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Nach "The Voice Kids": Dresdner Nachwuchsstar hat neue Pläne für die Zukunft

Bei der Sat.1-Talentshow "The Voice Kids" ist der Dresdner Hans Tröger raus. Nun arbeitet der Elfjährige an eigenen Songs. Tritt er bald wieder im Fernsehen auf?

Von Christoph Pengel
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Hans Tröger war drei Jahre alt, als er die erste Gitarre geschenkt bekam. Der Elfjährige übt täglich eine Stunde. Zudem spielt er Klavier.
Hans Tröger war drei Jahre alt, als er die erste Gitarre geschenkt bekam. Der Elfjährige übt täglich eine Stunde. Zudem spielt er Klavier. © Marion Doering

Dresden. Hans Tröger ist raus. So formuliert, klingt das ziemlich hart. Und das war es ja auch. Für ihn, seine Eltern, seine Fans. Doch die bloße Nachricht über das Ausscheiden in der Sat.1-Show "The Voice Kids" wird nicht der Geschichte gerecht, die sich in den vergangenen Monaten um den Sohn des Linken-Stadtrats Tilo Kießling entwickelt hat.

Zumal die musikalische Karriere des elfjährigen Dresdners noch längst nicht zu Ende erzählt ist. Im Gegenteil, Hans Trögers Fangemeinde wächst von Tag zu Tag, vor allem im Netz. Zudem hegt er schon neue Pläne für die Zukunft.

Hans setzt sich unter zehntausenden Bewerbern durch

Die Geschichte beginnt im Lockdown 2020. Hans Tröger und sein Vater beschließen, einen eigenen Youtube-Kanal einzurichten. Hans, der seine erste Gitarre im Alter von drei Jahren bekommen hat, spielt auf dem heimischen Sofa bekannte Stücke, zum Beispiel "Alt wie ein Baum" von den Puhdys. Dann wird ein Scout auf das junge Talent aufmerksam.

Der Scout nimmt Kontakt zu den Eltern auf und fragt, ob ihr Sohn bei der Sat.1-Show "The Voice Kids" auftreten könnte. Die Eltern zögern. Dass Kandidaten in Talentshows oft respektlos behandelt werden, ist kein Geheimnis. Aber Hans will die Chance unbedingt nutzten, die Eltern geben nach.

Heute sagt Birke Tröger, Hans' Mutter: "Es war eine Super-Erfahrung." Als sie sieht, wie achtsam mit den Kindern bei Sat.1 umgegangen wird, sind alle Zweifel weggefegt. Hinzu kommt, dass Hans Erfolg hat. Beim Vorausscheid in Hamburg und Berlin überzeugt er die Produktionsfirma von seinem Können. Unter zehntausenden Bewerbern ist er einer der Wenigen, die tatsächlich im Fernsehen auftreten dürfen.

Die große Enttäuschung

Im Oktober ist es dann soweit. Hans Tröger sitzt vor der Jury, bestehend aus Popstars wie Lena Meyer-Landrut. Er singt "Sterne glühn" vom Liedermacher Wenzel und spielt dazu Gitarre. Vater Tilo Kießling wird später sagen: "Das war das Ergreifendste, was ich je erlebt habe."

Auch die Jury ist begeistert, Hans Tröger kommt in die nächste Runde. Nach der Erstausstrahlung Ende März explodieren in den sozialen Medien die Klickzahlen. Millionen sehen sich das Video vom Sat.1-Auftritt an, mehr und mehr Menschen abonnieren Hans' Yotube-Kanal, heute sind es mehr als 1.000.

In den Battles, so heißt die nächste Runde, übt Hans ein Stück von Sting ein, zusammen mit seinen zwei Konkurrentinnen Solveig und Svenja. Zu dritt singen sie "Shape of my heart", er spielt die Gitarre.

Der Auftritt ist am 22. April auf Sat. 1 zu sehen. Wieder macht Hans Tröger eine gute Figur, aber nur eine Person aus dem Trio kann weiterkommen. Am Ende setzt sich Solveig durch.

"Direkt danach waren wir schon enttäuscht", sagt Birke Tröger heute über die Battles, die bereits im Januar aufgezeichnet wurden. Anderseits: "Die Kinder gönnen es sich gegenseitig." Auch Hans sei von Solveigs Gesang beeindruckt gewesen.

Am Ende ist die Niederlage gar keine Niederlage. Hans, erzählt seine Mutter, habe bei "The Voice Kids" gelernt, seine Stimme besser einzusetzen, mehr Gefühl reinzulegen. Und die mediale Aufmerksamkeit wirkt noch immer nach. Er beantwortet fleißig Kommentare, verschickt Autogrammkarten, lädt Videos hoch. In den nächsten Monaten plant er mehrere Auftritte, unter anderem mit seiner Jazz-Band.

Mehr noch: Hans hat damit angefangen, eigene Songs zu schreiben. Und wer weiß, vielleicht tritt er damit irgendwann wieder im Fernsehen auf - in der Show "Dein Song", die auf dem Kinder-Sender KiKa läuft. Das würde aber frühestens im nächsten Jahr passieren, sagt Birke Tröger. "Jetzt ist erst mal Pause."