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Früherer Kruzianer will Dresden "säxy" machen

Als in der Corona-Krise für den Eventmanager Jochen Reichel alle Räder still standen, ersann er eine Mode-Marke, die nicht nur Touristen begeistern soll.

Ein Produkt der Corona-Krise: Jochen Reichel will den Slogan "Säxy" groß rausbringen.
Ein Produkt der Corona-Krise: Jochen Reichel will den Slogan "Säxy" groß rausbringen. © Christian Juppe

Dresden. In Galerien mit moderner Kunst ist das ja manchmal nicht so einfach. Da weiß man nicht, ob dieser Stuhl zum Hinsetzen gedacht ist oder selbst ein unbezahlbares Unikat. Genauso schwierig kann das bei einem Kleiderständer sein, der mitten im Raum steht, umrahmt von großformatigen Gemälden an den Wänden.

Bei genauerer Betrachtung hängen an dem Kleiderständer in der Galerie Vito von Gaudlitz auf der Töpferstraße, in unmittelbarer Nähe der Frauenkirche, Shirts und Kapuzenpullover, die etwas gemeinsam haben: den Aufdruck "Säxy" in verschiedenen Variationen.

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Auch Jochen Reichel trägt einen dieser Pullover. Mit seiner Eventagentur hat der 53-jährige frühere Kruzianer die Marke "Säxy" erfunden. Und nun hofft er, dass sie aus der Galerie ihren Siegeszug in die Kleiderschränke der Dresdner und Touristen antreten wird.

Die Säxy-Shirts gibt es bislang nur in der Galerie Vito von Gaudlitz nahe der Frauenkirche zu kaufen.
Die Säxy-Shirts gibt es bislang nur in der Galerie Vito von Gaudlitz nahe der Frauenkirche zu kaufen. © Christian Juppe

Reichel ist einer dieser Menschen, die sich durch so eine kleine weltweite Pandemie nicht ohne Weiteres unterkriegen lassen. Aus Dresden stammend, arbeitete er bis in die 2000er hinein für verschiedene Agenturen, ging dann als Kreativdirektor nach Hamburg und gründete vor fünf Jahren seine eigene Eventagentur, der er den wohlklingenden Namen "Respect" gab.

Neben dem Sitz in Hamburg und einem Büro in Nizza betreibt er seit 2019 auch eine Außenstelle in seiner Heimat Dresden und kam hier gerade so richtig in Schwung, als ihn die Corona-Lockdowns hart ausbremsten. "Plötzlich ging gar nichts mehr", erinnert er sich. "Absolute Schockstarre."

Um in Erinnerung zu bleiben, entwarf er überdimensionale Visitenkarten mit dem Spruch "Wir machen Sachsen säxy".

"Die Sachsen sind stolz"

"Eines Tages saß ich dann in unserem Hamburger Büro und schaute mir diesen Spruch an", sagt er. Schnell war der Gedanke geboren: Daraus müsste man doch mehr machen können. Rasch ließ es sich die Marke "säxy" schützen und machte sich mit seinen Mitstreitern daran, eine Modelinie zu entwerfen. "Hey, säxy" ist auf einigen der Kreationen zu lesen. Auf anderen steht: "100% säxy".

"Es ist ja bekannt, dass die Sachsen sehr stolz auf sich sind", sagt Reichel. "Das ist doch eine coole Art und Weise, diesen Stolz in die Welt hinauszutragen."

Eine nach Asien ausgelagerte Massenproduktion kam für ihn dabei nie infrage. Hochwertig, bio und fair sind die Worte, mit denen Reichel seine Marke bewirbt. Genäht wird in Belgien, mit Aufdrucken veredelt in Hamburg. Ein T-Shirt kostet 29 Euro, ein Kapuzenpulli 98 Euro. Auch Taschen und Jogginghosen gibt es bereits in kleineren Stückzahlen.

Kooperationen denkbar

Von keinem Modell wurden bisher mehr als 50 Exemplare hergestellt. Auch einen Online-Shop gibt es noch nicht. "Wir wollen den Dresdnern und den Gästen der Stadt zunächst einmal die Marke vorstellen", sagt Reichel. Kooperationen, beispielsweise mit dem Dresdner Tourismus, seien für ihn sehr gut denkbar.

In der Galerie seines Bekannten Vito von Gaudlitz in der Dresdner Altstadt fühlt er sich damit für den Anfang gut aufgehoben, wenngleich er weiß, dass nur ein sehr spezielles Publikum überhaupt den Weg durch diese Tür findet, die derzeit donnerstags bis samstags von 12 bis 19 Uhr geöffnet ist.

Neben den säxy-Shirts sind hier zurzeit passenderweise auch andere kreative Werke eines Dresdner Künstlers zu sehen. Das zwei mal zwei Meter messende Ölgemälde "Nicht ewig blüht der Raps...!" von Michael Freudenberg ist für knapp 15.000 Euro zu haben.

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