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Petition gegen Dresdner Fahrradstraße

Auf der neuen Route sollen Radfahrer schneller und sicherer unterwegs sein. Warum ein Dresdner das als "Vorteilsbehandlung" bezeichnet.

Noch parken in der Laubestraße Autos quer zur Fahrbahn. Das wird zugunsten der Fahrradstraße aber bald geändert. Nicht jedem gefällt das.
Noch parken in der Laubestraße Autos quer zur Fahrbahn. Das wird zugunsten der Fahrradstraße aber bald geändert. Nicht jedem gefällt das. © René Meinig

Dresden. Kaum sind die Pläne für ein neues Radfahrprojekt in der Welt, gibt es schon Kritik daran: Im Dresdner Osten will die Stadt eine sogenannte Radvorrang-Route einrichten. Es ist das erste Projekt dieser Art in der Landeshauptstadt und soll künftig auch in anderen Bereichen umgesetzt werden. Die Pläne für die neue Fahrradstraße hat Dresdens Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) kürzlich vorgestellt.

Demnach sollen Radfahrer auf dieser Strecke schnellerer und sicherer unterwegs sein. Sie beginnt am Straßburger Platz, führt von dort über die Comenius- und Henzestraße bis zum Stresemannplatz und dann weiter über die Laube- und Prossener Straße zur Bergmannstraße. Dort wird die Radstraße unterbrochen, die Radfahrer müssen der Bergmannstraße gut 100 Meter bis zur Glashütter Straße folgen.

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Dann geht es von dort aus weiter bis zur Lauensteiner Straße, über die die Radfahrer ein kurzes Stück bis zur Kipsdorfer Straße rollen und dieser dann bis zum Schulcampus Tolkewitz folgen. Das Besondere an dieser Route: Sie führt über Nebenstraßen, also dort entlang, wo ohnehin weniger Autoverkehr unterwegs ist. Hier können verschiedene Bereiche zu Radstraßen ausgebaut werden, die an einigen Stellen zwar unterbrochen sind, aber dem Radfahrer dennoch ein zügiges Vorankommen ermöglichen.

Vom Straßburger Platz führt die neue Fahrradstraße durch einige Wohngebiete bis nach Tolkewitz.
Vom Straßburger Platz führt die neue Fahrradstraße durch einige Wohngebiete bis nach Tolkewitz. © Landeshauptstadt Dresden

Das Projekt hat allerdings einen Haken - zumindest findet das ein Petent, der das Vorhaben nun stoppen will. Unter dem Namen "Dresdner" hat derjenige eine Petition gestartet, für die er Unterstützer sucht. Er kritisiert unter anderem, dass für die Fahrradstraße Parkplätze weichen müssen. "Durch die 'Radvorrangroute Ost' werden auf den betroffenen Straßen ohnehin schon knappe Parkplätze wegfallen und die Vorfahrtsregeln sollen - nur für Radfahrer - geändert werden."

Er bezeichnet das Projekt zudem als "einseitige Vorteilsbehandlung einer Gruppe Verkehrsteilnehmer, die in größerem Umfang ohnehin nur während der Fahrradsaison unterwegs ist." Das sei nicht hinnehmbar und müsse gestoppt werden. Dennoch scheint er Verständnis für die Radfahrer aufzubringen und schlägt vor: "Alternativ könnte ein Teil der Route auch durch den Großen Garten führen, das würde die Situation zumindest teilweise entschärfen."

Tatsächlich sieht die neue Radwegverbindung vor, dass etwa in der Laubestraße die Stellflächen quer zur Fahrbahn wegfallen. Allerdings werden dafür Querparker in der sehr breiten Müller-Berset-Straße eingerichtet, wodurch sich die Zahl der Stellflächen dort erhöht.

Ganz ohne Parkplatz-Verlust wird die neue Fahrradstraße wohl aber in der Tat nicht umgesetzt werden können. Doch die Stadt sieht darin kein Problem, denn Autofahrer könnten ihre Fahrzeuge anderswo in der Umgebung abstellen, wo noch Platz ist. So sollen die Anwohner im westlichen Abschnitt der Comeniusstraße in den Abend- und Nachtstunden freie Flächen in den nördlichen Seitenstraßen nutzen. In der Hähnelstraße wird das Längsparken ebenfalls auf Querparken umgestellt, wodurch auch hier zusätzliche Stellplätze entstehen. Zudem will die Stadt prüfen, ob es sinnvoll ist, Bewohnerparkzonen einzurichten.

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Auch in der Prossener Straße müssen sich Anwohner darauf einstellen, dass sie Parkplätze für ihre Autos künftig woanders suchen müssen. Die Stadt prüft, ob es dafür freie Stellflächen in den westlich angrenzenden Straßen gibt und ob auch hier Bewohnerparkzonen möglich und sinnvoll sind.

Im östlichen Bereich der Kipsdorfer Straße sind womöglich ebenfalls Änderungen beim Parken nötig, das wird allerdings noch untersucht.

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