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Konkurrenz auf Dresdner Hotelmarkt wird härter

Die Hotelbranche wartet auf einen Neustart nach Corona. Mehrere Ketten planen bereits, in Dresden Fuß zu fassen. Ein Überblick über die Neueröffnungen.

Mehrere Hotelketten wollen in Dresden neue Hotels eröffnen.
Mehrere Hotelketten wollen in Dresden neue Hotels eröffnen. © Sven Ellger (Symbolbild)

Dresden. Das Hotelgeschäft in Dresden liegt aktuell am Boden. Urlaubsreisen sind verboten. Sachsen erlaubt nur Übernachtungen aus notwendigen beruflichen, medizinischen oder sozialen Anlässen, wie es in der Corona-Schutzverordnung heißt. Die Branche setzt ihre Hoffnungen auf einen Neustart. Dieser dürfte allerdings mit einer noch stärkeren Konkurrenz einhergehen. Denn in diesem Jahr sollen mehr als 800 weitere Hotelzimmer mit über 1.000 Betten auf den Markt kommen.

Denn laut Dresden Marketinggesellschaft (DMG) haben mehrere Hotelketten vor, nach Dresden zu kommen oder ihr Engagement in der Stadt auszubauen. Allein in diesem Jahr sollen fünf neue Häuser öffnen. Als Teil der Hafencity an der Leipziger Straße entsteht das Arcotel mit mehr als 180 Zimmern. Ursprünglich war die Eröffnung im Herbst vergangenen Jahres vorgesehen. Der Start ist laut Betreiber nun für Anfang Februar geplant.

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Die Corona-Schutzimpfung ist gestartet. Zunächst allerdings nur für Menschen, die zur Gruppe der höchsten Priorität gehören.

Wohnen in der alten Ölmühle

Auch im Zentrum wird das Übernachtungsangebot ausgebaut. Im neuen Simmel-Haus, das aktuell entsteht, will sich die Meininger-Hotelgruppe mit Sitz in Berlin und London niederlassen. Vorgesehen sind 173 Zimmer mit 704 Betten, so die DMG. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich im Sommer zu Ende sein.

In direkter Nachbarschaft wird derzeit das Quartier Palais Hoym wiedererrichtet. Dort soll ein Hostel eröffnen mit 200 Betten. Laut DMG ist die Eröffnung für Ende des Jahres beziehungsweise Anfang 2022 geplant. Einen Betreiber nennt die Marketinggesellschaft noch nicht.

Hotel-Zuwachs erhält auch die Dresdner Friedrichstadt. In der Adlergasse, nicht weit vom Bahnhof Mitte entfernt, möchte die Prizotel-Gruppe ab der zweiten Jahreshälfte Gäste beherbergen. Der Altbau, die ehemalige Ölmühle, soll Teil des Hotels mit 125 Zimmern werden. Das Unternehmen betreibt bereits Hotels in Hamburg, München, Bremen, Hannover und Erfurt.

In Dresden plant die Gruppe einen weiteren Hotelstandort. Kommendes Jahr sollen Gäste auch an der Hansastraße übernachten können. Noch steht das Haus nicht. Auf dem Gelände befand sich früher das Porsche-Autohaus. Für diesen Standort nennt Prizotel 213 Zimmer.

Mit etwas Verspätung möchte in diesem Jahr das Moxy-Hotel am Neustädter Bahnhof starten. Die Marke ist Teil der internationalen Marriott-Hotelgruppe. An der Dr.-Friedrich-Wolf-Straße sind 162 Zimmer vorgesehen.

Mehr als 1.000 weitere Betten auch 2022 geplant

Auch 2022 soll der Hotelmarkt weiter wachsen. Zusätzliche Zimmer: 778. Neben dem Prizotel an der Hansastraße planen Hampton by Hilton (Ringstraße), Premier Inn (Wöhrl Plaza) und Stayery (Großenhainer Straße) weitere Herbergen in Dresden. im Lucknerpark ist außerdem die Eröffnung des Schlosshotels vorgesehen.

Laut DMG sei nicht nur das Bettenangebot in den vergangenen Jahren gewachsen, sondern auch die Nachfrage. Zwischen 2010 und 2019 stieg die Zahl der angebotenen Betten um rund 27 Prozent. Im selben Zeitraum konnten die Hoteliers 33 Prozent mehr Übernachtungen verbuchen. Die Bettenauslastung sei um 6,7 Prozent gestiegen.

Laut einer Analyse des Dresdner Hotelmarktes waren 2019 rund 52 Prozent aller Gäste Urlauber, 33 Prozent Geschäfts- und 15 Prozent Gruppenreisende. Mehr als drei Viertel buchten in Hotels mit drei Sternen und mehr. Typisch für Städtereisende: Nur ein Prozent buchte All-Inclusive-Verpflegung. Dagegen legten 77 Prozent wert auf ein Frühstück im Hotel, in der Pension oder in der Ferienwohnung.

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