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Langes Warten auf einen Dresdner Fußweg

Seit 16 Jahren kämpfen Anwohner der Leubnitzer Höhe für einen Fuß- und Radweg. Warum sie ein weiteres Jahr warten müssen.

Carsten Hobrack, Vorsitzender vom Siedlerverein, mit Enkelin Melissa, Frieder Hain (r.) und Matthias Lommatzsch. Die Vereinsmitglieder machen sich seit Jahren dafür stark, dass an der Leubnitzer Höhe ein ordentlicher Fußweg geschaffen wird.
Carsten Hobrack, Vorsitzender vom Siedlerverein, mit Enkelin Melissa, Frieder Hain (r.) und Matthias Lommatzsch. Die Vereinsmitglieder machen sich seit Jahren dafür stark, dass an der Leubnitzer Höhe ein ordentlicher Fußweg geschaffen wird. © Marion Doering

Dresden. Vor zehn Jahren eröffnete an der Goppelner Straße auf der Leubnitzer Höhe ein neuer Supermarkt. Ein Segen für die Senioren und Familien, die auf der Anhöhe im Dresdner Süden zu Hause sind. Ein Einkauf zu Fuß ist allerdings weniger ratsam, denn einen ausgebauten Gehweg gibt es in diesem Bereich nicht. "Besonders schlimm ist es, wenn es geregnet hat", berichtet Carsten Hobrack. "Dann ist der Trampelpfad neben der Straße richtig schlammig." Hobrack wohnt in der Holzhaussiedlung an der Koloniestraße und ist Vorsitzender des Siedlervereins.

Seit 16 Jahren kämpfen er und seine Mitstreiter, alles Anwohner des Wohngebietes, um eine ordentliche Fußwegverbindung von ihrer Siedlung in Richtung Stadtgrenze. Bislang ohne Erfolg. Dabei betrifft das Problem immer mehr Menschen. Neben dem Supermarkt hat sich dort in den vergangenen Jahren ein Gewerbegebiet entwickelt, das weiter wächst. Auch die Mitarbeiter müssen, wenn sie mit dem Bus kommen, von der Haltestelle aus im Schlamm und Schotter neben der Fahrbahn in ihre Firmen laufen.

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Problematisches Gehwegprojekt

Dabei mangelte es in den vergangenen Jahren nicht an Ankündigungen, dass der Geh- und Radweg bald kommen werde. 2011, als der Supermarkt eröffnete und das Problem des fehlenden Weges offensichtlich wurde, hieß es aus der Stadtverwaltung, dass die Vorplanungen begonnen haben. Von Beginn an sorgten zwei Aspekte für Probleme: die Finanzierung und Eigentumsverhältnisse jener Flächen, die für den Gehweg gebraucht werden.

2014 folgte ein Beschluss des Bauausschusses, dass der Weg gebaut werden soll. Ein Jahr später bestätigte der damalige Straßenbauchef Reinhard Koettnitz immerhin, dass das Geld für das Bauprojekt eingeplant ist, allerdings sei die Planung noch immer nicht abgeschlossen. Weitere Probleme kamen dazu: das Regenwasser, das von der Straße abgeleitet werden muss, und Autofahrer, die in diesem Abschnitt viel zu schnell unterwegs sind. Eine Verkehrsinsel sollte die Raser zum Bremsen zwingen. All das verzögerte den Baustart weiter. Nachdem es lange ruhig um das Vorhaben war, teilte die Stadt 2019 mit, dass im Sommer 2018 die Planungen fortgesetzt werden konnten.

Fußweg Fehlanzeige: Wer auf der Leubnitzer Höhe in Höhe des Supermarktes zu Fuß unterwegs ist, sollte bei regnerischem Wetter besser festes Schuhwerk tragen.
Fußweg Fehlanzeige: Wer auf der Leubnitzer Höhe in Höhe des Supermarktes zu Fuß unterwegs ist, sollte bei regnerischem Wetter besser festes Schuhwerk tragen. © Marion Doering

Mario Schmidt, der für die CDU als Stadtrat im Bauausschuss sitzt, begleitet dieses Thema seit 2014, anfangs noch als Prohliser Ortsbeirat. Anfang dieses Jahres hakte er bei der Stadtverwaltung nach, wollte wissen, wie es um das Gehwegprojekt bestellt ist. Tatsächlich keimte angesichts der Antwort Hoffnung auf. Die Gespräche mit allen Grundstückeigentümern seien geführt und zum Teil erfolgreich abgeschlossen, auch die Entwurfsplanung liege vor.

Anfang Mai fragte Mario Schmidt erneut nach - und nun stellt sich die Lage etwas anders dar. Denn Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) teilt auf seine Anfrage mit, dass bei einer Voranfrage alle Eigentümer signalisiert hätten, ihre entsprechenden Grundstücke zu verkaufen - nun allerdings einer der Eigentümer den Verkauf doch abgelehnt hat. Nur mit einem Besitzer wurde ein Kaufvertrag geschlossen. "Die restlichen Kaufverträge werden auf Wunsch der Eigentümer erst nach Bauende und auf Grundlage der daran anschließenden Vermessung geschlossen", so Hilbert. Von ihnen liegen zumindest die Einverständniserklärungen vor.

Auf Schmidts Frage, warum der Eigentümer sich vom Verkauf zurückgezogen hat, teilt Hilbert mit, dass er die benötigten Flächen nur im Tausch gegen ein anderes Grundstück abgeben wolle. Doch darauf will sich die Stadt offenbar nicht einlassen. Stattdessen soll die Fahrbahn in diesem Bereich auf 5,10 Meter eingeengt werden und die Bushaltestelle in Richtung Stadtgrenze verlegt werden. Hinter der Stadtgrenze gibt es übrigens seit vielen Jahren einen gut ausgebauten Geh- und Radweg, der über die Autobahn 17 hinüber nach Goppeln führt.

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