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Toter in Dresden: 21-Jähriger in Haft

Polizei und Staatsanwaltschaft Dresden ermitteln wegen eines Toten in einem Haus in Gorbitz. Der Täter muss ins Gefängnis.

"Kein guter Ort": In diesem Hochhaus am Amalie-Dietrich-Platz soll ein Mann zu Tode gekommen sein. Die Polizei ermittelt.
"Kein guter Ort": In diesem Hochhaus am Amalie-Dietrich-Platz soll ein Mann zu Tode gekommen sein. Die Polizei ermittelt. © Benno Löffler

Dresden. Update, 28. Juni, 16.30 Uhr: Der 21-jährige Afghane, der sich am Sonntag bei der Polizei gemeldet und mitgeteilt hat, er habe einen Mann umgebracht, muss ins Gefängnis. Das hat am Montagnachmittag ein Haftrichter entschieden. Gegen den Mann wird wegen des Verdachts des Totschlags ermittelt. Der Vorwurf: Er soll in der Nacht zum Sonntag einen gleichaltrigen Landsmann in dessen Wohnung getötet haben.

Zum Tathergang und dem Motiv des 21-Jährigen haben Polizei und Staatsanwaltschaft noch nichts gesagt. Es werde weiter ermittelt, nähere Angaben seien - auch aus ermittlungstaktischen Gründen - zur Zeit nicht möglich. Die Untersuchung des Falls werde "noch einige Zeit in Anspruch nehmen".

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Erst am Montagvormittag wurde bekannt, dass es sich bei dem Opfer ebenfalls um einen Afghanen handelt und dass der Mann genau so alt ist, wie der mutmaßliche Täter.

So haben wir am Wochenende über den Fall berichtet:

Am Sonntagmittag herrscht Stille rund um den Plattenbau, in dem das Verbrechen geschehen sein soll. Nur ein Wagen der Spurensicherung und ein Polizeiauto deuten darauf hin, dass drinnen ein Delikt geklärt werden muss.

Einsatzkräfte hatten zuvor in dem Hochhaus am Amalie-Dieterich-Platz einen leblosen Mann entdeckt. Ein hinzugerufener Notarzt konnte nur noch dessen Tod feststellen. Die Identität des Toten ist zu diesem Zeitpunkt noch unklar. Die Staatsanwaltschaft und die Polizeidirektion Dresden gehen nun dem Verdacht eines Tötungsdeliktes nach.

Zuvor hatte sich ein junger Afghane bei der Polizei gemeldet und mitgeteilt, er habe einen Mann ums Leben gebracht. Der 21-Jährige wurde vorläufig festgenommen.

Gegenwärtig hat die Polizei den Ereignisort abgesperrt und mit der Spurensicherung begonnen. Gleichzeitig werden ersten Befragungen mit den Anwohnern durchgeführt. Eine Handvoll Anwohner versammelt sich derweil vorm Eingang. "Was müsst ihr hier so sensationslüstern herumstehen?", ruft aufgebracht eine ältere Frau, die mit ihrem Mann aus dem Haus kommt. "Macht euch zurück in eure Wohnungen!"

In gebührendem Abstand beobachtet eine junge Frau das Geschehen. "Ich wohne hier seit zwei Jahren und habe immer Angst", sagt sie. Ständig gebe es Stress mit Nachbarn, die zu viel getrunken oder Drogen genommen haben. "Das ist kein guter Ort, vor allem nicht für eine Frau", meint sie. Dass ein paar Etagen unter ihrer Wohnung ein Mann zu Tode gekommen sei, habe sie nur gehört. Aufgefallen sei ihr zur Tatzeit aber nichts.

Von offizieller Seite sind derzeit keine weiteren Angaben zu Tathergang oder Motiv möglich, heißt es - ermittlungstaktische Gründe. Staatsanwaltschaft und Polizei würden zu neuen Erkenntnissen informieren.

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