merken
PLUS Dresden

Erste Dresdner Dampferparade seit Corona

Seit 185 Jahren fahren auf der Elbe Dampfschiffe - zum Jubiläum startete am Samstag eine Flottenparade mit sieben historischen Raddampfern in Dresden.

Die Dampferparade am Samstag auf der Elbe in Dresden.
Die Dampferparade am Samstag auf der Elbe in Dresden. © Christian Juppe

Dresden. Das ist die leckerste Kartoffelsuppe seit Langem. Petra Fischer bekommt sie serviert, als der Dampfer Pillnitz schon auf dem Rückweg ins Stadtzentrum ist. Sie sitzt mit ihrem Mann auf dem hinteren Teil des Schiffs, direkt an der Reeling.

Es ist eine Premiere für sie und es ist zugleich eine Premiere nach Corona: Die erste Dampferparade auf der Elbe, seit die bislang schlimmste Covid 19-Zeit zu Ende ist. Sieben der neun historischen Schiffe sind dabei, Anlass ist der 185. Geburtstag der Flotte. Dazu sind die Schiffe am Sonnabendvormittag zwischen Carolabrücke und Augustusbrücke in Position gefahren, um dann gemeinsam in einer langen Reihe nach Pillnitz und zurück zu dampfen.

Küchen-Profi-Center Hülsbusch
Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!
Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!

Schon Goethe wusste: Essen soll zuerst das Auge erfassen und dann den Magen. Das gelingt besonders gut in einer schicken neuen Küche. Jetzt zum Küchen-Profi-Center Hülsbusch und sich beraten lassen.

Begleitet von vielen, vielen Schaulustigen auf den Brücken und an den Elbufern. Vor allem dort, wo sich unweit der Elbe große Biergärten befinden oder an Anlegestellen.

Schiffe noch nicht voll ausgelastet

Stefan Bloch fühlt sich wohl im Gewühl am Sonnabend kurz vor 10 Uhr. Er ist seit Herbst 2020 einer der zwei Geschäftsführer der Flotte und musste lange warten, bis endlich wieder richtig Betrieb ist am Terrassenufer und auf den Schiffe. Etwa 1.100 Fahrgäste sind es bei dieser Parade. Es könnten mehr sein. Einerseits, weil Dresden noch viele Besucher fehlen, ist Bloch überzeugt. Andererseits, weil die Schiffe wegen Corona noch nicht voll ausgelastet werden dürfen. Doch es sind schon mal so viele, dass sich vor der Abfahrt lange Schlangen bilden an den Anlegestellen zwischen Augustusbrücke und Carolabrücke.

In der Schlange gleich neben der Carolabrücke stehen auch Petra Fischer und ihr Mann. Sie stammen aus dem Ort, der der Talsperre Pöhl im Vogtland ihren Namen gegeben hat. Eigentlich wollten sie sich die Dampferparade nur ansehen. Sie waren überrascht darüber, dass es auch am Sonnabendmorgen noch Tickets gab, haben sogleich zwei Fahrscheine gekauft und sind nun beim ersten Mal dabei bei einem solchen Schiffserlebnis in Dresden. "Gesehen haben wir die Parade schon mal, da standen wir auf einer Brücke, aber mitgefahren sind wir noch nie", sagt Petra Fischer. Letztlich liegt es an Corona, dass dies nun möglich ist.

Dass es noch Tickets gab, war für Petra Fischer eine Überraschung. Jetzt genießt sie nicht nur die Paradefahrt, sondern auch das Gastro-Angebot an Bord.
Dass es noch Tickets gab, war für Petra Fischer eine Überraschung. Jetzt genießt sie nicht nur die Paradefahrt, sondern auch das Gastro-Angebot an Bord. © SZ/Christoph Springer

Zwei Dampfer fahren nicht mit

Das gilt auch fürs Personal. Kurzarbeit gibt es nicht mehr, weder beim Schiffspersonal, noch im Gastroteam. "Wir haben 20 Leute neu eingestellt, etwa 25 weitere brauchen wir noch", sagt Bloch. Damit sei die gesamte Truppe dann wieder etwa bei der Stärke, die vor Corona und vor der Insolvenz auf dem Personalzettel stand.

Auch Monti ist wieder an Bord. Monti ist der Spitzname von Godwal Montano. Der gebürtige Kubaner kam einst als Vertragsarbeiter in die DDR. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet er als Kellner auf dem Dampfer "Pillnitz". Er war dabei, als die Mitarbeiter der Flotte im Mai 2020 auf dem Dampfer "Dresden" protestierten, weil dem Traditionsunternehmen das Aus drohte. Monti war auch dabei, als sie Spalier standen, um Ende Mai 2020 das erste Schiff in der vermeintlichen Nach-Corona-Zeit auf Strecke zu schicken. An diesem Sonnabend hat er auf "seinem" Schiff alle Hände voll zu tun. "Wenig Personal, viel Arbeit", sagt er. "Aber wir sind froh, dass es wieder läuft." Dann muss er los, ein Tablett mit frisch gezapftem Bier steht schon bereit, die Gäste warten.

"Wir sind froh, dass es wieder läuft", sagt Monti. Daumen hoch zeigt sein Kollege André Kreher.
"Wir sind froh, dass es wieder läuft", sagt Monti. Daumen hoch zeigt sein Kollege André Kreher. © SZ/Christoph Springer

Neuerung ab dem 31. Juli

Weiterführende Artikel

Nach Corona: Mit Volldampf zurück ins Leben

Nach Corona: Mit Volldampf zurück ins Leben

Vier Wochen schwebt Nils Teichert wegen Corona zwischen Leben und Tod. Währenddessen erlebt seine Familie eine Welle der Solidarität.

Was die Dampfschiffahrt zur Rettung braucht

Was die Dampfschiffahrt zur Rettung braucht

Die Schiffe fahren weiter und es soll sogar mehr Fahrten geben. Doch das allein genügt nicht. Wie das Dresdner Unternehmen aus der Krise fahren will.

Demnächst wird Monti noch mehr Arbeit bekommen. Ab dem 31. Juli soll die Flotte mit voller Kraft fahren - alle Schiffe und nach Standardfahrplan. "Soll", schränkt Geschäftsführer Bloch ein. Ob es wirklich dazu kommt, hängt davon ab, wie es mit Corona weitergeht. An diesem Sonnabend ist er aber optimistisch. Die vielen Gäste, beschwingte Live-Musik auf allen Schiffen, das Gastroteam verteilt eifrig, was die Passagiere von der neuen Speisekarte ordern, der Elbepegel passt und dazu strahlt die Sonne. So haben sich die neuen Eigentümer aus der Schweiz das vorgestellt, als sie die Flotte im vergangenen Jahr übernommen haben. Dass das auch den Dresdnern gefällt, zeigen die vielen Zaungäste, die sich die Parade vom Ufer und von den Brücken aus ansehen. Sie schwenken sogar Fahnen. Deutschlandflaggen, die Fahne der Sächsischen Dampfschiffart und sogar eine rote Flagge mit weißem Kreuz ist zu sehen - die Fahne der Schweiz.

Mehr zum Thema Dresden