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Letzte Arbeiten an der Semperoper

Bis November wird das Champagnerzimmer saniert. Warum es diesen Namen bekommen hat.

Das Rundfoyer der einstigen Gaststätte im Untergeschoss wird derzeit saniert.
Das Rundfoyer der einstigen Gaststätte im Untergeschoss wird derzeit saniert. © Sven Ellger

Dresden. An der Semperoper sind in diesem Jahr umfangreiche Arbeiten am Eingangsbereich und an der Bühne ausgeführt worden. Sie wurden bis Ende August abgeschlossen. Doch im Untergeschoss sind noch immer Bauleute aktiv. 

Dort sanieren sie das Rundfoyer der einstigen Gaststätte, die seit der Jahrhundertflut 2002 nicht mehr genutzt wird. In dem Zuge wird auch das sogenannte Champagnerzimmer in Richtung Theaterplatz instandgesetzt.

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Der Bereich des Haupteingangs und der Platz vor der Semperoper waren dieses Jahr saniert worden.
Der Bereich des Haupteingangs und der Platz vor der Semperoper waren dieses Jahr saniert worden. © SZ/Peter Hilbert

Für den Namen gibt es dem SIB zufolge zwei Erklärungen. Einerseits soll dort früher Champagner gelagert worden sein. Zum anderen werde erzählt, dass bei der Eröffnung 1985 Staats- und Parteichef Erich Honecker mit anderen Promis in diesem Raum mit dem edlen Tropfen angestoßen hat.

Im Rundfoyer wurden die feuchten Außenwände außen wieder in Ordnung gebracht. Sie sind jetzt fachgerecht geschlossen und abgedichtet, erklärt Sprecher Alwin-Rainer Zipfl vom Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB). Derzeit werden sie von innen getrocknet. 

Zudem installieren Handwerker Heizungs- und Lüftungsanlagen sowie die Beleuchtung. Im kommenden Monat werden die Innenwände zum Abschluss noch einen speziellen Putz erhalten, der etwa nach zwei Jahren ausgetauscht wird, erläutert Zipfl. Dieser sogenannte Opferputz zieht Salz aus den Wänden, der mit der Feuchtigkeit in sie eingedrungen war. 

Maurer Toni Gade arbeitet derzeit im Champagnerzimmer. Dort soll Erich Honecker zur Eröffnung der Semperoper den edlen Tropfen getrunken haben.
Maurer Toni Gade arbeitet derzeit im Champagnerzimmer. Dort soll Erich Honecker zur Eröffnung der Semperoper den edlen Tropfen getrunken haben. © Sven Ellger

Das Champagnerzimmer wird ebenfalls so saniert, dass es dichte Wände bekommt. Dahinter befindet sich ein Stück eines Tunnels in Richtung Schloss. Der Zugang wurde mit einer Mauer verschlossen, sodass keine Feuchtigkeit mehr in die Semperoper eindringen kann. 

Nach Abstimmung mit der Stadt sei das Tunnelstück dann mit Kies verfüllt worden. So bleibt es späteren Generationen noch möglich, die historische Baukonstruktion zu erkunden. Bis November sollen dort alle Arbeiten im Untergeschoss der Semperoper abgeschlossen werden. Dafür investiert der SIB rund 46.000 Euro.

Seit dem Frühjahr war der Bereich des Haupteingangs der Semperoper saniert worden. Dabei mussten die Granitstufen, aber auch Sandsteine im Sockelbereich und Skulpturen abgebaut werden, um Sicherungsarbeiten ausführen zu können. Die Außenwände der Semperoper in Richtung Theaterplatz mussten neu abgedichtet werden. 

Denn die horizontale Abdichtung fehlte. Nachdem sowohl Sandsteine und Treppen neu versetzt und die Skulpturen am Eingang eingehoben waren, kamen zum Schluss Steinsetzer zum Zuge. Sie pflasterten die Flächen vor dem Eingang.

Im Inneren der Semperoper wurde der insgesamt 2.400 Quadratmeter große Bühnenboden komplett erneuert. Die Unterkonstruktion war bis 1985 eingebaut worden. Der Bühnenboden hatte 2006 letztmalig einen neuen Belag erhalten. 

Aber nicht nur aus diesem Grund wurde er erneuert. Auf Grund der höheren Belastungen durch die Bühnentechnik hätte das alte Material nicht mehr den Anforderungen entsprochen.

Dirk Lattermann hatte im August den neuverlegten Schwarzkiefern-Belag auf der Hauptbühne abgeschliffen.
Dirk Lattermann hatte im August den neuverlegten Schwarzkiefern-Belag auf der Hauptbühne abgeschliffen. © Sven Ellger

Die Nebenbühnen im hinteren Bereich hatten neues Parkett bekommen. Der Großteil der Bühne hat jedoch einen besonders tragfähigen Belag aus dreischichtigen Schwarzkiefern-Platten erhalten. 

Schließlich fordert die Semperoper, dass er einer Belastung von 1.000 Kilogramm pro Quadratmeter problemlos standhalten muss. In Österreich wird diese einheimische Holzart schon lange beim Bühnenbau verwendet.

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