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André Sarrasani trauert um seinen Panther

Der Tiger-Biss Anfang der Woche war bereits ein schlechter Start in die neue Saison. Nun wurde bekannt, dass Magier André Sarrasani seine Jada verloren hat.

André Sarrasani war bis vor wenigen Wochen noch mit Panther Jada vereint, nun ist sie tot.
André Sarrasani war bis vor wenigen Wochen noch mit Panther Jada vereint, nun ist sie tot. © Archiv: Christian Juppe

Dresden. Der Chef der Dinner-Show im Trocadero und Magier André Sarrasani kommt nicht zur Ruhe. Nun wurde bekannt, dass vor wenigen Wochen das Panther-Mädchen, das die Familie erst vor gut zwei Jahren bei sich aufgenommen hat, gestorben ist.

Jada wurde gerade einmal drei Jahre alt. Das Drama und das Ringen um das Leben zogen sich über Wochen, wie der Magier nun merklich traurig erzählt.

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"Ich habe das Gefühl, ich habe die Krätze am Hals", sagt Sarrasani. Bei der Insolvenz gehe es um Geld, das sei hart. "Aber das trifft einen persönlich, weil es eine Herzensangelegenheit ist." Gemeint ist der Tod von Jada.

Die gesamte Familie trauert um den Panther. Sarrasanis Lebensgefährtin Edith Slavova hatte das Mädchen quasi als Baby aufgenommen. Zunächst lebte Jada mit der Sarrasani-Familie in der Plattenbau-Wohnung an der Marschner Straße. "Meine Tochter weint viel, Jada war für sie wie eine Schwester", erzählt Sarrasani.

Panther Jada im vergangenen Jahr.
Panther Jada im vergangenen Jahr. © Archiv: Christian Juppe

Panther hörte auf zu fressen und zu trinken

Vor einigen Wochen fiel Sarrasani auf, dass Jada nicht mehr frisst. "Der Tierarzt hat anfangs noch gesagt, so etwas kommt mal vor. Aber dann hat sie auch aufgehört zu trinken." 

Die Raubkatze bekam spezielle Vitamine, die auch den Appetit anregen sollen. "Nach einer Woche war es immer noch nicht besser", beschreibt Sarrasani. Dann habe der Tierarzt Jada Blut abgenommen. Die Werte zeigten keine Auffälligkeiten.

"Wir haben weitere zwei Tage gewartet, Vitamine gespritzt, ihr Hühnerbrühe gemacht, damit sie zu Kräften kommt." Doch das habe sie alles nicht gewollt. Infusionen mit Kochsalzlösungen sollten wenigstens für genügend Flüssigkeit in dem angeschlagenen Körper sorgen. "Vor vier Wochen ist sie dann am Vormittag eingeschlafen", erzählt Sarrasani traurig. "Katzen stellen irgendwann die Nahrungsaufnahme ein, wenn sie merken, dass sie schwer krank sind. Sie bringen sich sozusagen selber um."

Toter Panther wurde obduziert

Der Magier und seine Frau Edith wollten es genau wissen und brachten den toten Panther in die Uniklinik für Tiere in Leipzig, genauer in die Veterinär-Pathologie. "Auch um sicher zu gehen, dass sie sich keine Parasiten eingefangen hat", so Sarrasani.

Die Obduktion ergab, der körperliche Gesamtzustand der Wildkatze war eigentlich sehr gut. Aber der Pathologe stellte einen angeborenen Herzfehler fest. "Deshalb hatte sie zuletzt auch Zuckungen, das Herz hat kaum noch Blut in das Gehirn gepumpt", sagt Sarrasani. 

Auf der Bühne habe es immer besser mit Jada geklappt, bedauert Sarrasani den Verlust. "Eigentlich war es ja die Idee meiner Frau, aber sie war eine Weile in den USA und Jada wurde mein Baby."

Tiger Kaya erholt sich in Ottendorf

Am Donnerstag war Sarrasani auch in Ottendorf-Okrilla. Dort hat er seine Tiger-Dame Kaya besucht. Die erholt sich gerade von einem Zwischenfall am Montag. Ein Handwerker hatte angetrunken versucht, den Tiger zu streicheln. Jada erwischte den Mann, verletzte ihn schwer.

"Heute war Kaya wieder ganz normal", berichtet Sarrasani. Dienstag und Mittwoch war die Tiger-Dame sehr aufgewühlt. Ob und wann sie wieder auftreten kann, ist noch unklar. Würde Kaya ausfallen, müsste Sarrasani wieder ohne seine Wildkatzen auf die Bühne. Dabei ist er in der vergangenen Saison zum ersten Mal seit der Insolvenz wieder mit Tiger aufgetreten.

Tiger-Dama Kaya frisst André Sarrasani aus der Hand. Der griff in den Käfig wurde vor wenigen Tagen einem Handwerker zum Verhängnis.
Tiger-Dama Kaya frisst André Sarrasani aus der Hand. Der griff in den Käfig wurde vor wenigen Tagen einem Handwerker zum Verhängnis. © Archiv: Christian Juppe

Doch so ganz aufgeben will Sarrasani die Tiger-Show noch nicht. "Wir müssen abwarten und Kaya beobachten. Ich will es nicht ausschließen, dass sie auch in der bevorstehenden Saison auftritt."

Zelt am Congress Center wird aufgebaut

Derzeit bauen Sarrasani und sein Team das Zelt am neuen Standort an den Elbwiesen neben dem Internationalen Congress Center und dem Maritim-Hotel auf. Bis zur Premiere ist noch Zeit, Kaya für die Bühne fit zu machen. Diese findet am 20. November statt. 

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Die Tierschutz-Organisation Peta hatte umgehend ein Raubtierverbot in Zirkussen gefordert, unter das auch Wildkatzen fallen sollen. Sarrasani hält so ein Verbot für Wildkatzen für falsch. Ohne die Tiger in Zirkussen und Zoos würden viele Menschen keine mehr zu sehen bekommen. Gerade in Zirkussen würden sich die Halter viel Zeit für die Tiere nehmen. 

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