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Reserve-Flüchtlingsheim in Dresden geht in Betrieb

Ab wann Geflüchtete in die Unterkunft auf der Stauffenbergallee in Dresden einziehen sollen und welche andere Einrichtung dafür geschlossen wird.

Die Wohncontaineranlage zur Unterbringung von Geflüchteten auf der Stauffenbergallee in Dresden.
Die Wohncontaineranlage zur Unterbringung von Geflüchteten auf der Stauffenbergallee in Dresden. © René Meinig

Dresden. Die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge auf der Bremer Straße in Dresden soll in diesem Jahr geschlossen werden. Die Betriebserlaubnis läuft ab. Doch nun steht fest, wann eine andere Unterkunft den Betrieb aufnehmen soll.

Die Landesdirektion Sachsen wird ab 18. Januar Asylsuchende in der Interimsaufnahmeeinrichtung auf der Stauffenbergallee 2 b unterbringen. Vorerst werden bis zu 100 Personen – Familien und Einzelpersonen - in die Container-Anlage einziehen. Die Kapazität liegt bei rund 450 Personen. Die Unterkunft soll perspektivisch die ab Mitte 2021 wegen umfassender Umbau- und Sanierungsarbeiten nicht nutzbare Unterkunft in der Hamburger Straße 19 ersetzen.

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Bis dahin sollen, so die Landesdirektion, während der Corona-Pandemie in der neu eröffneten Unterkunft Asylsuchende wohnen, für die unmittelbar die Verteilung von den Aufnahmeeinrichtungen in eine kommunale Unterkunft ansteht. Um zu vermeiden, dass diese Menschen keine Corona-Infektion verbreiten, werden sie mindestens sieben Tage vor dem Transfer in der Stauffenbergallee untergebracht. Kurz vor dem Transfer soll ein Corona-Test gemacht werden. Die Verteilung auf die Kommunen erfolgt nur bei negativem Testergebnis.

Die Container-Unterkunft war bereits 2016 errichtet worden. Wegen der ab diesem Zeitpunkt rückläufigen Asylbewerberzahlen wurde sie bisher jedoch nicht in Betrieb genommen, sondern als Reserve vorgehalten. Aktuell verfügt die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Dresden über vier Unterkünfte. Neben der Stauffenbergallee sind das die Unterkünfte an der Hamburger Straße (587 Plätze), der Bremer Straße (450 Plätze) und am Hammerweg (100 Plätze).

Außerdem soll auch das Heim am Hammerweg, das ebenfalls bereits 2016 als Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber errichtet wurde, schnell genutzt werden können. Allerdings sei das nicht in den kommenden Wochen möglich, da der Hammerweg aktuell von Justiz und der Polizei für Prozesse wie zur Gruppe Freital genutzt würden. Vor der Nutzung für Asylbewerber müsse dort noch umgebaut werden.

314 Asylbewerber kamen bis Ende Juli nach Dresden

Der Freistaat Sachsen nahm bis Ende Oktober 2020 insgesamt 3.582 Asylsuchende auf. Die Top-Herkunftsländer sind – in der genannten Reihenfolge - Syrien, Venezuela, Afghanistan, Georgien, Pakistan, Türkei, Irak, Libyen und Tunesien. Laut Dresdner Sozialamt kamen bis Ende Juli 2020 314 Personen neu nach Dresden, darunter 111 Kinder. Die Hauptherkunftsländer waren hier die Russische Föderation, Syrien, Georgien, Irak, Libanon und Afghanistan.

Im Jahr 2020 wurden insgesamt 15 Menschen aus den Dresdner Aufnahmeeinrichtungen abgeschoben, so die Landesdirektion auf SZ-Anfrage. Zielländer waren: Frankreich, Georgien, Österreich, Portugal und Tunesien.

Kritik an den Abschiebungen kommt vom Flüchtlingsrat. "Jede einzelne Abschiebung ist eine zu viel", sagte Mark Gärtner schon im Dezember. "Deutschland ist derzeit einer der globalen Infektionshotspots und trotzdem werden alle, die bei einer Abschiebung beteiligt sind, gefährdet. Am meisten jedoch die, die in oft zusammenbrechende Gesundheitssysteme abgeschoben werden."

In der ursprünglichen Version des Artikels war von der "neuen" Erstaufnahmeeinrichtung an der Stauffenbergallee die Rede. Der Text wurde entsprechend präzisiert.

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