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Dresdner Uniklinikum: "Es wird ein schwieriges Jahr"

Für Energie musste das Dresdner Uniklinikum 2022 knapp zwölf Millionen Euro mehr zahlen. Gleichzeitig sank die Zahl der Patienten. Der Vorstand rechnet mit einem Verlustjahr - auch 2023.

Von Sandro Rahrisch
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Der Medizinische Vorstand des Dresdner Uniklinikums, Michael Albrecht, rechnet auch 2023 mit einem Minus. Es wäre das vierte Verlustjahr in Folge für Dresdens größtes Krankenhaus.
Der Medizinische Vorstand des Dresdner Uniklinikums, Michael Albrecht, rechnet auch 2023 mit einem Minus. Es wäre das vierte Verlustjahr in Folge für Dresdens größtes Krankenhaus. © Sven Ellger

Dresden. Das Dresdner Universitätsklinikum rechnet für das abgelaufene Jahr mit einem Verlust. "Der Jahresabschluss wird zwar gerade erst gemacht, aber wir werden 2022 mit einem negativen Ergebnis abgeschlossen haben", sagt der Medizinische Vorstand, Michael Albrecht, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Es wäre das dritte Verlustjahr in Folge. 2021 betrug das Minus 9,9 Millionen Euro, im Jahr davor waren es neun Millionen Euro.

Als Grund nennt Albrecht unter anderem die erbrachten Leistungen. "Wir liegen mit den Patientenzahlen 2022 unterhalb des Vorjahres." Das sei nach den beiden Corona-Jahren überraschend. "Und wir sprechen gar nicht über einen Vergleich zu 2019. Da liegen wir sehr deutlich darunter, etwa vier bis fünf Prozent – trotz mehr Pflegestellen als 2019."

Es gehe aber nicht nur um die Zahl der Patienten, die Art beziehungsweise der Schweregrad der Leistung spiele ebenso eine Rolle. So versorgte das Uniklinikum während der Pandemie fast 140 Erkrankte, bei denen die Lunge komplett durch eine Maschine außerhalb des Körpers ersetzt werden musste. "Man kann bei solchen Patienten mehr Leistungen abrechnen. Diese Leistungen hatten wir 2022 nicht mehr", erklärt der Kaufmännische Vorstand des Klinikums, Frank Ohi.

Kein Stellenabbau geplant

Auf der anderen Seite stehen die gestiegen Kosten. Ohi: "Es soll in diesem Jahr zwar eine Energie-Ausgleichszahlung geben. Wir wissen aber schon jetzt, dass diese nicht abdeckt, was wir an Mehrkosten haben. Und für 2022, wo wir bereits 11,5 Millionen Euro mehr gezahlt haben, werden wir nichts bekommen." Auch Medikamente sind laut Klinikum zum Teil um zehn Prozent teurer geworden, weil eine höhere Transportkostenpauschale draufgeschlagen wurde.

Für 2023 machen die Vorstände wenig Hoffnung auf ein ausgeglichenes Ergebnis. So können mangels Personals aktuell nicht alle verfügbaren Betten belegt werden. "Wir haben freie Stellen in den Bereichen OP und Anästhesie", so Albrecht. "Bei Intensivpflegekräften geht es im Moment gerade wieder. Aber die Frage ist, wie es uns gelingt, diese Stellen in der vorherrschenden Konkurrenzsituation am Markt wieder aufzufüllen." Hinzu komme das Kostenproblem für Energie, Arznei- und Lebensmittel.

"Wir gehen davon aus, dass wir ein negatives Ergebnis haben werden. Wir haben deshalb heftige Diskussionen mit dem Aufsichtsrat, denn es wäre das vierte Jahr in Folge. Ansonsten mussten wir unserem Aufsichtsrat auch sagen, dass sich das Ergebnis noch verschlechtern kann, wenn sich die Umgebungsbedingungen verändern. Es wird ein schwieriges Jahr."

An wichtigen Investitionen will das Klinikum trotzdem festhalten. Das betreffe unter anderem die Fertigstellung des neuen Zentrums für seelische Gesundheit und Altersmedizin. Man wolle außerdem die ambulanten Leistungen ausweiten. "Und der Wirtschaftsplan beinhaltet eine weitere Steigerung der Mitarbeiterzahlen. Wir wollen nicht in die Falle laufen, jetzt Personal zu entlassen. Denn wir brauchen immer mehr Personal, allein um gesetzliche Regeln erfüllen und um uns weiterentwickeln zu können."