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Dresdner Turnhalle dicht - Pfusch am Bau?

Die Stadt musste eine Sporthalle in Cotta schließen, weil das Dach einstürzen könnte. Nun liegt das Gutachten über die Schäden vor. Wie es weitergeht.

Die Sporthalle am Gymnasium Cotta kann derzeit nicht genutzt werden, weil an der Dachkonstruktion ein Wasserschaden entdeckt wurde.
Die Sporthalle am Gymnasium Cotta kann derzeit nicht genutzt werden, weil an der Dachkonstruktion ein Wasserschaden entdeckt wurde. © Christian Juppe

Dresden. Sieben Jahre nach ihrer Eröffnung ist die Sporthalle am Gymnasium Cotta wieder dicht. Die Stadt hat die Anlage Ende Juni vorsorglich sperren lassen, weil offenbar die Gefahr bestand, dass das Dach einstürzen könnte. Schulleiter Jürgen Karras hatte die Familien seiner Schüler in einem Elternbrief über die Schließung informiert - mit der knappen Information, dass das mit der Dachkonstruktion zusammenhänge. Mehr war über die Hintergründe zunächst nicht bekannt.

Um den genauen Schaden zu ermitteln, hatte die Stadt daraufhin ein Gutachten in Auftrag gegeben, das seit dieser Woche vorliegt, wie die SZ auf Anfrage erfuhr.

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Was besagt das Gutachten über die Holzschäden?

Seit 12. Juli hat die Stadtverwaltung das Gutachten auf dem Tisch, das das genaue Ausmaß der Holzschäden untersucht hat. Derzeit werden die Ergebnisse ausgewertet, so Dresdens Bildungsbürgermeister Jan Donhauser (CDU). Demnach sei durch undichte Stellen im Dach über einen längeren Zeitraum Wasser in das Flachdach der Sporthalle eingedrungen. Dieses Problem war allerdings schon länger bekannt. Daher sollte das Dach saniert werden. Die Arbeiten hatten bereits im Frühjahr begonnen, bevor sie im April schließlich abgebrochen wurden. "Das Gerüst, welches fast zwei Monate dort gestanden hatte, wurde wieder abgebaut", so Karras weiter.

Anfang Juni seien dann die Dachträger näher untersucht worden. Drei Wochen lief der Sportunterricht danach ganz normal weiter. Erst am 21. Juni wurde die Sperrung angeordnet. Nun ist klar: Durch das eindringende Wasser haben sich in der Konstruktion Pilze gebildet, die das Holz an den Kassetten des Dachaufbaus zersetzen.

Erst sieben Jahre ist die Turnhalle am Gymnasium Dresden-Cotta alt, nun musste sie bereits gesperrt werden. Wurde beim Bau gepfuscht?
Erst sieben Jahre ist die Turnhalle am Gymnasium Dresden-Cotta alt, nun musste sie bereits gesperrt werden. Wurde beim Bau gepfuscht? © Sven Ellger (Archiv)

Was wird in der Sporthalle nun gemacht?

Vorerst nicht viel. Demnach sind jetzt keine größeren Bauarbeiten geplant. "Die schadhaften Stellen werden lediglich gesichert, sodass kein weiteres Wasser eindringen kann", erklärt Donhauser.

Eine umfassende Sanierung des Daches werde nun geplant und vorbereitet. "Gebaut wird voraussichtlich in den Sommerferien 2022."

Wer muss die Reparatur des Daches bezahlen?

Wer für die Beseitigung des Schadens und die Reparatur der Dachkonstruktion finanziell aufkommt, muss noch geklärt werden. Die Stadt hält sich auf die Frage, ob schon beim Bau gepfuscht wurde, bedeckt: "Die Landeshauptstadt Dresden hat Haftungsansprüche geltend gemacht. Zum laufenden Verfahren können leider keine Auskünfte erteilt werden", heißt es aus dem Rathaus.

Wie teuer die Reparatur wird, werde noch ermittelt, so Donhauser.

Das Dach der Sporthalle ist begrünt. Über undichte Stellen ist über längere Zeit Wasser in das Flachdach eingedrungen.
Das Dach der Sporthalle ist begrünt. Über undichte Stellen ist über längere Zeit Wasser in das Flachdach eingedrungen. © Christian Juppe

Wann können Schüler wieder Sport in der Halle machen?

Das Gymnasium Cotta ist derzeit in einem Ausweichdomizil am Terrassenufer untergebracht, weil das Stammhaus in Altcotta seit März dieses Jahres saniert wird. Bislang wurden die Schüler ab Klasse 7 für den Sportunterricht zu ihrer Sporthalle nach Cotta gefahren. Das fällt nun aufgrund der Sperrung weg. Während die 5. und 6. Klassen wie bisher die Sporthalle am Terrassenufer nutzen, weichen die größeren Schüler auf das Marie-Curie-Gymnasium aus, zum Teil findet der Sportunterricht unter freiem Himmel statt oder fällt komplett aus.

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Ob die Sporthalle bis zur Sanierung im Sommer kommenden Jahres weiter genutzt werden kann, untersucht derzeit ein Baustatiker. Er wertet das aktuelle Gutachten aus, das Angaben zu den Schäden macht. "Sofern die geschädigten Holzkassetten weiterhin tragfähig sind, kann die Sporthalle wieder zur Nutzung freigegeben werden", erklärt Donhauser. Das Gutachten des Statikers erwarte er demnächst. Erst dann wird geplant, wo die Kinder und Jugendlichen im kommenden Schuljahr in Sport unterrichtet werden. Das betrifft auch die Vereine, die die Halle außerhalb der Schulzeiten mit nutzen.

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