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Dresdner Uniklinik-Ärzte: Gegen Grippe impfen lassen

In der aktuellen Pandemie raten Mediziner zum Schutz. Für wen es besonders sinnvoll ist.

Pflegedirektorin Jana Luntz lässt sich von Dr. Katja de With, die Leiterin für klinische Infektiologie impfen .
Pflegedirektorin Jana Luntz lässt sich von Dr. Katja de With, die Leiterin für klinische Infektiologie impfen . © Marion Doering

Dresden. Das Coronavirus ist aktuell das beherrschende Thema. Doch mit dem Start in den Herbst beginnt auch die Grippe-Saison. Laut Stadt gibt es bislang noch keinen Fall in Dresden. Die  Ärzte empfehlen die Impfung aber noch dringender als sonst. "Die Impfung ist immer sinnvoll, aber in der Pandemie noch mehr", so Professor Michael Albrecht, medizinischer Vorstand der Uniklinik. Laut Albrecht gebe es auch Hinweise, dass Influenza-geimpfte Menschen einen weniger schweren Verlauf bei einer Infizierung mit dem Coronavirus hätten. Die Uniklinik ruft derzeit alle ihre 9.000 Mitarbeiter auf, sich impfen zu lassen.

Wer sollte sich impfen lassen?

Die Sächsische Impfkommission (SIKO) empfiehlt die jährliche Grippeschutzimpfung grundsätzlich für alle Kinder ab dem sechsten Lebensmonat, für Jugendliche und Erwachsene. Besonders wichtig sei sie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit gesundheitlicher Gefährdung infolge chronischen Krankheiten, für Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen, Schwangere zum eigenen Schutz und zum Schutz des Neugeborenen, medizinisches und Pflegepersonal und deren Familienangehörige sowie andere Personen mit direktem Kontakt zu Risikopatienten. 

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Holger Knoth, Leiter der Klinik-Apotheke an der Uniklinik, empfiehlt die Impfung für Kinder ab drei Jahren. "Man braucht keine Angst vor Impfreaktionen zu haben. Etwas Fieber und Schwellung an der Einstichstelle sind vollkommen normal."

In dieser Wintersaison kommt der Influenza-Schutzimpfung besondere Bedeutung zu, da sie ein Beitrag sei, um die medizinischen Versorgungssysteme vor zusätzlicher Überlastung durch Influenza zu schützen. Aber auch die Betreuung in Kitas, Schulen und Altenpflegeheimen kann durch die Impfung besser gesichert werden, so die SIKO.

"Wichtig ist es, vor allem bei älteren Patienten ab 60 Jahren eine Co-Infektion, also mit Grippe und Corona zu verhindern", so Katja de With, Infektiologin an der Uniklinik. Das sei gefährlich. Schon vor Corona habe die Klinik Influenza-Kranke stationär behandeln müssen.  

Wie war die Situation in den letzten Jahre?

Die Grippesaison 2019/20 in Dresden war stärker als die letzte. Das zeigten Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI). Genau 2.573 nachgewiesene Infektionen zählte das RKI zwischen Oktober 2019 und der ersten April-Woche 2020. In der Saison 2018/2019 waren es zwischen Oktober und Mitte Mai zusammengerechnet 2.139 Fälle. Elf Todesopfer waren zu beklagen - zwei mehr als in der vorherigen Grippesaison.

Das schnelle Abklingen und die um mindestens zwei Wochen kürzere Dauer der Grippewelle seien auffällig, so das RKI. Dazu beigetragen haben dürften die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie. Durch Ausgangsbeschränkungen, geschlossene Geschäfte und Homeoffice hatten die Dresdner weniger Kontakt zu anderen Menschen. Das Virus konnte sich kaum noch verbreiten. 

Da Kinder für die Verbreitung der Grippe eine wesentliche Rolle spielten, hätten die Schulschließungen einen erheblichen Einfluss auf den Verlauf der Grippesaison genommen, so das RKI weiter. Das bestätigt auch Apotheker Holger Knoth von der Uniklinik. "Das Tragen der Masken und regelmäßiges Lüften ist immer ein guter Schutz, gegen Grippe und gegen das Coronavirus."

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