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Blaues Wunder: Jetzt kommen neue Poller

Diebe hatten am Samstag Poller vorm wilden Elbe-Parkplatz gestohlen. Neue kommen noch diese Woche. Und die Stadt geht rechtliche Schritte.

Zwei der Poller, die den wilden Parkplatz seit Mitte Mai abriegelten, sind seit Samstagabend verschwunden.
Zwei der Poller, die den wilden Parkplatz seit Mitte Mai abriegelten, sind seit Samstagabend verschwunden. © René Meinig

Dresden. Wer glaubte, der Streit um die Sperrung des Parkplatzes am Blauen Wunder sei nach der Stadtratsentscheidung am Freitag beendet, der wurde schon am Samstag eines Besseren belehrt: Zwei der insgesamt 21 im Mai aufgestellten Poller waren am Abend verschwunden.

Fakt ist: Die zwei Poller sind mit einem Dreikantschlüssel abmontiert worden und jetzt nicht mehr da. "Die Täter öffneten auf unbekannte Weise die Verriegelungen und zogen die Pfosten am Elberadweg aus den Bodenhülsen", teilt die Polizei am Montag mit. Der Wert der Poller sei noch nicht bekannt.

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Ordnungsamt sucht Gebüsch ab

Die Stadt hält nun im Gebüsch nahe der Elbe Ausschau, ob sich die gestohlenen Gegenstände dort befinden, so Stadt-Sprecherin Anke Hoffmann auf eine SZ-Anfrage. Derweil sollen am Dienstag, 15. Juni, zwei neue Poller aufgestellt werden. Auch sie sind weiterhin herausnehmbar, damit der Zugang zum Blauen Wunder für Feuerwehr, Rettungskräfte sowie für die Brückeninspektion gewährleistet bleibt.

Am Wochenende war sich die Polizei noch nicht sicher, inwieweit die Tat legal war. "Wir wissen nicht, ob das jemand veranlasst hat oder ob sie gestohlen worden sind", sagte ein Polizeisprecher zur SZ. Jetzt ist raus: Es handelt sich um einen Diebstahl, die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Stadt will rechtliche Wege einleiten.

Ein auf Twitter veröffentlichtes Foto vom Samstagabend zeigt, wie nach dem Entfernen der Poller zwischenzeitlich bereits wieder Autos unter der Brücke parkten. Am Sonntagvormittag hat die Polizei die entstandene Lücke zunächst mit Absperrschranken blockiert.

Am Montag erklärt das Ordnungsamt, der Gemeindliche Vollzugsdienst habe wegen der Falschparker am Wochenende keine Maßnahmen veranlasst und sei selbst auch nicht tätig geworden. Allerdings störten die unerlaubt abgestellten Fahrzeuge offenbar mehrere Dresdner. "Bei der Bußgeldbehörde des Ordnungsamtes sind bislang sechs Privatanzeigen wegen Falschparkens unter der Loschwitzer Brücke am vergangenen Sonnabend eingegangen, welche entsprechend geprüft werden", teilt das Ordnungsamt mit.

Letzter Parkplatz-Rettungsversuch ist gescheitert

Der Dresdner Stadtrat hatte am Freitag entschieden, dass der wilde Parkplatz unterhalb des Schillergartens auch weiterhin mit Pollern abgesperrt bleiben soll. Denn er liegt im Landschaftsschutzgebiet. Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) hatte klargestellt, dass die Sperrung rechtlich gesehen alternativlos sei. Damit wurde ein Antrag der CDU abgelehnt, die das Parken an dieser Stelle weiter dulden wollte. Mit 34 zu 34 Stimmen fiel die Entscheidung denkbar knapp aus.

Provisorisch ließ die Polizei die Lücke am Freitagvormittag mit Absperrschranken zustellen.
Provisorisch ließ die Polizei die Lücke am Freitagvormittag mit Absperrschranken zustellen. © René Meinig

Zuvor hatte sich Stefan Kreuzer, Rechtsanwalt und Vorsitzender des Gewerbevereins Brückenschlag Blaues Wunder, in dem Gremium vergeblich dafür eingesetzt, den Parkplatz aus dem Landschaftsschutzgebiet auszugliedern und auf diese Weise zu legalisieren.

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In seinem Redebeitrag hatte er betont, dass die Zahl der Parkplätze in der Umgebung zuletzt bereits immer weiter zurückgegangen sei. In Richtung Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) sagte er, dieser solle "Größe zeigen". Kühn jedoch sah das Gesetz auf seiner Seite und setzte sich letztlich durch. (mit SZ/dob/luz/sr)

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