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Prozess: Drohnen-Dieb mit langem Vorstrafenregister

Offenbar war der Einbruch in eine Firma für Dienstleistungen rund um kleine Fluggeräte von langer Hand geplant. Nun wurde der Täter verurteilt.

Das Amtsgericht am Dresdner Sachsenplatz.
Das Amtsgericht am Dresdner Sachsenplatz. © Symbolbild: Marion Doering

Dresden. Das war schon ein spektakulärer Coup: Im April wurden nachts aus einer Service-Firma sechs hochwertige Drohnen gestohlen. Der oder die Täter drangen über ein Stahlgerüst in die Räume ein und erbeuteten Fluggeräte samt Zubehör im Wert von mehr als 60.000 Euro. Wenige Wochen später hatte die Polizei den Täter ermittelt: Mario W., ein 42-jähriger gelernter Maurer, mit einer beeindruckenden kriminellen Karriere. Der Mann ist seit Jahren ein treuer Kunde der sächsischen Polizei und Justiz.

Sein genetischer Fingerabdruck hatte sich an dem eingeschlagenen Fenster im Obergeschoss des Flugservice-Unternehmens nachweisen lassen – und so kam eines zum anderen und bald standen die Uniformierten in der Wohnung des Leipziger Verdächtigen.

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„Suchtkrank ist man sein Leben lang“

Dort stellten die Beamten aber nur noch einige Kabel und Koffer sicher, ein paar Akkus und Kabel, doch von den Drohnen fehlte jede Spur. Die Ermittlungen ergaben, dass W. wohl einen Teil der Beute über Ebay verkauft hatte. Die Drohnen im Wert von 4.000 bis 12.000 Euro waren jedoch nicht mehr darunter.

Am Freitag stand der Mann nun wegen Diebstahls in einem besonders schweren Fall vor dem Amtsgericht Dresden. Es war wohl auch für ihn eine harte Woche, nachdem er erst am Dienstag in Leipzig für andere Taten eine Haftstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten erhalten hatte. Mario W. gab den Vorwurf zu und berichtete aus seinem verkorksten Leben, seiner Crystal-Sucht, seinen zunächst „erfolgreichen“ Drogentherapien, den folgenden Rückschlägen – und natürlich den mehr als 20 Verurteilungen samt etlicher, auch mehrjähriger Gefängnisaufenthalte: Drogendelikte, Diebstahl, Betrug, Beschaffungskriminalität. „Suchtkrank ist man sein Leben lang“, sagte W.s Verteidiger Erik Bergmüller.

Die Drohnen habe er bei seinen Crystal-Lieferanten in Zahlung gegeben, weil er offene Schulden hatte. Ein weiteres Motiv für den Einbruch sei ein Rechtsstreit mit seiner früheren Partnerin um die gemeinsame vierjährige Tochter gewesen. Der allein habe ihn um mehr als 8.000 Euro in die Miesen getrieben.

Den Einbruch in Dresden will er jedoch allein begangen haben – auch wenn Staatsanwalt René Zuber ihm das so nicht ganz abnehmen wollte. Immerhin habe W. eine Woche vor der Tat in der Firma eine Drohne zur Reparatur abgegeben, um den Tatort auszubaldowern.Das Schöffengericht verurteilte den Intensivtäter zu zwei weiteren Jahren Haft. Daraus wird die Justiz dann mit dem aktuellen Urteil aus Leipzig und möglicherweise noch anderen offenen Taten eines Tages eine Gesamtfreiheitsstrafe für W. zimmern.

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