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Kaisermania: Darum hat Dresden nicht ja gesagt

Nach Absage des Kultevents mit Roland Kaiser am Dresdner Elbufer begründet die Verwaltung ihren Standpunkt - und spricht von einer entscheidenden Bedingung.

Mehr als 10.000 Besucher ohne Abstand bei den Filmnächten? Das wird es in diesem Jahr nicht geben.
Mehr als 10.000 Besucher ohne Abstand bei den Filmnächten? Das wird es in diesem Jahr nicht geben. © Ronald Bonß

Dresden. Die Kaisermania 2021 muss ausfallen. Aber wer trägt die Schuld daran? Der Veranstalter? Die Dresdner Stadtverwaltung? Oder das Coronavirus? Fakt ist: Auch nach wochenlangen Verhandlungen, Abwägungen und Diskussionen Dutzender Möglichkeiten gab es kein tragfähiges Konzept, mit dem alle hätten leben können. Selbst eine neue Location wie das Rudolf-Harbig-Stadion stellte am Ende keine realistische Alternative dar.

So regieren die Kaiser-Fans.

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Im Interview mit der SZ hatte Veranstalter Dieter Semmelmann am Dienstag grundsätzlich Verständnis für die Zurückhaltung der Behörden gezeigt. "Etwas mehr Flexibilität und Mut" habe er sich jedoch gewünscht. "Am einfachsten ist es natürlich, die Bedingungen so weit einzuschränken, dass der Veranstalter am Ende selbst keine Lust mehr hat", sagte Semmelmann.

Auch die Dresdner Stadtverwaltung drückte nun in einer Mitteilung ihr Bedauern über die nötige Absage aus. "Wenngleich das Flair und die ausgelassene Stimmung bei den Konzerten am Elbufer feste Höhepunkte im Veranstaltungskalender der Landeshauptstadt Dresden sind, können diese nur unter Einhaltung der geltenden Vorschriften durchgeführt werden", heißt es.

Auch Roland Kaiser selbst bedauerte die Absage, trug die Entscheidung des Veranstalters jedoch mit.
Auch Roland Kaiser selbst bedauerte die Absage, trug die Entscheidung des Veranstalters jedoch mit. © Sven Ellger

Im Ergebnis der Gespräche mit Semmel sei festgestellt worden, dass die Kaisermania als Stehkonzert nicht mit der aktuellen Corona-Schutzverordnung des Freistaats in Einklang zu bringen sei.

Die aktuell geltende Verordnung besage, dass selbst bei Unterschreitung der Wocheninzidenz von zehn hygienische Standards einzuhalten sind. Dazu zählen insbesondere der Zugang nur für vollständig geimpfte, genesene oder tagesaktuell getestete Personen, die Begrenzung der Besucherzahl, die Kontakterfassung und die Einhaltung von Mindestabständen.

Vor allem am letzten Kriterium biss sich der Kaisermania-Veranstalter die Zähne aus. Selbst sein finaler Vorschlag, ausschließlich vollständig geimpften und genesenen Personen den Zugang zu ermöglichen, wurde vom Gesundheitsamt abgelehnt.

Einerseits sei die Impfquote der Bevölkerung in Sachsen mit 42,9 Prozent (Stand 18. Juli 2021) noch nicht so hoch, als dass nicht bei Großveranstaltungen auch geimpfte oder genesene Personen mögliche Corona-Infektionen weitertragen könnten, heißt es.

Andererseits sei es auch bei dieser Variante nicht möglich, alle anderen Schutzmaßnahmen gänzlich außer Acht zu lassen, was in diesem Fall "ein nachvollziehbarer, aber nicht umsetzbarer Wunsch" des Veranstalters gewesen sei.

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Mindestabstände und die Pflicht zum Tragen einer Maske abseits des eigenen Platzes sowie die Kontakterfassung müssten nach dem Wortlaut der Corona-Schutzverordnung Bestandteile eines Hygienekonzeptes bleiben.

Am Ende habe Semmel sich selbst gegen die Einreichung eines angepassten Konzeptes entschieden, sodass es seitens des Gesundheitsamtes weder einer Genehmigung noch eines Verbots bedurft hätte.

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