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An eigener Stieftochter vergangen

Ein 45-jähriger Gebäudereiniger aus Dresden hat wiederholt seine Stieftochter missbraucht und dabei auch fotografiert. Nun endete der Prozess am Landgericht.

Ein 45-Jähriger Mann wurde nun am Landgericht Dresden wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in zwölf Fällen verurteilt. Er konnte seinen Kindern eine Aussage vor Gericht nicht ersparen.
Ein 45-Jähriger Mann wurde nun am Landgericht Dresden wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in zwölf Fällen verurteilt. Er konnte seinen Kindern eine Aussage vor Gericht nicht ersparen. © Symbolfoto: Rene Meinig

Dresden. Im Mai wurde Daniel D. von seiner Tochter dabei erwischt, wie er sich nachts mit dem Po ihrer älteren, damals 14 Jahre alten Schwester beschäftigt hatte. Das Kind berichtete der Mutter von dem Missbrauch – so kam das Ermittlungsverfahren in Gang und der 45-jährige Gebäudereiniger wurde wenig später verhaftet.

Nach einem dreiwöchigen Prozess vor dem Landgericht Dresden wurde D. nun unter anderem wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern beziehungsweise Schutzbefohlenen in zwölf Fällen verurteilt. Er erhielt eine Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren.

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Sexualisierte Gewalt über zwei Jahre

Nach Überzeugung des Gerichts hatte sich der Angeklagte über rund zwei Jahre immer wieder an seiner Stieftochter vergangen und die Übergriffe auch teilweise fotografiert. Daniel D. habe nicht alle der 30 Vorwürfe aus der Anklage gestanden, sagte die Vorsitzende Richterin Monika Müller. Er habe jedoch schon in seinen Polizeivernehmungen auch Übergriffe eingeräumt, die man ihm nicht hätte nachweisen können. Daher habe das Gericht dem Mann das Geständnis „hoch angerechnet“.

Dennoch hatten die Aussagen des 45-Jährigen nicht ausgereicht, um seiner Stieftochter und ihrer jüngeren Schwester eine Vernehmung im Gerichtssaal zu ersparen. Die Kinder und auch noch weitere Geschwister wurden unter Ausschluss der Öffentlichkeit als Zeugen vernommen. Neben der sexualisierten Gewalt ging es in einem Fall auch um Körperverletzung zum Nachteil der Lebensgefährtin des Angeklagten.

Das zur Tatzeit zwölf bis 14 Jahre alte Opfer sei traumatisiert und werde viele Jahre damit zu tun haben, die Taten zu verarbeiten, sagte Müller. Es habe den Angeklagten als seinen Vater angesehen. D. habe das Vertrauen des Kindes ausgenutzt.

Vater von elf Kindern

Der Angeklagte hatte offenbar zahlreiche Kameras in seiner Wohnung versteckt, auch im Bad und in einem Kinderzimmer. Daniel D. selbst ist Vater von insgesamt elf Kindern. Er lebte mit seiner Partnerin und deren neun Kindern zusammen, davon fünf gemeinsamen. Er ist einschlägig vorbestraft.

Die Staatsanwältin hatte für D. eine geringfügig höhere Freiheitsstrafe von sechs Jahren und acht Monaten gefordert. Der Verteidiger hielt eine Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren für ausreichend.

Anders als die Anklage wertete das Gericht das Erstellen der Fotos als Teil der Missbrauchstaten, sodass die Anzahl der verurteilten Vorwürfe deutlich niedriger ausfiel als in der Anklageschrift. Tatsächlich wurde D. jedoch nur in einigen wenigen Fällen, die sich nicht nachweisen ließen, freigesprochen. An der Höhe der Gesamtfreiheitsstrafe änderte sich das jedoch nicht nennenswert.

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