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Das wird aus dem Schwarzmarktcafé

Das ehemalige Kultcafé an der Hauptstraße wird von der Bäckerkette Reimann übernommen. Jetzt steht auch der Eröffnungstermin fest.

Felix Leike eröffnet demnächst das Emil 1910 auf der Hauptstraße. Dort war vorher das Schwarzmarktcafe.
Felix Leike eröffnet demnächst das Emil 1910 auf der Hauptstraße. Dort war vorher das Schwarzmarktcafe. © Sven Ellger

Dresden. Mitte Mai kam die schlechte Nachricht für alle Anwohner und Stammgäste: Das Schwarzmarktcafé auf der Hauptstraße bleibt zu. Die insolvente Bäckerkette Eisold, die das Lokal betrieb, hatte beschlossen, einen neuen Standort für ihr Café zu suchen.

Doch dann fand sich schnell ein neuer Betreiber für das Schwarzmarktcafé auf der Hauptstraße. "Wir eröffnen Mitte September ein Emil 1910-Cafe und Restaurant", erzählt Felix Leike, Bezirksleiter bei der Bäckerkette Emil Reimann, zu der das neue Café gehört. Aktuell läuft noch der Umbau. Kommende Woche soll dekoriert werden mit Lampen, alten Kaffeesäcken und Kaffeemaschinen für ein gemütliches Flair.

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Es wird aber keine Bäckerei, sondern ein Café und Restaurant. "Wir verkaufen aber natürlich Produkte von Reimann wie Kuchen und Eis aus eigener Herstellung", so Leike. Das Eis werde auch außer Haus verkauft werden. Täglich ab 8 bis 22 Uhr soll das neue Lokal geöffnet haben. Auf der Karte stehen neben Frühstück, Kaffee und Kuchen auch Cocktails für den Abend. "Wer also nach Feierabend Lust auf ein Getränk hat, kann vorbeikommen", so der Chef. Frühstück soll es den ganzen Tag über geben, von klassischen Varianten über vegetarische Angebote bis zum "Arbeiterfrühstück" mit Bockwurst. "Für jeden soll etwas dabei sein", so Leike. Auf der Mittagskarte sollen leichte und schnelle Gerichte wie Zander mit Gemüse stehen für die Gäste aus den umliegenden Büros, die nicht so viel Zeit haben. Drinnen und draußen sind etwa 80 Plätze geplant. Es sollen insgesamt 15 Mitarbeiter für Reimann arbeiten, die schon alle gefunden wurden.  

Das Café auf der Hauptstraße gehörte bis zur Schließung wie das Café Toscana zur Bäckerkette Eisold. Diese sorgte mit ihrer Insolvenz 2019 für Aufregung. "Wir haben uns entschieden, das Schwarzmarktcafé nicht wieder zu öffnen, sondern einen neuen Standort zu suchen", sagte Christian Heintze, Insolvenzverwalter bei Eisold und damit auch zuständig für das Neustädter Kultcafé, Mitte Mai.

Gespräche mit dem Vermieter auf der Hauptstraße hätten zu keinen Ergebnissen geführt und der Mietvertrag sei nur befristet gewesen. Die Corona-Krise hatte die Bäckerkette im Frühjahr hart getroffen. "Der Umsatz ist um ein Drittel zurückgegangen", so Heintze im Sommer. Zu dem Unternehmen gehören neben den Cafés auch 17 Bäckerfilialen in Sachsen.

Insolvenzverwalter Heintze betont, vor Corona sei Eisold auf einem gutem Weg gewesen und hätte zu Beginn des Jahres sogar den selbst gestellten Plan übererfüllt. Im November 2019 stand fest, wie hoch die Außenstände der Bäcker-Kette sind. "Wir gehen von einem siebenstelligen Betrag aus", sagte Insolvenzverwalter Christian Heintze damals. Wie viele Gläubiger es gibt, will er nicht sagen. Er betreut das Familienunternehmen von Beginn der Insolvenz an. 1953 hatte Helmut Eisold die Bäckerei in Arnsdorf gegründet, inzwischen ist mit Clemens Eisold die vierte Generation mit in der Geschäftsleitung.

Das Unternehmen war 2019 in wirtschaftliche Schieflage geraten. Das Amtsgericht ordnete im April 2019 die Insolvenzverwaltung an. Als Gründe für die Schieflage nannte das Unternehmen damals Umsatzeinbußen in einzelnen Geschäften und die große Konkurrenz der Discounter.

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Laut Insolvenzverwalter Christian Heintze ist das Ziel, die Bäckerei grundsätzlich als Familienbetrieb zu erhalten. Die Standorte Wallstraße und Hohe Straße der Bäcker-Kette in Dresden wurden geschlossen. Weitere Schließungen seien nicht geplant. 

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