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Holz aus der Dresdner Heide so begehrt wie nie

In der ersten Woche des neuen Jahres beginnen die Waldarbeiter mit Fällungen. Es trifft weniger Bäume als geplant.

Von Kay Haufe
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In diesem Jahr soll nicht der Borkenkäfer den Holzeinschlag bestimmen.
In diesem Jahr soll nicht der Borkenkäfer den Holzeinschlag bestimmen. © (c) Christian Juppe

Dresden. Trockenheit, Stürme, massive Borkenkäfer-Attacken - die Dresdner Heide musste in den vergangenen drei Jahren mit vielen Problemen klarkommen. Zum Glück fiel 2021 deutlich mehr Niederschlag, sodass zumindest die oberen Bodenschichten wieder gut versorgt waren. Eine Wohltat vor allem für die flachwurzelnden Fichten.

Für die Mitarbeiter von Sachsenforst blieb indes wenig Zeit für die eigentlichen Aufgaben wie die Pflege der Bestände. Sie mussten so schnell wie möglich dafür sorgen, dass vom Käfer befallenes Holz aus dem Wald kommt, damit sich die Schädlinge nicht weiter verbreiten. Auch die Aufräumarbeiten nach den Stürmen kosteten viel Zeit.

"Eigentlich wollten wir bereits vor drei Jahren mit der Durchforstung von großen, zusammenhängenden Kiefernbeständen beginnen, doch wir sind einfach nicht dazu gekommen", sagt der Bühlauer Revierförster Thomas Stelzig. In den 40 bis 50 Jahre alten Beständen hat sich inzwischen viel Naturwuchs entwickelt, das sind junge Bäume, die aus Samen gewachsen sind. Darunter sind viele Laubgehölze, die jetzt mehr Licht benötigen, was die Kronen der Kiefern abhalten. "Wir fällen rund 25 Prozent der Kiefern, vor allem Bäume mit schlecht geformten Kronen."

Auf das Holz warten bereits zahlreiche Abnehmer. "Die Nachfrage ist riesig", sagt Stelzig. Vor allem Bauholz, das sich deutlich verteuert hat, ist gefragt. Neben den langfristigen Verträgen mit Kronospan und dem Sägewerk in Görlitz, beliefert Sachsenforst auch kleine Sägewerke in der Umgebung. "Das Holz aus der Heide wird in der Regel keine 100 Kilometer von hier verarbeitet", erklärt der Revierförster. Auch Privatkunden kommen, um Brennholz zu holen.

Weil der Borkenkäfer sehr viele Bäume befallen hatte, wird aber 2022 nicht die übliche Menge an Holz eingeschlagen. "Statt 8.000 Kubikmeter werden wir nur 5.000 bis 6.000 fällen. So gleichen wir die 10.000 Kubikmeter Käferholz aus, die wir voriges Jahr schlagen mussten", sagt Stelzig.

Die Arbeiten beginnen am Dienstag der ersten Januarwoche. Stelzig erhofft sich dafür wieder Minusgrade wie über Weihnachten. So wären die Wege gefroren und die schweren Maschinen würden kaum Schaden anrichten.

Doch nicht nur die modernen Harvester kommen beim Holzeinschlag zum Einsatz, es wird auch mit ganz traditionellen Mitteln gearbeitet. Eine Bärwalder Firma kommt mit ihren Kaltblüter-Pferden, die Stämme aus unwegsamem Gelände ziehen. Sie sind dort deutlicher wendiger, als die schweren Forstmaschinen. Rund ein Viertel der gefällten Bäume werden sie auf die Hauptwege transportieren. "Die vier Waldarbeiter meines Reviers und Lehrlinge des Forstbezirkes werden bis Ende März mit dem Holzeinschlag beschäftigt sein, dann beginnt die Brutzeit der Vögel", sagt Stelzig.

Gearbeitet wird zunächst am Zweienweg in Richtung Ullersdorf. Auch ein Bestand, der an das Fischhaus an der Radeberger Straße angrenzt, wird durchforstet. "Wenn wir die Bestände regelmäßig pflegen, wachsen Buchen und Eichen. Das ist genau das, was wir uns für einen gesunden Mischwald wünschen."