Dresden
Merken

Neuer Schulkomplex für Dresdner Waldorfschule wächst langsamer

Noch lernen die Schüler der Waldorfschule in Dresden in Containern. Warum sich das Projekt verzögert und wann die Baustelle für Besucher geöffnet ist.

Von Nora Domschke
 2 Min.
Teilen
Folgen
Das erste Schulgebäude der Neuen Waldorfschule Dresden wächst. Gestiegene Baukosten erfordern allerdings Veränderungen bei dem Projekt.
Das erste Schulgebäude der Neuen Waldorfschule Dresden wächst. Gestiegene Baukosten erfordern allerdings Veränderungen bei dem Projekt. © Neue Waldorfschule Dresden

Dresden. Vor gut einem Jahr fand auf dem Areal der früheren Sternhäuser der Spatenstich für einen neuen Schulkomplex statt. Die Neue Waldorfschule Dresden hatte sich das Grundstück gegenüber des Kaufparks gesichert, inzwischen lernen die Schüler dort in sogenannten mobilen Raumeinheiten. Im nächsten Jahr sollen die ersten Kinder aus den Containern in ihre neue gebauten Klassenzimmer umziehen - so der Plan.

Wie bei vielen anderen Bauprojekten läuft allerdings auch hier aufgrund von Lieferengpässen und gestiegenen Kosten nicht alles reibungslos. So ist schon jetzt absehbar, dass der erste Bauabschnitt später fertig wird als ursprünglich geplant. Doch schon im kommenden Schuljahr wird die Waldorfschule um zwei weitere erste Klassen wachsen.

Deshalb konzentrieren sich die Arbeiten nun auf das Mittelstufenhaus, in dem die Klassen- und Fachräume untergebracht sind. In Betrieb kann es aber erst gehen, wenn auch das Mittagshaus und etwa Zufahrten für die Feuerwehr ebenfalls fertig sind.

Viele Arbeiten sollen Schüler und Lehrer selbst erledigen

Immerhin ist nun der Rohbau des Mittelstufenhauses abgeschlossen, jetzt finden Dachdecker- und die Abdichtungsarbeiten statt. In der kommenden Woche werden die ersten Fenster eingebaut. Beim Mittagshaus folgen bis November die Wände des Obergeschosses.

Fest steht schon jetzt: Um die Kosten, die derzeit mit 32 Millionen Euro für den gesamten Komplex berechnet sind, halbwegs im Rahmen zu halten, werden einige Bauarbeiten vom Team der Schule selbst erledigt oder vorerst ganz gestrichen werden müssen. Das werde genau abgewogen.

So ist geplant, dass Fachlehrer mit Schülern eigene Fensterbänke herstellen und montieren. Im Handarbeitsunterricht sollen Gardinen entstehen, zahlreiche Einbauten lassen sich nach und nach fertigstellen. Letztlich entspreche das auch dem pädagogischen Konzept der Schule. Schüler könnten fachübergreifend planen, realisieren und die eigenen Arbeiten täglich nutzen.

Weil das Mittagshaus mit Mensa, Verwaltungstrakt, musischen Bereichen und Naturwissenschaften um einige Monate später fertig wird, müssen die Container länger genutzt werden. Nach den Sommerferien 2023 beziehen die fünften bis elften Klassen dann immerhin ihre neuen Klassenzimmer. Offen ist derzeit, wie es mit den anderen geplanten Gebäuden, etwa für die Unterstufe, den Hort und die Oberstufe weitergeht. Dazu finden derzeit Workshops statt, in denen nach Lösungen für das Problem gesucht wird.

An diesem Sonnabend können sich Familien über den Stand der Arbeiten und das Schulkonzept informieren. Der Tag der offenen Tür findet am 8. Oktober von 10 bis 15 Uhr in der Heinrich-Mann-Straße 40 statt.