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Tausende Dresdner in ihren Firmen geimpft

Die Unternehmen und Behörden in der Stadt setzen auf eigene Impfkampagne statt zu warten.

Tausende Dresdner sind schon geimpft.
Tausende Dresdner sind schon geimpft. © Wolfgang Kumm/dpa

Dresden. Impfen rettet Leben in der Corona-Pandemie. Doch längst nicht alle Dresdner hatten bisher die Chance, im Impfzentrum oder beim Hausarzt dran zu kommen. Jetzt starten immer mehr Firmen und Behörden ihre eigenen Aktionen. Um eine Impfkampagne zu beginnen, ist die Abstimmung mit dem DRK und dem Sächsischen Sozialministerium nicht zu umgehen.

TU Dresden

In dieser Woche hat die TU Dresden mit der Impftermin-Buchung für Beschäftigte begonnen. "Innerhalb von fünf Minuten waren alle Termine vergeben", so Sprecherin Claudia Kallmeier. Am kommenden Montag soll - beginnend mit 150 Dosen - zum ersten Mal geimpft werden.

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Alle Mitarbeiter können das Angebot in Anspruch nehmen, dazu studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte. Ermöglicht wird das Impfen an der TU durch eine Kooperation mit der Praxis für Allgemein- und Arbeitsmedizin von Antonio Kantchew-Haustein unter Mitwirkung des Gesundheitsdienstes. Die Impfungen finden ab 14. Juni jeden Montag im Hörsaalzentrum statt. Die Terminvergabe findet ausschließlich online über das Terminbuchungstool der Uni statt. Verimpft wird bis auf Weiteres ausschließlich Biontech, so die TU.

Oberlandesgericht

Auch am Oberlandesgericht Dresden gab es eine Impfaktion für Mitarbeiter gemeinsam mit dem DRK Sachsen , so Sprecherin Birgit Keeve auf SZ-Anfrage. Die Impftermine für die Erst- und Zweitimpfung fanden im Mai im Prozessgebäude des Oberlandesgericht Dresden auf dem Hammerweg. "Rund 110 Mitarbeiter des Amtsgerichts Dresden nahmen dieses Impfangebot an", so Keeve.

Infineon

Bei Infineon sehe man in der Impfung einen wichtigen Schritt zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, sagt Sprecher Christoph Schumacher. "Der Konzern hat daher an vielen Standorten lokale Impfkampagnen vorbereitet und ermuntert die Mitarbeiter ausdrücklich, dieses Angebot anzunehmen", betont er. In einer ersten Lieferung habe Infineon Dresden 180 Impfdosen erhalten. Am vergangenen Freitag konnten die Mitarbeiter im Intranet daher aus zunächst 180 Terminen wählen, um eine Erstimpfung zu buchen. "Diese ersten 180 Termine waren innerhalb weniger Minuten ausgebucht. Am Mittwochmorgen haben wir mit der Impfung der Mitarbeiter begonnen", sagt er.

Infineon Dresden verfügt wie alle Fertigungsstandorte des Konzerns über ein Medical Service Center mit einem festangestellten Betriebsarzt und ausgebildeten Krankenschwestern. "In den vergangenen Wochen haben wir auf dem Firmengelände ein Impfzentrum aufgebaut mit Platz für Aufklärungsgespräche und Ruheräume sowie der nötigen Infrastruktur, um allen 2.800 Mitarbeitern von Infineon Dresden ein Impfangebot machen zu können", so Schumacher.

Zurzeit wisse er noch nicht, wann die nächste Lieferung eintreffen wird und wie viele weitere Impfdosen seine Firma erhalten werden. "Davon ist abhängig, wann wir die nächsten Impftermine anbieten und wie schnell wir die Mitarbeiter am Standort Dresden impfen können", sagt der Infineon-Sprecher.

Elbe Flugzeugwerke

Die Elbe Flugzeugwerke (EFW) haben bereits Ende Mai begonnen, sich um Impfangebote für Mitarbeiter zu kümmern. Die Termine in den Impfzentren seien schnell vergeben, auch Hausärzte hätten nicht genug Impfstoff, teilt das Unternehmen mit. Daher habe man entschieden, in Zusammenarbeit mit Hausarztpraxen und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) Corona-Schutzimpfungen anzubieten. Für Mai und Juni habe man sich 645 Impfdosen von Biontech/Pfizer, Astrazeneca, Moderna und Johnson & Johnson sichern können. Diese reichten für etwa 40 Prozent der Belegschaft. „Der Zuspruch ist groß, alle bisher angebotenen Termine waren schnell ausgebucht und wurden durch die Mitarbeiter vollumfänglich genutzt“, heißt es. „Das zeigt den hohen Bedarf, gerade auch rechtzeitig vor dem Sommerurlaub geschützt zu sein.“ Dabei bleibe es jedoch eine persönliche Entscheidung, sich mit den neuen Wirkstoffen impfen zu lassen. Die hohe Impfbereitschaft im Unternehmen wirke sich natürlich positiv auf das Umfeld aus, so die EFW. Zählt man die Mitarbeiter dazu, die sich über Praxen und das Impfzentrum impfen lassen, könnten bis Ferienbeginn weit über die Hälfte der Mitarbeiter durchgeimpft sein.

Stadtverwaltung

Die Dresdner Stadtverwaltung hat Beschäftigten der Kernverwaltung und der Eigenbetriebe Impfungen angeboten. Dazu gehören Mitarbeiter der Bürgerbüros, die täglich Kontakt zu Kunden haben, die zum Beispiel einen neuen Personalausweis beantragen. Somit konnten in Zusammenarbeit mit dem DRK bis Ende Mai mehr als 1.500 Mitarbeiter geimpft werden. Die Zweitimpfungen beginnen ab 15. Juni, so Stadtsprecher Kai Schulz. Danach sei die Impfaktion abgeschlossen.

„Die meisten unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben zahlreiche Kontakte zu den Bürgerinnen und Bürgern“, begründete Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) die Impfaktion. „Um die Risiken für Ansteckungen weiter zu minimieren, ist es sinnvoll, dass die Beschäftigten schnellstmöglich geimpft werden." Mit der Aktion sollte außerdem der Termindruck in den Impfzentren nicht weiter erhöht werden. Die Stadtverwaltung zählt mehr als 7.000 Beschäftigte. Ein Teil davon ist bereits des Berufs wegen geimpft worden. Dabei handelt es sich um Ärzte und Pflegekräfte des Städtischen Klinikums, aber auch Rettungssanitäter und Feuerwehrleute. Die verbleibenden Mitarbeiter, die eine Impfung wünschen, müssen sich im Impfzentrum oder bei ihrem Hausarzt um einen Termin bemühen.

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SachsenEnergie

Auch SachsenEnergie hat eine eigene Impfkampagne gestartet. "2.700 Mitarbeiter der TWD-Gruppe werden durch die unternehmenseigene Impfstrecke im Impfzentrum bis zum 18. Juni durchgeimpft sein" , so Sprecherin Nora Weinhold.

Für den logistisch reibungslosen Ablauf wurde in Absprache mit dem DRK eine zusätzliche Impfstrecke direkt im Dresdner Impfzentrum geschaffen. "Als Kommunalversorger tragen wir Verantwortung für die Gesellschaft und unsere Mitarbeiter gleichermaßen. Durch sie wird die tägliche Daseinsvorsorge von stabiler Strom-, Gas-, Wasser- und Wärmeversorgung hin zur Absicherung des öffentlichen Personennahverkehrs für Dresden und Sachsen maßgeblich am Laufen gehalten."


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