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Neuer Frauenkirchen-Pfarrer in Dresden eingeführt

Nach der Amtseinführung am Sonntag vertritt Markus Engelhardt nun offiziell das Dresdner Gotteshaus. Neu aufkommenden Fanatismen will er etwas entgegensetzen.

Der gebürtige Freiburger Markus Engelhardt ist neuer Pfarrer in der Frauenkirche.
Der gebürtige Freiburger Markus Engelhardt ist neuer Pfarrer in der Frauenkirche. © dpa

Dresden. Die Dresdner Frauenkirche hat offiziell wieder zwei Geistliche. Neben der Pfarrerin Angelika Behnke und wird die Kirche nun auch von Markus Engelhardt vertreten. Seine feierliche Amtseinführung zum Gottesdienst am Sonntagvormittag konnte per Livestream verfolgt werden.

Mit Bachs Sinfonia aus der Ratswahlkantate wurde die Veranstaltung eröffnet. Die Einführung übernahm der Superintendent des Kirchbezirks Dresden Mitte, Christian Behr. "Bist du bereit, die Menschen, die dir in deinem Dienst anvertraut sind, zu begleiten, zu unterstützen und zu fördern?", fragte er. Und Engelhardt antwortete: "Ja, mit Gottes Hilfe."

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Der neue Pfarrer sieht in dem Gotteshaus einen Ort, an dem im besten Fall ein Hinhören aufeinander zustande kommt. "Die Frauenkirche ist eine Schnittstelle zwischen Kirche und Welt", sagte der 59-Jährige bereits vor seiner Amtseinführung. "Wenn man es etwas geistlicher sagen will: ein Ort, wo sich Himmel und Erde vielleicht noch intensiver berühren als anderswo."

Markus Engelhardt wurde am Sonntag offiziell in sein Amt eingeführt.
Markus Engelhardt wurde am Sonntag offiziell in sein Amt eingeführt. © dpa

Aus einer Heidelberger Theologenfamilie stammend, war Engelhardt zuletzt Stadtdekan in Freiburg (Baden-Württemberg).

Die Frauenkirche, "ein Hybrid" aus sakralem Raum, Konzerthaus, Veranstaltungsort und Forum öffentlicher Diskurse, geht laut Engelhardt über das Geistlich-Lithurigische hinaus. "Sie steht vernehmbar für das, was das Christliche heute ist." Es gelte, die Grenzen eines christlichen Menschenbildes aufzuzeigen, die einfach nicht überschritten werden dürften. "Und bei dem, was Pegida und die Querdenker zum Teil tun, werden mehrere Rubikons überschritten."

Der Segmentierung der Gesellschaft und neu aufkommenden Fanatismen müsse etwas entgegengesetzt werden. "Die Frauenkirche zu einem Ort dafür werden lassen, ist praktizierte Friedensarbeit".

Dafür vertraut Engelhardt, der in einer Doppelfunktion auch ein Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche ist, auf die von diesem Ort ausgehende Kraft, dass sich immer wieder Menschen davon faszinieren lassen und ihre Verbundenheit dann auch finanziell zum Ausdruck bringen.

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