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Müllproblem im Dresdner Stadtzentrum gelöst

Mitten in der Altstadt tummelte sich Ungeziefer auf Müllbergen. Wie die Stadt das in den Griff bekommen hat.

Die Müllberge stapelten sich im Innenhof zwischen Wilsdruffer und Ringstraße. In der Sommerhitze war das nicht nur ein optisches, sondern auch ein massives Geruchsproblem.
Die Müllberge stapelten sich im Innenhof zwischen Wilsdruffer und Ringstraße. In der Sommerhitze war das nicht nur ein optisches, sondern auch ein massives Geruchsproblem. ©  privat (Archiv)

Dresden. Im Dresdner Stadtzentrum sorgte in diesem Sommer ein besonders drastischer Fall der mangelnden Müllentsorgung für Aufregung. In einem Hinterhof an der Wilsdruffer Straße stapelten sich immer wieder Dutzende blaue Säcke in einer Müllbox, weil die Tonnen überfüllt waren. Der Anblick: alles andere als appetitlich. Fotos und Videos zeigten, wie sich Ungeziefer in Küchenabfällen vermehrt hatte.

Tausende weißer Maden tummelten sich in und auf den Plastiksäcken, der Geruch zog sich durch den ganzen Hinterhof. Das war nicht nur ein Problem für die Geschäfte, sondern auch für die Anwohner, die zwar in bester Dresdner Lage leben, sich dort aber mit dem Ekel-Müll konfrontiert sahen.

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Da es sich um Gewerbemüll handelt, müssen sich die Laden- und Restaurantbetreiber selbst bei einem Entsorger darum kümmern, dass der Müll abgeholt wird. Dafür haben sie eine eigene Müllbox samt Tonnen. Khaled Al-Abbas, der seit 2018 einen syrischen Lebensmittelladen an der Ringstraße betreibt und seinen Müll von der Stadtreinigung abholen lässt, wehrte sich monatelang gegen den Vorwurf seines Vermieters, dass der Müll mit Essensabfällen von ihm stamme. Letztlich hatte das sogar zur Folge, dass sein Mietvertrag nicht verlängert wurde. Inzwischen ist er in ein neues Geschäft gezogen.

Absolut unappetitlich: In den Müllsäcken tummelten sich weiße, dicke Maden. Im September schaltete sich deshalb die Lebensmittelüberwachung ein.
Absolut unappetitlich: In den Müllsäcken tummelten sich weiße, dicke Maden. Im September schaltete sich deshalb die Lebensmittelüberwachung ein. © privat (Archiv)

Obwohl Al-Abbas nur abgepackte Lebensmittel verkauft und derartige Speisereste wie in den Müllsäcken bei ihm gar nicht anfallen, hat ihm der Vermieter nicht geglaubt und immer wieder darauf hingewiesen, den Müll zu beseitigen. Dabei war seine Mülltonne, die sich in derselben Müllbox mit den Ekel-Säcken befand, sauber entleert, wie sich vor Ort ganz einfach feststellen ließ. Die Tonnen sind jeweils mit den Namen der Geschäfte und Restaurants versehen, sodass der Müll eindeutig zugeordnet werden konnte.

Khaled Al-Abbas ließ nicht locker, machte seinen Vermieter immer wieder auf das Missverständnis aufmerksam. Und schaffte es schließlich mithilfe der SZ, die mehrfach darüber berichtete, dass sich die Stadt mit dem massiven Müllthema mitten in der Altstadt befasste. Ende August teilte die Abteilung Abfallwirtschaft der SZ nach dem Hinweis auf die Maden mit, dass ein Vor-Ort-Termin mit dem Vermieter, dem Lebensmittelüberwachungsamt und den beiden im Fokus stehenden Gewerbetreibenden vorbereitet werde.

Auch Vermieter wurde in die Pflicht genommen

Anfang September fand dieser Termin schließlich statt. Neben Al-Abbas waren auch die Betreiber des türkischen Restaurants Ocakbasi dabei, die sich die Abfallbox mit ihm teilten. Neben Mitarbeitern des Vermieters Deutsche Wohnen und des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes sollten auch Gewerbeabfallberater aus dem Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft den Fall beurteilen.

"Bei der gemeinsamen Begehung wurde angesichts der Missstände eine schnelle Einigung darüber erzielt, dass einige der Unternehmen über zu geringe Behälterkapazitäten verfügen", teilte ein Stadtsprecher daraufhin mit.

"Dementsprechend werden diese Unternehmen schnellstmöglich zusätzliche Behälter bestellen sowie mit den Entsorgungsbetrieben gegebenenfalls häufigere Leerungen vereinbaren." Problem war zuletzt wohl auch, dass der Entsorger des Restaurants keinen Schlüssel für die gesicherte Müllbox hatte.

Doch auch der Vermieter Deutsche Wohnen wurde in die Pflicht genommen und musste die sofortige Entsorgung der Müllsäcke samt Madenplage in die Wege leiten. "Dies sollte der erste Schritt auf dem Weg zu einem hygienisch und optisch akzeptablen Dauerzustand in der Abfallbehälter-Box sowie im Innenhof sein", so die Stadt. "Wenn sich wieder mal ein Entsorgungsproblem anbahnen sollte, wäre eine schnelle Kommunikation zwischen den Beteiligten wünschenswert." Das war bislang allerdings nicht nötig. Al-Abbas berichtet, dass zumindest die Entsorgung der Essensreste nun gut klappt und damit auch das Ungeziefer verschwunden ist.

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