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Elefant Tembo verlässt Dresdner Zoo

Der Zuchtbulle sollte für Nachwuchs sorgen - das blieb ohne Erfolg. Nun kommt ein anderer Elefant zum Zug.

An diesem Mittwoch genießt Tembo noch den Frühherbst im Dresdner Zoo. Bald wird der Zuchtbulle die Anlage am Afrika-Haus aber verlassen.
An diesem Mittwoch genießt Tembo noch den Frühherbst im Dresdner Zoo. Bald wird der Zuchtbulle die Anlage am Afrika-Haus aber verlassen. © Sven Ellger

Dresden. Er lebt noch keine zwei Jahre im Dresdner Zoo - und doch müssen die Besucher vom Elefantenbullen Tembo schon wieder Abschied nehmen. Er wird Dresden verlassen, obwohl er sich prächtig mit den drei Elefantendamen Mogli, Sawu und Drumbo versteht. 

Das ist auch an diesem Mittwochmorgen wieder deutlich zu sehen. Tembo wird von seiner Pflegerin aus dem Afrika-Haus gelockt, so richtig Lust auf das Außengehege scheint er nicht zu haben. Schließlich lockt ihn Mogli ins Freie, schnaubt und hebt ihren Rüssel in seine Richtung. Tembo kann es plötzlich gar nicht erwarten, dass sich das schwere Stahlgitter zur Seite schiebt und er seine "Mädels" begrüßen kann.

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Tembo wäre sowieso weggezogen

Der große Bulle mit einer Schulterhöhe von fast drei Metern und langen, weißen Stoßzähnen hat bei den Elefantendamen leider nicht den gewünschten Zuchterfolg gebracht. Dabei hat es an Möglichkeiten nicht gemangelt, Tembo war äußerst aktiv, wenn es um den Paarungsakt ging. "Und punktgenau zum Eisprung", wie der zoologische Leiter Wolfgang Ludwig berichtet. Der Eisprung wird mithilfe von Laboruntersuchungen festgestellt. Trächtig wurde jedoch keine der drei Kühe. Wo die Gründe für den ausbleibenden Nachwuchs liegen, darüber kann auch Wolfgang Ludwig nur spekulieren. 

Entweder sind die Kühe mit 24, 25 und 30 Jahren schon zu alt, sodass sich die Geschlechtsorgane so verändert haben, dass sich kein befruchtetes Ei mehr einnnistet. Oder die Spermien des 34-jährigen Bullen sind nicht mehr aktiv genug. Beides sei nicht näher an den Tieren untersucht worden, so Ludwig. 

Dabei kommt der Abschied von Tembo keineswegs unerwartet oder weil die Zucht erfolglos blieb. Tembo wäre ohnehin - im Rahmen der Kooperationen von Zoos in Europa - früher oder später in einen anderen Zoo gekommen. Geregelt wird das über das Europäische Zuchtbuch für Afrikanische Elefanten. Und das sieht vor, dass Tembo nun ein neues Zuhause im Zoo Wien bekommt. "Wir hoffen, dass wir ihn noch im Herbst nach Österreich transportieren können", erklärt Ludwig. Bevor es dafür zu kalt ist. Einen konkreten Termin für Tembos Abreise gibt es noch nicht, denn es müssen noch Details abgestimmt werden. Auch in Bezug auf die Corona-Beschränkungen.

Kommt der neue Bulle aus Niedersachsen?

Die Dresdner Elefantendamen sollen allerdings nicht lange allein bleiben. Wann ein neuer Bulle kommt und woher, will Wolfgang Ludwig noch nicht verraten. Einem Medienbericht zufolge ist für weitere Zuchtversuche ein früherer Zirkus-Elefant aus einem Serengeti-Park in Niedersachsen dafür vorgesehen. Das will Ludwig aber nicht bestätigen. "Das ist noch nichts spruchreif."

Die Dresdner Elefantenkuh Drumbo hatte schon einmal Nachwuchs: 2006 brachte sie das Bullenkalb Thabo-Umasai zur Welt. Thabo wurde 2011 an den Zoo Pittsburgh in den USA abgegeben. Dort war der bislang einzige im Dresdner Zoo geborene Elefant im Juli 2017 verstorben. Bis heute verbinden viele Dresdner Thabo mit einem Vorfall im März 2010: Damals attackierte Thabo seine Pflegerin und verletzte sie lebensgefährlich am Kopf. Sie musste notoperiert werden. 

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Zu diesem Zeitpunkt hatte schon festgestanden, dass Thabo nicht in Dresden bleiben würde, da kein Platz für die Haltung eines ausgewachsenen Bullen zur Verfügung stand. Einige Wochen vor dem Unglück hatte Pittsburgh zugesagt. Mit Tembo hatte der Dresdner Zoo nun die Hoffnung auf ein weiteres Elefantenbaby verbunden. Vielleicht gelingt das mit dem neuen Bullen. 

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