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Roland Kaiser: "Wir haben nur eine Chance"

Der Schlagerstar spricht über die abgesagte Kaisermania in Dresden, Corona-Impfungen, seine Pläne für dieses Jahr und seine Hoffnungen für 2022.

Roland Kaiser vermisst die Kaisermania in Dresden, hat jedoch Verständnis für die Absage.
Roland Kaiser vermisst die Kaisermania in Dresden, hat jedoch Verständnis für die Absage. © kairospress

Dresden. So schnell wird es Roland Kaiser nicht langweilig, auch ohne seine geliebten Live-Auftritte. Am Freitagabend nimmt er in Leipzig an seiner Benefiz-Sendung für die Hochwasseropfer im Westen Deutschlands teil. Zwischen den Proben spricht der 69-jährige Schlagerstar mit der SZ über die jüngst abgesagt Kaisermania in Dresden. Die Termine für das kommende Jahr stehen zwar noch nicht fest, doch die Hauptfigur ist bereits fest entschlossen.

Herr Kaiser, wie lange haben Sie selbst an die Kaisermania 2021 geglaubt?

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Als die Inzidenzzahlen im Verlaufe des Jahres immer weiter sanken, wuchs bei uns die Hoffnung, dass wir das hinbekommen könnten, aber durch die neuerliche Steigerung war klar, dass das nicht einfach werden würde. Letztlich konnte das Event leider nicht alle Anforderungen der Behörden erfüllen. Man muss sich diesen Maßnahmen letztlich beugen. Am Ende lag es nicht mehr in meiner Hand.

Können Sie alle Entscheidungen der Politik in diesen Tagen nachvollziehen?

Das ist schwierig. Einerseits heißt es, wir wollen versuchen, die Inzidenzzahlen nicht mehr als alleiniges Kriterium heranzuziehen, um bestimmte Maßnahmen zu treffen. Auf der anderen Seite wird bei steigenden Zahlen dann aber doch wieder vieles unmöglich gemacht. Ich kann da nicht immer alles verstehen.

Bis 2019 feierten in jedem Sommer Tausende Kaiser-Fans wilde Partys am Elbufer.
Bis 2019 feierten in jedem Sommer Tausende Kaiser-Fans wilde Partys am Elbufer. © Ronald Bonß

Sehen Sie einen Ausweg aus diesem Dilemma?

Wir haben nur eine Chance: Die Chance, dass sich die Menschen impfen lassen und wir dadurch die so oft erwähnte Herdenimmunität erreichen, um dann wieder zum normalen Leben zurückzukehren. Wenn das dafür notwendig ist, dann sollten die Menschen das auch tun, finde ich. Ich bin übrigens vollständig geimpft.

Wie sehr hat Sie die Absage der Kaisermania getroffen?

Natürlich hätte ich gern gespielt. Das tut mir für das Publikum genauso leid, wie für uns, die auf der Bühne stehen. Aber wenn eine solche Veranstaltung wie die Kaisermania, die eine Marke geworden ist, nur noch unter äußerst widrigen Umständen umzusetzen wäre, dann sollte man doch lieber zu dem Schluss kommen: Lasst sie uns im nächsten Jahr in gewohnter Art und Weise nachholen, die unsere Fans so kennen und so lieben.

Hätten Sie auch eine Kaisermania im Stadion befürwortet?

Ich glaube, dass die Kaisermania ans Elbufer gehört. Da ist sie geboren und dort sollte sie bleiben.

Welche Reaktionen haben Sie erreicht?

Überwiegend positive. Die Menschen sagen, gut okay, dann sehen wir uns im nächsten Jahr wieder. Dabei darf man nicht vergessen: Diese Fans hatten die Karten bereits 2019 gekauft, das ist dann drei Jahre her.

Würden Sie sich im kommenden Sommer auch sechs Kaisermania-Auftritte in Dresden zutrauen, wenn das möglich ist?

Wir wollen das probieren und an die Stadt herantreten, ob wir das realisieren können. Nach dem Motto: Dresden, meine Stadt, kannst du mir nicht zum runden Geburtstag ermöglichen, noch zwei, drei Auftritte dranzuhängen?

Kommendes Jahr werden Sie 70. Da würden andere eher ans Kürzertreten denken.

Ich nicht, und ich hatte auch in den vergangenen Monaten immer zu tun. Wir haben ein neues Weihnachtsalbum produziert, welches in diesem Herbst erscheinen wird, ebenso wie meine Autobiografie. Da ist viel passiert im Hintergrund. Was mir aber fehlt, ist der Kontakt zu meinem Publikum und meinem Team auf und hinter der Bühne.

Sind Album und Buch auch als kleiner Trost für die Fans gedacht?

Nein, Sie können ein Konzerterlebnis damit nicht kompensieren. Wir freuen uns auf die nächste Konzertreise und hoffen, dass sie möglichst bald kommt.

Auf welchen Live-Bühnen haben Sie dieses Jahr schon gestanden?

Auf keiner.

Was ist mit den Konzerten in Erfurt und Kamenz Ende August?

Wir sind auch dort in Gesprächen mit den örtlichen Gesundheitsbehörden und müssen auch dort auf Entscheidungen warten, die noch nicht gefallen sind. Sobald wir mehr wissen, werden wird das natürlich bekannt geben.

Haben Sie die Befürchtung, dass zwei Jahre ohne Kaisermania die Marke beschädigen könnten?

Das glaube ich auf keinen Fall. Wenn wir die Kaisermania im kommenden Jahr wieder so präsentieren, wie die Menschen sie kennen, dann wir die Marke nicht leiden.

Was wollen Sie den traurigen Fans noch mit auf den Weg geben?

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Große Vorfreude auf das nächste Jahr, die nächsten Konzerte und natürlich die Kaisermania 2022. Darüber hinaus hoffe ich auch sehr, dass wir im Herbst dieses Jahres unsere Arena-Tournee planmäßig am 17. September starten können. Wir werden die Normalität zurückgewinnen. Wir müssen nur alle unseren Beitrag dafür leisten.

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