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Dresdner wünschen sich mehr Radwege

Ein größeres Angebot und vor allem sichere Bedingungen zum Radfahrern stehen ganz oben auf der Liste der Dresdner, wie eine Bürgerumfrage zeigt.

Der ADFC hat im Vorjahr mit einer Demo bessere Radwege am Schillerplatz gefordert.
Der ADFC hat im Vorjahr mit einer Demo bessere Radwege am Schillerplatz gefordert. © Archiv: Christian Juppe

Dresden. Insgesamt 1.483 Radfahrer waren 2019 in Dresden in Verkehrsunfälle verwickelt. Dabei verunglückten gut 1.200 Menschen. Entweder stießen mehrere Radfahrer, Radfahrer und Autofahrer, oder Radfahrer und Fußgänger zusammen. Wer im einzelnen die Schuld trug, verrät die Statistik nicht.

In den Jahren 2017, 2018 und 2019 starben fünf Dresdner Radfahrer nach Unfällen. Auch im vergangenen Jahr gab es Unfälle, bei denen Radfahrer starben, unter anderem kam im Januar eine Frau auf der Reicker Straße ums Leben, die von einem Mercedes erfasst wurde.

Angesichts dieser Zahlen ist es kein Wunder, dass sich viele Dresdner ein besseres Radwegesystem wünschen. Das zeigt auch die aktuelle kommunale Bürgerumfrage. In der repräsentativen Umfrage, an der rund 6.100 Dresdnerinnen und Dresdner teilnahmen, gaben 21 Prozent der Befragten an, dass ein "verbesserungswürdiges Fahrradwegesystem" das zurzeit zweitgrößte Problem in Dresden ist.

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"Damit steht die Verbesserung des Radnetzes bei den Dresdner*innen ganz oben auf der kommunalpolitischen Agenda, nur knapp hinter zu hohen Mieten, die 24 Prozent der Befragten als größtes Problem der Stadt ankreuzten", sagt Edwin Seifert, der Geschäftsführer des Fahrradclubs ADFC in Dresden. In der letzten kommunalen Umfrage vor zwei Jahren habe der "Problem-Wert" Radnetz noch bei zehn Prozent gelegen und damit an fünfter Stelle.

Anteil der Radfahrer am Gesamtverkehr gestiegen

Dass sich mittlerweile sehr viel mehr Dresdner bessere und vor allem sichere Bedingungen für das Radfahren wünschen, liegt auch daran, dass die Zahl der Menschen steigt, die in Dresden das Rad nutzen. Die aktuellsten Zahlen dazu stammen leider noch aus dem Jahr 2018. Die TU Dresden erhebt im Fünf-Jahres-Rhythmus repräsentative Daten.

Danach liegt der Anteil der Radfahrer am Dresdner Gesamtverkehr inzwischen bei 18,4 Prozent. Im Jahr 2013 waren es nur 11,7 Prozent. Auch die Werte an den Dauerzählstellen für Radfahrer steigen, die die Stadt beispielsweise an der Waldschlößchenbrücke eingerichtet hat.

Hinzu kommt, dass 2020 aus Hygienegründen weitere Dresdner auf das Rad umgestiegen sind, wie auch die Verkaufszahlen der Fahrradhändler beweisen.

Radwegenetz ist gewachsen

Die Stadt ist in den vergangenen Jahren nicht untätig geblieben. Von 2007 bis 2019 wuchs das Radnetz aus Radwegen, gemeinsamen Fuß- und Radwegen sowie Radfahr- und Radschutzstreifen von 269,1 Kilometer auf insgesamt 328,9 Kilometer und damit um 22 Prozent. "Zufrieden sind damit die Dresdner*innen aber nicht, das zeigt die Kommunale Bürgerumfrage", sagt Seifert. Die Mängel seien lange bekannt und sind im 2017 beschlossenen Radverkehrskonzept aufgezeigt.

Doch dessen Umsetzung gehe viel zu langsam, erst zwölf Prozent sind erreicht. "Bleibt zu hoffen, dass jetzt die zuständigen Ämter gemeinsam mit Baubürgermeister Kühn an einem Strang ziehen und in einer Kraftanstrengung dem Ausbau der Radinfrastruktur in den nächsten beiden Jahren einen deutlichen Schub geben", sagt Seifert.

Dafür müsse das zusätzlich in den Haushalt eingestellte Geld auch wirklich auf die Straße gebracht werden und die über die Stadt verstreuten Radverkehrsanlagen zu einem echten Netz verknüpft werden.

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Das Radverkehrskonzept der Stadt können Sie hier einsehen. Auf radwatch-dresden.de finden Sie das ADFC-Monitoring des Dresdner Radverkehrskonzeptes.

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