merken
PLUS Dresden

Bewegung in Posse um zugewachsenes Auto in Dresden

Monatelang parkte das Auto in Naußlitz direkt vor einer Hecke, die die Anwohnerin gern schneiden wollte. Nun ist es weg, doch der Parkplatz noch immer nicht frei.

Hecke schluckt Auto: Eine Anwohnerin kann über den Dauerparker vor ihrem Grundstück gar nicht lachen.
Hecke schluckt Auto: Eine Anwohnerin kann über den Dauerparker vor ihrem Grundstück gar nicht lachen. © Henry Berndt

Update 16.9. 11 Uhr: Seit Donnerstag ist der zugewachsene Mazda, der bereits zur Attraktion in Naußlitz geworden war, verschwunden. Nun parkt jedoch ein Ford an selber Stelle und die Hecke wirkt noch immer nicht verschnitten. Fortsetzung folgt.

Dresden. Viele Passanten müssen schmunzeln, wenn sie in diesen Tagen an der Neunimptscher Straße in Dresden-Naußlitz vorbeikommen. Ein Auto, das hier seit Monaten am Straßenrand parkt, ist kurz davor, von der direkt daneben wachsenden Hecke verschlungen zu werden.

LandMAXX - Baumärkte und Baustoffzentren
Mitten in Sachsen, ganz nah am Menschen
Mitten in Sachsen, ganz nah am Menschen

LandMAXX ist der freundliche, kreative und innovative Nahversorger für alle, die in Haus, Hof und Garten gern selbst anpacken.

Inzwischen hat sich das Grün über große Teil der Windschutzscheibe ausgebreitet und auch unter dem Mazda mit Dresdner Kennzeichen wächst der Dschungel. Die Anwohnerin und Heckenbesitzern findet das gar nicht mehr lustig. Mit Strick hat sie einen Zettel in einer Klarsichtfolie an das Auto gebunden, der darauf hindeutet, dass sie den Autobesitzer kennt.

Auf der Notiz spricht sie ihn mit vollem Namen an und bittet ihn, den seit 11. April dort abgestellten Wagen bis zum 21. September zu entfernen, damit sie ihre Hecke schneiden könne.

"Zur Kenntnis genommen", hat jemand mit Stift auf der Rückseite des Zettels notiert. Möglicherweise war das der Halter selbst.

Mit einem angebundenen Zettel fordert die Anwohnerin den Autofahrer zum Wegfahren auf.
Mit einem angebundenen Zettel fordert die Anwohnerin den Autofahrer zum Wegfahren auf. © Henry Berndt

Darf der Autobesitzer sein angemeldetes Auto überhaupt so lange an einer Stelle im öffentlichen Raum stehenlassen? Ja, sagt die Straßenverkehrsordnung. Es gibt keine Vorschrift, die eine generelle Begrenzung der Parkdauer für Autos festlegt. Somit ist das Dauerparken auf öffentlichen Parkplätzen und Straßen erlaubt, sofern kein Schild die Parkzeit beschränkt.

Welche Möglichkeiten hat die Anwohnerin dann überhaupt, jemals wieder an ihre Hecke zu kommen? Darf sie das Auto abschleppen lassen? "Davon würde ich dringend abraten", sagt der Dresdner Verkehrsrechtsanwalt Klaus Kucklick. Die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass sie danach selbst auf den Kosten sitzen bleibe.

"Ich würde der Anwohnerin empfehlen, dem Halter des Autos unter Zeugen ein Schreiben in den Briefkasten zu stecken und ihm darin eine angemessene Frist zum Entfernen seines Autos zu setzen", sagt Kucklick. Sie habe vermutlich einen Anspruch darauf, ihre Hecke schneiden zu können und der Autobesitzer müsse ja auch nur kurz seinen Platz räumen und könne anschließend wieder an derselben Stelle parken.

Lasse der Autofahrer die Frist verstreichen, könnte die Anwohnerin ihm androhen, die Kosten für den Abschleppwagen als Schadensersatz einzufordern. "Ob das dann auch gelingen würde, steht allerdings auf einem anderen Blatt", betont Kucklick.

Mehr zum Thema Dresden