sonst.
Das Dresdner Stadtfest wird dieses Jahr zwar nicht ausfallen. Allerdings wird die Mega-Sause anders aussehen als sonst. © Sven Ellger (Archiv)

Dresden. Das Dresdner Stadtfest "Canaletto" findet trotz steigender Corona-Infektionszahlen statt - so viel steht seit einer Woche fest. Da erhielten die Organisatoren die Zusage für das Hygienekonzept, seitdem laufen die Vorbereitungen für das Fest, das bereits am ersten Oktoberwochenende stattfinden soll und normalerweise fast ein Jahr lang geplant wird, auf Hochtouren.

Warum die Dresdner vom 1. bis 3. Oktober ein Mega-Event-Wochenende erwartet, das weit über das Stadtfest hinausgeht, und welche Hygieneregeln für die Veranstaltungen gelten werden - die wichtigsten Fragen und Antworten.

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Wie kann das Stadtfest Canaletto trotz steigender Infektionszahlen stattfinden?

Möglich wird das Stadtfest, das immerhin Dresdens größtes Fest mit hunderttausenden Besuchern ist, durch ein mit dem Gesundheitsamt abgestimmtes Hygienekonzept. Dieses sei für die Veranstalter "realitätsnah und umsetzbar", betont Stadtfest-Organisator Frank Schröder bei einer Pressekonferenz im Taschenbergpalais am Dienstagmorgen.

Ziel ist es, unkontrollierte, große Menschenansammlungen zu vermeiden. Deshalb werden die insgesamt acht Bühnen als "Veranstaltungsinseln" betrachtet, die mit halbhohen Zäunen eingefriedet werden. Sie sind frei zugänglich für alle Besucher, die Kapazität wird jedoch von Sicherheitspersonal mittels einer App jederzeit auf 999 Menschen beschränkt. Dadurch kann es auch mal zu Wartezeiten kommen. "Es muss aber keiner weggeschickt werden", verspricht der künstlerische Leiter des Stadtfestes, Stefan Kästner.

In zwei Bereichen gelten mit der 3G-Regelung strengere Vorgaben für Besucher: Vor der Hauptbühne auf dem Theaterplatz sowie auf dem Volksfestgelände, wo es rund 40 Fahrgeschäfte geben soll, dürfen gleichzeitig maximal 5.000 Menschen sein. Diese müssen entweder vollständig gegen Corona geimpft, von Covid-19 genesen oder in den vergangenen 24 Stunden negativ auf das Virus getestet worden sein.

Außerdem werden hier die Kontakte nachverfolgt, am einfachsten geht das über das Einchecken mit der Corona-Warnapp. Wer diese nicht hat, kann aber auch seine Daten mittels Zettel und Stift hinterlassen. "Es soll wirklich jeder zum Stadtfest gehen können", sagt Schröder. Wie in den Vorjahren soll der Eintritt zum Fest trotz höherem Aufwand kostenlos bleiben.

Gibt es weitere Hygieneregeln wie Maskenpflicht?

Obwohl die Organisatoren das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auf dem Festgelände empfehlen, besteht keine Pflicht dazu. Sie verweisen jedoch auf weitere bekannte Hygiene-Maßnahmen, die einzuhalten seien, wie Husten- und Niesetikette sowie das Vermeiden von Gruppenbildung, außerdem soll man mit Krankheitssymptomen das Fest nicht besuchen.

Wer weder geimpft noch genesen ist und keine Zeit oder Möglichkeit für einen Schnelltest vorher hatte, kann sich übrigens auch direkt auf dem Festgelände testen lassen: In den Bereichen, wo die 3G-Regelung gilt, soll es mindestens vier Teststationen mit kostenlosen Corona-Schnelltests geben.

Welche Veranstaltungen und Highlights warten auf die Besucher des Stadtfests?

Acht Bühnen, 150 Programmpunkte - auf diese Zahlen kann man das Stadtfest 2021 herunterbrechen. Die meist frequentierten Flächen werden laut Stefan Kästner dabei das Weindorf auf dem Schlossplatz, der Bereich am Maritim-Hotel, der Neumarkt und der Theaterplatz sein.

Während Besucher des Weindorfs Jazz, Chanson und Live-Musik unter anderem der Forster Family oder von Lesly's Dynamite hören können, gibt es am Maritim-Hotel Entertainment für die ganze Familie, Sport, Tanz und abends Schlager und Stimmungsmusik. Der Neumarkt wird ganz im Zeichen des Boulevardtheaters stehen, das unter anderem "Die Fete endet nie" und "Die Legende vom heißen Sommer" auf die Bühne bringen wird. Letzteres laut Kästner "ein ganz besonderes Highlight".

