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Künstlerkaiser Wilhelm malt sächsischen Hofstaat

Der Maler Esteban Velázquez von Wilhelm stammt aus Venezuela und hat ein großes Faible für den deutschen Adel. Gerade stellt er auf dem Dresdner Neumarkt aus.

Durchblick trotz Augenklappe: der Künstler Esteban Velázquez von Wilhelm.
Durchblick trotz Augenklappe: der Künstler Esteban Velázquez von Wilhelm. © Lorenzo Capunata / PR

Dresden. Angefangen hat alles unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Schon als Kind bemalte Esteban Velázquez von Wilhelm heimlich die Fliesen im Keller seines Elternhauses in Venezuela mit Temperafarbe und bekam dafür Schelte von der Mutter. Heute bemalt der Künstler Steinplatten und stellt sie aus.

Noch bis Sonntag ist auf dem Neumarkt seine Kunstinstallation "von Wilhelms Goldene Steine in Dresden" zu sehen – 100 vergoldete Steinplatten mit zeitgenössischen Ölporträts des sächsischen Hofstaates.

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Den studierten Historiker fasziniert die Adelsgeschichte Sachsens, seit er 2016 nach Dresden kam. Zunächst lebte er im Flüchtlingsheim. Diese Zeit sei für ihn dunkel und deprimierend gewesen, erzählt er. Inzwischen fühlt er sich hier zu Hause und freut sich über die Freiheit, die er als Künstler genießt.

Esteban Velazquez von Wilhelm auf dem Neumarkt.
Esteban Velazquez von Wilhelm auf dem Neumarkt. © privat

"Wäre es nach meinen Eltern gegangen, hätte ich Ingenieur werden sollen. Aber ich hasse Büros." Stattdessen entzog er sich der familiären und politischen Enge und arbeitet an seinen Plänen. Irgendwann will er sämtliche Angehörige deutscher Adelsgeschlechter porträtieren. Die Vermarktung seiner Kunst stehe nicht im Vordergrund, sagt er. "Aber wenn ich hier das erste Werk gut verkaufe, schicke ich den Menschen in Venezuela eine Spende. Denn es geht ihnen sehr schlecht."

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Über die Reaktionen der Besucher auf dem Neumarkt freut sich Esteban Velázquez von Wilhelm. "Die Leute kommen beim Betrachten meiner Porträts miteinander ins Gespräch. Das hatte ich gar nicht erwartet." Wilhelm ist übrigens sein Nachname mütterlicherseits. Das "von" hat er sich als Künstlername dazugeschrieben.

Die Ausstellung ist Teil des NIB Art Festivals im Rahmen des Palaissommers, das am Wochenende auch Livemusik und Talk auf den Neumarkt bringt: www.palaissommer.de

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