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Fünf Ausblicke vom Dresdner Riesenrad

Noch bis Oktober können Fahrgäste die Perspektiven aus der Gondel am Postplatz genießen. Dabei sehen sie von oben, was sich im Zentrum verändert.

Caroline (l.) und Juliane Baumann genießen die Fahrt mit dem Riesenrad über den Dächern von Dresden.
Caroline (l.) und Juliane Baumann genießen die Fahrt mit dem Riesenrad über den Dächern von Dresden. © Christian Juppe

Dresden. Caroline und Juliane Baumann schlendern gerade zum Postplatz, als ihnen das Aussichtsriesenrad ins Auge sticht. Die Schwestern aus Bad Oyenhausen in Ostwestfalen sind bei ihrer Erkundungstour durch die Stadt von der Augustusbrücke gekommen. „Ich habe meine Schwester besucht, die in Halle an der Saale studiert“, sagt Juliane Baumann. Die Gelegenheit hätten sie genutzt, um einen kurzen Abstecher nach Dresden zu machen. 

„Von der schönen Stadt haben wir schon viel gehört, da unser Onkel hier wohnt“, erzählt die 28-Jährige. Also nutzt sie mit ihrer 25-jährigen Schwestern den Tag für einen Stadtbummel. Nach der Augustusbrücke haben sie sich die Frauenkirche und den Zwinger angeschaut. „Wir sind ganz begeistert von Dresden“, sagt Juliane Baumann. Trotz des schlechten Wetters an diesem Sonnabend entschließen sich die jungen Frauen, mit dem Riesenrad zu fahren.

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Seit Juni dreht sich das Aussichtsriesenrad Wheel of Vision am Postplatz. Aus bis zu 55 Metern können die Fahrgäste aus den 42 voll klimatisierten Gondeln spektakuläre Aussichten auf Dresden genießen, die bis zu den Höhen am Stadtrand und darüber hinaus reichen. Eine Fahrt für Erwachsene kostet 7,50 Euro. Doch vorm Einsteigen müssen sich die beiden Touristinnen wie andere Fahrgäste mit einem kleinen Schwapp aus dem Desinfektionsspender die Hände desinfizieren. Juliane Baumann als angehende Ärztin hält das für sinnvoll. Die Schwestern steigen ein. Zuerst geht es ein Stück nach oben, sodass der Postplatz an der Käseglocke von oben zu sehen ist, dann noch ein weiteres Stück hinauf. 

Auf dieser Seite reicht der Blick bis hin zum Südhang.
Auf dieser Seite reicht der Blick bis hin zum Südhang. © SZ/Peter Hilbert

Die Gondel hält. „Das ist klasse. Der Ausblick ist super“, schwärmt Juliane Baumann. „Und das, obwohl es regnet.“ Das sei wirklich sehenswert, pflichtet ihr Schwester Caroline bei. „Wer nach Dresden kommt, sollte mit dem Riesenrad mitfahren“, sagt sie. Etwas kribbelig sei es ihr zuvor beim Blick auf das hohe Riesenrad schon gewesen. „Hier habe ich aber überhaupt keine Höhenangst mehr. Man fühlt sich in der Gondel sicher“, sagt sie in 55 Metern Höhe. 

Aus der Gondel ist das Panorama der Altstadt mit Zwinger, Schloss und Frauenkirche zu sehen.
Aus der Gondel ist das Panorama der Altstadt mit Zwinger, Schloss und Frauenkirche zu sehen. © Christian Juppe

Auf einer Seite der Gondel sehen sie das Panorama von Schloss und Zwinger mit der Augustusbrücke dahinter, auf der anderen steht die Gondel direkt über der Baustelle der neuen Mary-Ann-Apartments, die auf der Fläche des abgerissenen Fernmeldezentrums errichtet werden. Durch die Fenster an den Stirnseiten sind der Südhang und gegenüber die Kuppel der Yenidze zu sehen. 

Langsam dreht sich das Riesenrad weiter. In der Gondel geht es hinab und bei der nächsten Runde wieder hinauf. Die Touristinnen genießen wieder die Altstadt-Perspektiven. Als die Gondel nach einer knappen Viertelstunde unten ankommt, werden die jungen Frauen von Gabriel Pal verabschiedet. Der 42-Jährige ist Betriebsleiter für das Riesenrad, der sich aber hier mit um alles kümmert. Obwohl die Gondel klimatisiert ist, wird sie am Ende jeder Fahrt zur Sicherheit noch einmal kräftig durchgelüftet, erklärt er. Pal arbeitet bereits seit 2004 bei der Düsseldorfer Riesenrad-Firma von Oscar Bruch und war schon in vielen Städten. Ihm mache die Arbeit nach wie vor Spaß.

Betriebsleiter Gabriel Pal verabschiedet nach der Riesenradfahrt die jungen Frauen.
Betriebsleiter Gabriel Pal verabschiedet nach der Riesenradfahrt die jungen Frauen. © Christian Juppe

Bruchs modernstes Riesenrad dreht sich jetzt noch bis zum 4. Oktober am Postplatz. Er ist fest entschlossen, dass er wieder kommt. „Mein Riesenrad soll in Dresden Tradition werden“, sagt Bruch.

