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Neues Leben für Ruine am Hellerauer Festspielhaus

Der Ostflügel des Gebäudeensembles wird saniert. Ein Baustein für die Bewerbung Helleraus als Unesco-Weltkulturerbe, so Oberbürgermeister Hilbert.

Der Ostflügel (rechts) des Hellerauer Festspielhauses wird saniert.
Der Ostflügel (rechts) des Hellerauer Festspielhauses wird saniert. © PR/Stephan Floss

Dresden. In Hellerau hat am Montag der Umbau des letzten alten, ungenutzten Gebäudes des Festspielhaus-Ensembles begonnen. Es handelt sich um den Ostflügel, der für zehn Millionen Euro modernisiert werden soll.

Das Dresdner Architekturbüro Heinle, Wischer und Partner stellt die ursprüngliche städtebauliche Idee des tessenowschen Areals in abgeänderter Form wieder her. Der Eingang in den Ostflügel wird ein offenes, gebäudehohes, modernes Foyer. Blickfang sollen die Dachkonstruktionen aus Kroher-Bindern und die historische Sicht- und Bewegungsachse vom Festspielplatz zum Heinrich-Tessenow-Weg sein. Bis 2023 wird das Gebäude mit Künstlerappartements, Probestudio und Studiobühne sowie einem Restaurant für das Europäische Zentrum der Künste ausgebaut.

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Gebäudehoch und sehr hell soll das Foyer des Ostflügels werden.
Gebäudehoch und sehr hell soll das Foyer des Ostflügels werden. © Visualisierung: Heinle, Wischer und Partner

In den vergangenen Jahren fanden neben der Dachsicherung auch immer wieder Notsicherungen zum Erhalt der Bausubstanz statt. Nun ist die Fassade in den vergangenen Tagen eingerüstet worden, vorab wurde das Gebäude für alle Medien erschlossen. Nach leichten Abbrucharbeiten zur Schaffung von Baufreiheit beginne jetzt der Rohbau mit umfassenden Abbrucharbeiten im neuen Mittelfoyer, teilen die Verantwortlichen der Hellerauer Einrichtung mit.

"Die denkmalgerechte Wiederherstellung des gesamten Festspielareals von Hellerau trägt wesentlich dazu bei, die Bewerbung Helleraus als Weltkulturerbe der Unesco zu stärken", sagte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) am Montag. Für das Europäische Zentrum der Künste als international arbeitendes Haus der freien darstellenden Künste sei die Fertigstellung ein wichtiger Meilenstein, denn damit erhielten künstlerische Produktion und der Austausch mit dem Publikum einen neuen Ort der Begegnung.

Das Modell zeigt, wie der Ostflügel im Inneren einmal aussehen soll.
Das Modell zeigt, wie der Ostflügel im Inneren einmal aussehen soll. © PR/Stephan Floss

Mit der Übertragung des Festspielhauses Hellerau an die Landeshauptstadt Dresden habe die Stadt nicht nur die Verantwortung für die Pflege des kulturellen Erbes im Bereich des Tanzes und der Performativen Künste übernommen, sondern auch einen vielfältig historisch geprägten Ort, sagte Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke). "Im Rahmen der Sanierung wollen wir das Festspielhaus auch als Erinnerungsort an die NS-Diktatur und die Nutzung als SS-Polizeischule entwickeln. Dazu haben wir bereits ein Forschungsauftrag an das Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde vergeben."

Insgesamt werden rund zehn Millionen Euro investiert. Der Freistaat Sachsen fördert den Bau als Schlüsselprojekt der Stadterneuerung innerhalb des Fördergebietes Hellerau mit rund fünf Millionen Euro. Aus Mitteln der Parteien- und Massenorganisationen der ehemaligen DDR gibt es zwei Millionen Euro.

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