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Keine Impfungen mehr in der Messe Dresden

Nach mehr als einer halben Million Impfungen ist Schluss im Impfzentrum an der Messe. Doch es wird in Dresden weiter zahlreiche Impfangebote geben.

Mitarbeiter Martin Milde zieht eine der letzten Coronaspritzen im Dresdner Impfzentrum auf.
Mitarbeiter Martin Milde zieht eine der letzten Coronaspritzen im Dresdner Impfzentrum auf. © Marion Doering

Dresden. Das Impfzentrum in der Messe Dresden schließt am Freitag um 17 Uhr seine Pforten. An Spitzentagen wurden dort 2.500 Menschen gegen das Corona-Virus geimpft. Auch am vorletzten Tag stehen die Impfwilligen Schlange, um sich gegen die Pandemie zu schützen. Noch jeweils 1.000 Menschen sollen am Donnerstag und Freitag als letzte ihre Impfung in der Messe Dresden bekommen. Nichts weist darauf hin, dass der Betrieb bald eingestellt wird. Mitarbeiter laufen geschäftig durch die Flure und Impfwillige bekommen den gewünschten Pieks. Doch im Hintergrund werde schon genauso geschäftig abgebaut, Büros würden geräumt, denn wenn am Freitag der letzte Spritzenstich getan ist, muss es relativ schnell gehen, erklärt Ulrike Peters, Pressesprecherin des DRK.

Die Schließung des Impfzentrums sei kurzfristig gekommen, sodass es noch einige Termine am Samstag und Sonntag gebe, die nun nicht wahrgenommen werden könnten, so Peters weiter. Doch für diese Menschen gebe es in Dresden einige Ersatzangebote, die ganz unbürokratisch und mit den vorhandenen Unterlagen wahrgenommen werden könnten.

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Der Leiter des Impfzentrums sieht der Schließung wehmütig entgegen, denn man sei dort zusammengewachsen und habe besondere Momente erlebt. Sein liebster Moment sei die Impfung eines Einhorns gewesen. Ein Künstler habe sich zum Anlass seiner Impfung als Einhorn verkleidet und Schokolade verteilt, um die Welt etwas bunter zu machen, erzählt er.

Wie viele Menschen wurden insgesamt in Dresden geimpft?

Seit Impfbeginn wurden in Dresden 597.111 Spritzen (Stand 21. September) verabreicht. Das teilte das Sächsische Sozialministerium (SMS) auf SZ-Anfrage mit. Eine statistische Aufschlüsselung nach einzelnen Impfstellen wie Messe Dresden, mobile Teams und Krankenhäuser kann das SMS nicht liefern.

Teil dieser Summe ist die Zahl der Impfungen bei niedergelassenen Ärzten. Mit Stand vom 22. September wurden in den Dresdner Haus- und Facharztpraxen 110.315 Erstimpfungen, 114.200 Zweitimpfungen und 603 Drittimpfungen gegen das Corona-Virus verabreicht, so die Kassenärztliche Vereinigung auf Anfrage.

Auch andernorts wird geimpft gegen Corona. Die Stadtverwaltung und das DRK haben bereits mehrere mobile Impfaktionen organisiert. Die erste fand vorm Hygienemuseum statt, im Umfeld eines Dynamo-Spiels und der Museumsnacht. Zwischen dem 24. Juli und dem 19. September wurden mehr als 8.000 Dosen bei solchen mobilen Einsätzen verimpft, so Frank Bauer, Leiter des Dresdner Gesundheitsamtes.

In Dresden sind bisher mehr als 288.000 Menschen vollständig geimpft worden (Stand Mitte September). Darüber hinaus haben über 1.000 Menschen in Dresden eine Auffrischungsimpfung bekommen. Sie wird Über-70-Jährigen sowie Personen mit bestimmten Vorerkrankungen empfohlen, deren Zweitimpfung ein halbes Jahr her ist.

Bei den in Dresden Geimpften handelt es sich auch um Bürgerinnen und Bürger, die nicht in Dresden leben, sich ihr Impfzentrum aussuchen durften und sich in der Stadt haben impfen lassen. Andererseits fehlen in der Statistik Dresdner, die sich außerhalb Dresdens impfen ließen. Die Impfquote für die Landeshauptstadt - sie liegt derzeit bei 50 Prozent - ist damit nur bedingt aussagekräftig.

Wie viele Unter-18-Jährige sind geimpft?

Offiziell dürfen auch Kinder ab zwölf Jahren gegen das Coronavirus geimpft werden. Die mRNA-Impfstoffe sind für sie zugelassen. Doch manche Dresdner Eltern hadern noch mit einer Entscheidung. Inzwischen wurden in Dresden insgesamt 15.370 Menschen im Alter von 12 bis 17 Jahren geimpft, so das SMS.

Die Kassenärztliche Vereinigung zählte in den Hausarztpraxen bei Kindern und Jugendlichen bisher 8.159 Erstimpfungen und 6.472 Zweitimpfungen.

Soll es nach der Schließung des Impfzentrums am Freitag in Dresden ein anderes zentrales Impfcenter geben?

Gemäß des Kabinettsbeschlusses vom 15. Juni 2021 schließen die 13 sächsischen Impfzentren Ende September. Am Freitag auch das in Dresden. "Nach Schließung der Impfzentren werden die niedergelassenen Ärzte die Hauptakteure des Impfprozesses in Sachsen. Damit geht die Coronaschutzimpfung sukzessive ins medizinische Regelsystem aus Ärzten und Betriebsärzten über, wie dies auch bei anderen Impfungen üblich ist", so das Ministerium.

Symbolischer Dank mit dem Faustgruß: Gesundheitsbürgermeisterin Dr. Kristin Claudia Kaufmann (Die Linke) und der Leiter des Impfzentrums Dresden vom DRK.
Symbolischer Dank mit dem Faustgruß: Gesundheitsbürgermeisterin Dr. Kristin Claudia Kaufmann (Die Linke) und der Leiter des Impfzentrums Dresden vom DRK. © Marion Doering

An den Standorten Trachau und Friedrichstädter Klinikum soll es Impfangebote für Kinder und Jugendliche sowie beratungsintensivere ältere Menschen geben, erklärt Gesundheitsbürgermeisterin Kristin Klaudia Kaufmann (Linke). Man sei auch in Gesprächen mit dem Uniklinikum, außerdem seien die mobilen Impfteams des DRK weiter im Einsatz. Ein lokaler Ansatz, um allen Dresdnern eine Impfmöglichkeit zu bieten, sei also vorhanden, so Kaufmann weiter.

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