Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Dresden
Merken

Tarifabschluss: Personalkosten im Dresdner Rathaus steigen um 60 Millionen Euro

Der bevorstehende Tarifabschluss im öffentlichen Dienst bedeutet erhebliche Mehrkosten für Dresden. Wie Oberbürgermeister Dirk Hilbert dies einordnet.

Von Andreas Weller
 2 Min.
Teilen
Folgen
NEU!
Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert muss wegen des Tarifabschlusses im öffentlichen Dienst beim Haushalt nachsteuern.
Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert muss wegen des Tarifabschlusses im öffentlichen Dienst beim Haushalt nachsteuern. © Sven Ellger

Dresden. Nach vier Verhandlungsrunden und mehreren Warnstreiks auch in Dresden haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaften am vergangenen Wochenende verständigt, wie eine Einigung für den öffentlichen Dienst aussehen soll. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bund und in den Kommunen erhalten deutliche Lohnerhöhungen.

Für Dresden betrifft das 6.155 Tarifbeschäftigte bei der Stadt Dresden, plus 205 Auszubildende und Praktikanten. Für dieses und das kommende Jahr bedeutet dies, dass die Personalkosten um rund 60 Millionen Euro steigen.

Bislang war die Stadt davon ausgegangen, dass die Personalkosten in diesem Jahr bei 482 Millionen Euro liegen. Durch den neuen Tarif werden es für das laufende Jahr rund 15,1 Millionen Euro zusätzlich und im kommenden Jahr sind es dann 37 Millionen Euro mehr. Diese Summe bezieht sich auf die Tarifbeschäftigten, Auszubildenden und Praktikanten direkt bei der Stadtverwaltung.

Tarifabschluss wirkt sich auf weitere Stadt-Mitarbeiter aus

Darüber hinaus werden weitere Mehrkosten erwartet, weil Tarifanpassungen bisher auch immer für das künstlerische Personal - das sind 455 Personen - übernommen werden. Zudem rechnet die Stadt damit, dass diese Anpassung später auch für Beamte und Anwärter übernommen wird - die Stadt beschäftigt derzeit 1.015 Beamte und 56 Anwärter. Daraus ergeben sich für 2024 insgesamt Mehrkosten von etwa 42,8 Millionen Euro.

Die Mitarbeiter der städtischen Eigenbetriebe sind dabei nicht einberechnet.

"Das ist ein Kompromiss und ich begrüße es, dass damit keine weiteren Streiks zu erwarten sind", so Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). "Aber dieser Kompromiss ist auch der teuerste Tarifabschluss bisher. Wenn die Gewerkschaften dem zustimmen, stehen alle Kommunen, inklusive Dresden, vor einer großen finanziellen Herausforderung. Wir haben im Haushalt schon Vorsorge getroffen, müssen aber trotzdem finanziell nachsteuern."

Die Stadt hat für die Tariferhöhungen bisher 13 Millionen Euro für 2023 sowie 26 Millionen Euro für 2024 eingeplant. Damit fehlen für dieses Jahr rund 4,3 Millionen Euro und 2014 weitere 16,8 Millionen Euro. Zur Deckung dieser Mehrkosten werde die Stadtverwaltung dem Stadtrat einen Vorschlag unterbreiten.