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Erinnerung an Trümmerbahn in Dresdens Südpark

Im neuen Südpark steht nun eine Lok mit drei Loren. Wie sie nach Dresden gekommen ist und was sie mit der Geschichte der Stadt zu tun hat.

Am Aussichtspunkt an der Passauer Straße können Besucher nicht nur den Blick über Dresden genießen, sondern nun auch eine kleine Lok mit zwei Loren bestaunen.
Am Aussichtspunkt an der Passauer Straße können Besucher nicht nur den Blick über Dresden genießen, sondern nun auch eine kleine Lok mit zwei Loren bestaunen. © Sven Ellger

Dresden. Er wird der größte kommunale Park Dresdens sein: der neue Südpark. Die ersten Wege sind angelegt, eine kleine Aussicht ist entstanden. Nun gibt es dort eine kleine Attraktion zu bestaunen. Am Mittwoch wurde auf der Anhöhe eine Lok mit drei Loren aufgestellt. Per Kran wurden die bis zu zwei Tonnen schweren Objekte an ihren Platz gehoben, der sich in der Nähe des Wendehammers an der Passauer Straße befindet. Hier erinnert die alte Technik an ein Stück Stadtgeschichte, denn der neue Weg, der den Park in Ost-West-Richtung durchquert, ist identisch mit jener Strecke, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 von der Trümmerbahn befahren wurde.

Diese kleine Bahn transportierte damals den Schutt der zerstörten Dresdner Häuser aus der Stadt hinaus in die noch offenen Lehmgruben - und ist damit Teil des Dresdner Wiederaufbaus. Die Lokomotive, die nun an diese Zeit erinnert, konnte die Stadt von einem Schweizer Bahnverein abkaufen. Sie wurde im Sommer vergangenen Jahres von ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern aus Dresden und der Schweiz aufgearbeitet und hergerichtet. Die drei Loren sind das Geschenk einer Privatperson aus Österreich an die sächsische Landeshauptstadt. Sie wurden von Dresdnern aufgearbeitet, die beim Sächsischen Umschulungs- und Fortbildungswerkes (SUFW) beschäftigt waren.

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So sah die kleine Lok vor ihrer Restaurierung aus. Die Stadt hat sie preiswert von einem Schweizer Bahnverein gekauft.
So sah die kleine Lok vor ihrer Restaurierung aus. Die Stadt hat sie preiswert von einem Schweizer Bahnverein gekauft. © Landeshauptstadt

Detlef Thiel ist Chef im Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft und verrät, wer an der Aktion noch beteiligt ist: "Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die dazu beigetragen haben, dass die Lok mit den Loren im Südpark aufgestellt werden kann. Unser Dank gilt auch SachsenEnergie und den Dresdner Verkehrsbetrieben. Sie gestatteten uns, auf einem Teil ihres Grundstückes zu bauen."

Nun werden neben der Lok und den Kipploren noch zwei Informationstafeln aufgestellt. Auf ihnen können die Parkbesucher nachlesen, wo genau die Trümmerbahn einst entlanggefahren ist und wie sich der Südpark von der Idee bis heute entwickelt hat.

Neuer Parkeingang wird angelegt

Und da ist noch einiges zu tun. Die Bauarbeiten an dem neuen Parkeingang an der Passauer Straße haben bereits im November 2020 begonnen. Der gepflasterte Platz ist über Stufen von der Passauer Straße aus erreichbar und hat einen behindertengerechten Zugang. Der Platz wurde leicht erhöht gebaut, um einen schönen Ausblick auf die Stadt zu bieten. Neue Bänke wurden aufgestellt und das Umfeld bepflanzt. In den kommenden Tagen sollen diese Arbeiten abgeschlossen werden. Finanziert wurde der neue Platz sowie dessen Gestaltung mit 150.000 Euro durch das Stadtbezirksamt Plauen.

Bei der Gestaltung des 45 Hektar großen Südparks werden die Dresdner eng mit einbezogen. Von Beginn an hatten sie die Möglichkeit, ihre Ideen und Wünsche auf Workshops oder in Online-Befragungen einzubringen. Im Juli vergangenen Jahres hatte das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft gemeinsam mit dem Planungsbüro Freiräume die Dresdner zu einem Planungsworkshop für ein neues Freizeitsportgelände eingeladen, Anfang September wurden die Ergebnisse vorgestellt.

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Die wichtigsten Wünsche: die Gestaltung eines Hügels, die Erhaltung des Beachvolleyballplatzes und ein mittelgroßer Bolzplatz. Außerdem wünschen sich die Dresdner einen Spielbereich mit Sandkasten und einzelne Fitness- und Trimm-dich-Elemente. Der Waldhang nach Süden hin soll ebenso mit einbezogen werden, ausgestattet mit Kletterangeboten, einer Rutsche und einer Treppe. Auf der Liste stand zudem mehr Grün, also weitere Bäume und Sträucher.

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