55 Meter Höhe - 5 Ausblicke auf die Dresdner Altstadt

Die Augustusbrücke

Trotz des tristen Wetters leuchtet der gelbe Bauzaun auf der Augustsbrücke. Seit August 2019 wird die elbabwärts liegende Seite saniert. Die Arbeiten sind weit fortgeschritten. Nach dem Abbruch wurde die Oberfläche der Bögen neu betoniert. Jetzt ist ein Großteil neu abgedichtet. Ende dieses Jahres soll der zweite sanierte Geh- und Radweg für Fußgänger eröffnet werden. Geplant ist, die Fahrbahn bis Sommer 2021 zu sanieren. Sie bleibt aber bis auf Ausnahmen für Autos gesperrt.

Die elbabwärts liegende Seite der Augustusbrücke ist derzeit gesperrt, da sie saniert wird.
Die elbabwärts liegende Seite der Augustusbrücke ist derzeit gesperrt, da sie saniert wird. © Christian Juppe

Die Altstadt-Promenade

Frisch saniert ist die Altstadt-Promenade direkt vor dem Schauspielhaus. Der Ausbau hatte im April begonnen und war Ende August abgeschlossen worden. Zuerst waren die desolaten Holzbeete um den Wasservorhang abgerissen worden, damit dort vier dauerhafte große Pflanzbeete mit integrierten Bänken angelegt werden können. Der Platz ist zudem neu gepflastert worden. Dort wird sich künftig auch wieder das Aussichtsriesenrad von Oscar Bruch drehen.

Fertiggestellt ist der Abschnitt des westlichen Promenadenrings direkt vor dem Schauspielhaus. Dort soll das Riesenrad nächstes Jahr stehen.
Fertiggestellt ist der Abschnitt des westlichen Promenadenrings direkt vor dem Schauspielhaus. Dort soll das Riesenrad nächstes Jahr stehen. © Christian Juppe

Die Wall-Neubauten

Auf der Fläche der früheren Parkplätze zwischen Wall- und Marienstraße sind Neubauten entstanden. Vorn war die Runde Ecke direkt am Postplatz gebaut. Der Investor Bayywobau/CTR hatte zuerst am hinteren Ende am Antonsplatz das Haus Merkur errichtet. Dann folgten der Komplex Boulevard Am Wall I. Zuletzt wurde der Boulevard Am Wall II hinter der Zufahrt zur Tiefgarage der Altmarkt-Galerie im Sommer fertiggestellt. Der Neubau hat 170 Zwei- bis Fünfraumwohnungen.

Wo einst ein großer Parkplatz war, stehen jetzt die Neubauten an der Wallstraße.
Wo einst ein großer Parkplatz war, stehen jetzt die Neubauten an der Wallstraße. © SZ/Peter Hilbert

Die Zwinger-Ausstellung

Hinter den mit hellen Plakaten verkleideten Bauzäunen werden der Wallpavillon und die benachbarte Bogengalerie L im Zwinger ausgebaut. Dort soll ab dem Frühjahr nächsten Jahres die Schau „Zwinger Xperience“ zu sehen sein. Der Freistaat investiert rund 14,3 Millionen Euro für den Ausbau. Im November sollen die Arbeiten soweit sein, dass die neue Zwinger-Ausstellung eingerichtet werden kann. Im Französischen Pavillon wird der Empfangsbereich sein.

Mit Bauzäunen abgesperrt ist der Bereich vor dem Französischen Pavillon im Zwinger. Die Räume werden für die neue Zwinger-Ausstellung ausgebaut.
Mit Bauzäunen abgesperrt ist der Bereich vor dem Französischen Pavillon im Zwinger. Die Räume werden für die neue Zwinger-Ausstellung ausgebaut. © Christian Juppe

Die Mary-Ann-Apartments

Zu Füßen des Riesenrads steht der Rohbau der Mary-Ann-Apartments. Der siebenstöckige Komplex hat seine volle Höhe erreicht. Er wurde seit vergangenem Jahr auf dem Gelände des abgebrochenen Fernmeldezentrums errichtet. Auf fünf Etagen sind 191 Wohnungen geplant. 

Der Neubau der Mary-Ann-Apartments am Postplatz hat schon seine volle Höhe erreicht. Am 10.September konnte dort Richtfest gefeiert werden.
Der Neubau der Mary-Ann-Apartments am Postplatz hat schon seine volle Höhe erreicht. Am 10.September konnte dort Richtfest gefeiert werden. © Christian Juppe

Im Erdgeschoss sind eine Gaststätte und ein Supermarkt, im ersten Stock Büros vorgesehen. Die Consus RE AG investiert dafür rund 72 Millionen Euro. Der Komplex soll im Sommer 2021 fertiggestellt werden.

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