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Hochzeit im Hygienemuseum

Wer im nächsten Jahr heiraten möchte, wird es nicht leicht haben, einen passenden Ort zum Feiern zu finden. Nun öffnen sich neue Räume.

Hochzeitsplanerin Aniko Arzner (l.) und die kaufmännische Direktorin des Hygienemuseums, Lisa Klamka, freuen sich auf die neue Zusammenarbeit.
Hochzeitsplanerin Aniko Arzner (l.) und die kaufmännische Direktorin des Hygienemuseums, Lisa Klamka, freuen sich auf die neue Zusammenarbeit. © René Meinig

Dresden. Am Wochenende in einem Schloss Hochzeit zu feiern, das ist der Traum vieler Brautpaare. Doch besondere Räumlichkeiten sind knapp geworden, seit sich coronabedingt die Heiratswilligen stauen. Ohne Freunde und Familie wollten die wenigsten ihren ganz besonderen Tag begehen. Also verschoben sie das Hochzeitfest auf bessere Zeiten, in denen wieder größere Gesellschaften unbeschwert zusammenkommen können.

Nächstes Jahr dürfte es so weit sein. Entsprechend viel Ansturm gibt es auf die romantischen Orte in und um Dresden - und auf die Trautermine an Freitagen und Sonnabenden. "Es wird etlichen Paaren nichts anderes übrig bleiben, als auch auf die Wochentage auszuweichen", sagt Aniko Arzner. Als Hochzeitsplanerin kennt sie den Markt bestens und sieht immer mehr Engpässe. "Außerdem machen uns und den Brautleuten die Wetterkapriolen zu schaffen." Wie wichtig es sei, auch auf Regen eingestellt zu sein, habe dieser Sommer besonders deutlich gezeigt.

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Montags allein im Museum

Umso mehr freut sie sich, ihren Kunden künftig eine neue Location anbieten zu können, die für jede Witterung geeignet ist. Ab nächstem Jahr können Paare ihre Hochzeit auch im Hygienemuseum feiern. Was angesichts der hohen und weitläufigen Räume schwer vorstellbar ist, haben Aniko Arzner und ihr Team zusammen mit der Leitung des Deutschen Hygienemuseums bereits mit realen Bildern gefüllt. Zwar fand dort bisher noch kein Hochzeitfest statt. Doch die Weddingplanerin stellte gestern drei Konzepte vor, die einen Vorgeschmack geben, wie sich die kühle Atmosphäre in ein stimmungsvolles Ambiente verwandeln lässt.

Der große Saal im Obergeschoss kann ebenso gebucht werden, wie kleinere Konferenzräume und sogar der Foyerbereich sowie Außenflächen. Paare, die sich dazu aufschwingen, an einem Montag zu heiraten beziehungsweise zu feiern, haben dann sogar das gesamte Haus zur Verfügung, ohne dass sie sich das Museum mit den Besuchern teilen müssen.

Trauungen mit Standesbeamten sind bisher noch nicht möglich, sogenannte freie Trauungen indes schon. Dabei vollzieht ein Festredner formal eine Trauungszeremonie, die zuvor oder danach standesamtlich legitimiert werden muss, um rechtsgültig zu sein. "Wir können uns gut vorstellen, hier bald auch richtige Eheschließungen anzubieten", sagt Aniko Arzner. Dafür müsse die Stadt das Hygienemuseum aber zum offiziellen Trauort machen, wie beispielsweise das Kraszewski-Museum oder Schloss Albrechtsberg.

Feste mit bis zu 300 Gästen

Vorerst richtet sich das Angebot an Festgesellschaften, die vor allem für die Feier einen ganz besonderen Rahmen suchen - und das entsprechende Budget dafür zur Verfügung haben. "Realistisch ist es, für eine solche Hochzeit ab 20.000 Euro einzuplanen", so die Wedding-Veranstalterin. Die meisten ihrer Kunden stünden mitten im Leben und seien entsprechend wirtschaftlich gefestigt.

Bis zu 300 Gäste groß ist die Kapazität des Hygienemuseums. "Zum Haus gehört auch eine Gastronomie, die qualitativ und quantitativ bestens in der Lage ist, das Catering zu stellen." Ein Muss sei das jedoch nicht. Die Agentur Aniko Hochzeiten in Anspruch zu nehmen, durchaus. "Wir sind das Bindeglied zwischen den Brautpaaren und dem Hygienemuseum." Zu diesem Zweck seien ihre Agentur und die Museumsverwaltung eine mehrjährige Kooperation eingegangen.

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"Wir freuen uns sehr, den wissenschaftlichen Inhalten unseres Hauses nun auch solch emotionale hinzufügen zu können", sagt Lisa Klamka, die neue kaufmännische Direktorin des Hygienemuseums. Dort gehe es schließlich um den Mensch und das höchste Gut - seine Gesundheit. Und was ist menschlicher als die Liebe?

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