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Dresden sucht Lösung für Stauseebad

Wie und wann Dresdens Freibäder in diesem Jahr öffnen, ist noch ungewiss. Das betrifft vor allem den Stausee in Cossebaude - unabhängig von Corona.

Die Stadt will das Baden im Stausee Cossebaude auch in diesem Jahr wieder ermöglichen.
Die Stadt will das Baden im Stausee Cossebaude auch in diesem Jahr wieder ermöglichen. © Archiv: Christian Juppe

Dresden. Die Stadt Dresden hat ihr Ziel klar formuliert: Der Stausee in Cossebaude soll auch künftig als Bademöglichkeit erhalten bleiben. Seit vergangenem Jahr ist sie dazu in Gesprächen mit der Vattenfall Wasserkraft GmbH, die Eigentümerin des Sees und des Pumpspeicherwerks Niederwartha ist. Hintergrund ist, dass Vattenfall bei der Bundesnetzagentur die Stilllegung des Kraftwerks beantragt hat und damit der jetzige Wasserstand im unteren Stausee für dessen Betrieb nicht mehr benötigt wird.

Sollte der Pegel abgesenkt werden, wäre das zugleich das Aus für jegliches Schwimm- und Badevergnügen. Das Stauseebad Cossebaude wird von der Dresdner Bäder GmbH betrieben.

Im vergangenen Jahr hatte der Stadtrat Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) beauftragt, mit Vattenfall über die Zukunft des Stausees zu verhandeln. Im Januar dieses Jahres gab es erste gute Neuigkeiten für all jene, die auch künftig ihre Runden im Stauseebecken schwimmen wollen. Stadt und Vattenfall haben eine Eckpunktevereinbarung unterzeichnet. Demnach soll ein Konzept erarbeitet werden, wie das Kraftwerksareal und der See künftig genutzt werden können, wenn die Anlage stillgelegt ist.

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Allerdings drängt die Zeit - zumindest in einem Aspekt: Die Badesaison 2021 steht bevor. Werden die Dresdner auch in diesem Jahr im Stausee baden können, oder wird das Wasser womöglich bald abgelassen? "Hier braucht es noch ein wenig Geduld", teilt eine Rathaussprecherin auf Anfrage mit. Bis zum 30. Juni hat Oberbürgermeister Dirk Hilbert Zeit, dem Stadtrat zu berichten, ob und wie der Badebetrieb im Stausee gesichert werden kann. Allerdings ist dann der Freibadbetrieb bereits in vollem Gange.

Vereinbarung zum Pegelstand steht noch aus

Deshalb soll es dafür eine schnellere Lösung geben, wie aus einer Beschlusskontrolle an den Stadtrat hervorgeht: "Um eine Haltung des Wasserstandes im unteren Stausee bereits für die Saison 2021 zu erreichen, soll eine Zwischenvereinbarung zwischen der Vattenfall Wasserkraft GmbH und der Dresdner Bäder GmbH geschlossen werden. Diese Vereinbarung ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht unterzeichnet", teilt Dresdens Finanzbürgermeister Peter Lames (SPD) den Stadträten mit.

Die Gespräche dazu dauern also noch an. Fest steht: Gebadet werden kann im See nur, wenn der Wasserspiegel mithilfe von Pumpen, die Grundwasser in den See befördern, gehalten wird. Pro Jahr würde das die Stadt zwischen 100.000 und 150.000 Euro kosten.

Mehr Informationen dazu, ob der Stausee in diesem Sommer zur Verfügung steht, gibt es auch von der Bäder GmbH nicht. "Nach wie vor laufen die Verhandlungen mit dem Energie-Konzern Vattenfall, dem der Standort gehört. Zu deren Stand können wir derzeit keine Auskünfte geben", so Bäder-Sprecher Lars Kühl.

CDU-Stadtrat Mirko Göhler kritisiert das Vorgehen der Stadtverwaltung. Ob das Baden im Stausee 2021 möglich ist oder nicht, stehe nach wie vor in den Sternen. "Die Gespräche finden leider hinter verschlossenen Türen statt. Der finanzielle Aspekt ist ein Blick in die Glaskugel", so Göhler.

"Stadtrat muss schnell eingebunden werden"

Zwar ringe das Rathaus um eine Vereinbarung mit Vattenfall. "Ob Dresden bei der Übernahme noch Geld mitbekommt oder nicht, ist völlig unklar. Unstrittig ist aber, dass man für die verkehrstechnische Ertüchtigung auf jeden Fall Geld in die Hand nehmen muss."

Daher müsse der Stadtrat so schnell wie möglich in die Verhandlungen mit eingebunden werden, um sich rechtzeitig eine Meinung bilden zu können. "Die Räte dürfen am Ende des Tages nicht das vermeintlich fertige Ergebnis präsentiert bekommen." Die Nachnutzung von Pumpspeicherwerk und Stausee sei keine alleinige Entscheidung der Sachsen-Energie, auch wenn sie derzeit das Konzept dafür erarbeitet.

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Tatsächlich ist der Energieversorger damit beauftragt worden, gemeinsam mit der städtischen Tochtergesellschaft Stesad ein Konzept für die mögliche Nutzung des gesamten Areals zu entwickeln und die Kosten dafür zu ermitteln. "Damit soll bis Ende des Jahres die Grundlage gegeben sein, mit der Vattenfall Wasserkraft GmbH in Übernahmeverhandlungen zu treten", heißt es in der Beschlusskontrolle.

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