Freuen sich auf ein Mega-Event-Wochenende (v.l.): Friederike Wachtel (City-Management), Robert Franke (Amt für Wirtschaftsförderung), Frank Schröder und Stefan Kästner (Dresdner Stadtfest Gmbh) sowie Landtagspräsident Matthias Rößler.
Freuen sich auf ein Mega-Event-Wochenende (v.l.): Friederike Wachtel (City-Management), Robert Franke (Amt für Wirtschaftsförderung), Frank Schröder und Stefan Kästner (Dresdner Stadtfest Gmbh) sowie Landtagspräsident Matthias Rößler. © René Meinig

Herzstück ist aber der Theaterplatz, wo die großen Live-Konzerte stattfinden werden, "die sicher euphorisch aufgenommen werden", ist sich Kästner sicher. Schon bestätigt sind Auftritte von Gunther Emmerlich, Pankow, Thomas Stelzer und der Band Berge. Außerdem wird es eine Travestieshow von Carte Blanche geben sowie ein Konzert der Mittelalterband Versengold.

Ebenfalls verpflichtet werden konnten zwei weitere Künstler, die aber noch geheim gehalten werden. Einer von ihnen wird eine Woche vor dem Fest vorgestellt, der andere erst einen Tag vorher. Auf Nachfrage ließen sich die Veranstalter nur entlocken, dass es sich um lokale Künstler handle, die weltweit bekannt seien.

Das gesamte Programm des Stadtfests soll in den kommenden Tagen unter canaletto-fest.de nachzulesen sein.

Welche Veranstaltungen sind noch am Festwochenende in Dresden geplant?

Zwar dürfte das Stadtfest das Highlight des ausgedünnten Dresdner Festkalenders 2021 werden, aber es ist längst nicht die einzige Veranstaltung am ersten Oktoberwochenende. Traditionell findet vor dem Landtagsgebäude gleichzeitig die Blaulichtmesse statt, auf der unter anderem Polizei, Feuerwehr, Zoll und DRK Einblicke in ihren Arbeitsalltag gewähren. Besucher haben außerdem die Möglichkeit, am Samstag in der Zeit von 11 bis 19 Uhr den Landtag zu besuchen und an einer 90-minütigen Führung teilzunehmen.

Am Sonntag, dem Tag der Deutschen Einheit, findet im Landtag eine Festveranstaltung mit dem ehemaligen französischen Ministerpräsidenten Jean-Marc Ayrault statt. Geöffnet für Besucher ist dann zwischen 13 und 18 Uhr. Für den Eintritt in den Landtag gilt die 3G-Regel, man könne sich aber direkt vor Ort testen lassen, kündigt Landtagspräsident Matthias Rößler an. "Und sie können sich sogar bei uns impfen lassen." Auch wenn die Spritze dann nicht sofort das G für "geimpft" ersetzt.

Bereits am 1. Oktober lockt das Late-Night-Shopping, die lange Nacht des Einkaufens, in die Dresdner Innenstadt. Rund 300 Geschäfte werden dann bis 23 Uhr geöffnet haben und Rabatte und andere Goodies anbieten. Teilnehmen werden unter anderem die Altmarkt-Galerie, die Centrum-Galerie und die QF-Passage. Erstmals dabei sind auch die inhabergeführten Geschäfte auf der Hauptstraße in der Inneren Neustadt.

Völlig neu in diesem Jahr ist auch, dass sich Stadtfest und Herbstmarkt, der bereits am kommenden Freitag beginnt, zum Festwochenende überschneiden werden. Laut Robert Franke, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, ist der Herbstmarkt "der erste Spezialmarkt, den wir seit Pandemiebeginn wieder ausrichten dürfen". Täglich von 10 bis 19 Uhr laden Händler, Gastronomen, Schausteller und Musiker auf den Altmarkt ein.

Programm-Höhepunkte sind ein ungarischer Spezialitätenmarkt (15. bis 19. September, Altmarkt-Westseite), der Brotmarkt der Bäcker-Innung (18. und 19. September, Altmarkt-Ostseite) und der Europäische Pilztag am 25. September mit Pilzberatung vor Ort. An den Sonntagen, 12. und 19. September, sowie am Sonnabend, 25. September, macht ein Corona-Impfmobil auf dem Markt Halt, Besucher ab 18 Jahren können sich dann zwischen 10 und 17 Uhr kostenlos impfen lassen.

Highlight des Herbstmarktes dürfte aber das Stadtfestwochenende sein, denn dann wird das bereits zweimal ausgefallene Dixieland-Festival im Mini-Format nachgeholt. Neben Michael Winkler mit seinem Jazz-Ensemble werden auch internationale Bands erwartet. Zu besucherstarken Zeiten wird der Einlass in den Veranstaltungsbereich beschränkt.

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