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So soll der neue Kaufpark Nickern aussehen

Investor Kurt Krieger, der auch den Elbepark in Dresden betreibt, hat das Einkaufscenter übernommen und plant dort etwas ganz Neues.

Das Gebäude soll nach dem Willen des neuen Eigentümers abgerissen werden.
Das Gebäude soll nach dem Willen des neuen Eigentümers abgerissen werden. © René Meinig

Dresden. Er ist in die Jahre gekommen, der Kaufpark Nickern an der Dohnaer Straße in Dresden. Obwohl erst vor 24 Jahren, von 1992 bis 96, gebaut, ist das Haus samt Technik verschlissen. Seit vorigem Jahr gibt es einen neuen Eigentümer, er heiß Kurt Krieger. Er hatte Mitte des vergangenen Jahres den Kaufpark Nickern von der Hamburger Redos-Gruppe erworben. Allerdings hat er die Option, noch bis Ende März von diesem Vertrag zurückzutreten, sagt Andreas Uhlig, der Geschäftsführer der CMC, der Fachmarktzentren der Krieger Holding in Deutschland.

Kurt Krieger ist in Dresden kein Unbekannter, der Unternehmer betreibt den Elbepark. Am Mittwochabend sorgte er für einen Paukenschlag im Bauausschuss, wo er seine Pläne für den Kaufpark vorstellte. Den will er nämlich komplett abreißen und neu bauen. Schon 2025 soll alles fertig sein. Er will nur dann nicht vom Kaufvertrag zurücktreten, wenn die städtischen Gremien seinen Plänen zustimmen.

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TK Maxx soll mit einziehen

In seiner Präsentation sagt Krieger, dass sich der jetzige Kaufpark auf dem "direkten Weg in die Verslumung" befinde und einen "hässlichen Stadteingang" bilde. Das Parkhaus müsse abgerissen werden, die Technik sei völlig überholt und die funktionelle Konzeption gestatte keinen zukunftsweisenden Betrieb.

Deshalb plant Krieger den Neubau von drei Gebäuden. In das erste links vom Eingang an der Dohnaer Straße sollen im Erdgeschoss eine Bäckerei mit angeschlossenem Café und eine Apotheke einziehen, in den zwei darüberliegenden Geschossen ein Kinderland.

Im zweiten Gebäude rechts vom Eingang sollen TK Maxx und H&M die Ankermieter sein, deren Flächen über das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss verlaufen. In den oberen Stockwerken sind ein Fitnessstudio, ein Ärztehaus und weitere Büros vorgesehen.

In der Mitte ist eine große Mall mit einer großen Gastronomie-Landschaft mit viel Lichteinfall geplant. Kaufland und Media-Markt werden auch wieder als Anbieter dabei sein.

So soll der neue Kaufpark Nickern aussehen.
So soll der neue Kaufpark Nickern aussehen. © Visualisierung: Krieger Liegenschaften

Busparkplatz für tschechische Kunden

Geparkt werden soll künftig auf dem Dach und ebenerdig. 1.330 Plätze sind es auf dem Dachbereich, 570 ebenerdig. Zusätzlich soll ein Busparkplatz für tschechische Kunden gebaut werden.

Die Dächer sollen begrünt und mit einer großen Photovoltaikanlage ausgestattet werden. Beheizt wird das Center durch eine Holzpelletheizung, so der Plan.

Insgesamt wird der neue Kaufpark wie vorher schon rund 70.000 Quadratmeter Fläche bieten, wie aus der Präsentation hervorgeht.

Straffer Zeitplan

Krieger legt ein ordentliches Tempo vor. In diesem und dem kommenden Jahr will er das Baurecht für den Neubau erlangen und den ehemaligen Baumarkt und das Parkhaus abreißen lassen. 2023/24 ist der Neubau von Kaufland, Media-Markt und Müller bis zum Mitteleingang vorgesehen. Diese Geschäfte sollen bis zum Spätsommer 2023 umgezogen sein.

2024 erfolgt nach dem Plan der Abriss der zweiten Hälfte des alten Kaufparkes und die Fertigstellung der Neubauten. Bereits zum Jahreswechsel 2024/25 sieht Krieger das Fachmarktcenter wieder voll in Betrieb. Zwischen 260 und 300 Millionen Euro Investitionssumme fließen in den Neubau. Dazu kommt der Kaufpreis des alten Centers, der bei 140 Millionen Euro liegen soll, wie im Bauausschuss bekannt wurde.

Andreas Uhig benennt ganz klar, warum es so schnell gehen muss: "Uns laufen die Mieter davon, wenn wir nichts unternehmen, so schlecht ist der Zustand des Hauses. Noch stehen sie bereit, aber wir wissen angesichts der Situation im Handel nicht, wie lange das noch so sein wird."

Deshalb wolle man jetzt schnell mit der Stadt nach einer Lösung suchen, es seien auch rechtliche und Verkehrsfragen zu klären. "Wenn es ein normales B-Plan-Verfahren wird von zwei, drei Jahren Länge, ist das Projekt wahrscheinlich nicht machbar", sagt der CMC-Geschäftsführer.

Ob der neue Kaufpark jedoch so kommt, hängt davon ab, wie die Stadträte und die Verwaltung das Projekt beurteilen und wie schnell es bearbeitet wird. Im Bauausschuss wurde es mit Interesse aufgenommen. "Ich bin allerdings entsetzt, wie schnell so ein Center verschleißt und wie wenig nachhaltig diese Bauten sind", sagt Linken-Stadtrat Tilo Wirtz. Zudem ziehe der Kaufpark viele tschechische Kunden an, die lange Wege mit dem Auto für den Besuch zurücklegen. Ökologisch sei das fragwürdig.

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Dabei stößt die Idee mit den begrünten Dächer und der Photovoltaikanlage auf Zustimmung bei Thomas Löser, Stadtrat und Landtagsabgeordneter der Grünen. Der hat allerdings Zweifel, ob der Zeitplan realistisch ist.

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