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"Die Menschen wollen in diesem Jahr reisen"

Wohin im Corona-Jahr? Warum man mitten im Lockdown ein Reisebüro in der Dresdner Neustadt aufmacht.

Ein neues Reisebüro hat auf der Alaunstraße eröffnet mit Mitarbeiterin Maxi Philippson.
Ein neues Reisebüro hat auf der Alaunstraße eröffnet mit Mitarbeiterin Maxi Philippson. © Sven Ellger

Dresden. Reisen war unmöglich. Durch die Coronapandemie gab es Einschränkungen und Reisewarnungen. Die Tourismusbranche ächzte unter den Stornierungen und der Vorsicht der Dresdner, Urlaub zu buchen.

Genau in dieser Zeit eröffnete Maxi Philippson und ihre Kollegen ein neues Reisebüro auf der Alaunstraße mitten in der Neustadt. "Seit Dezember gibt es unser Reisebüro Alternativ Tours, mit Publikum dürfen wir seit Anfang Juni arbeiten", sagt sie. Kunden können also wieder anrufen und Termine vereinbaren. Alternativ Tours gibt es bereits seit 1975 als Reisebüro in Berlin, seit 2005 auch in Leipzig und seit 2019 in Erfurt. Durch die Pandemie verschob sich die Eröffnung ein wenig, aber die Inhaber glauben auch in der Corona-Krise ans Reisen.

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Der Name des Büros sei Programm. "Wir wollen individuelle Reisen anbieten und keine Pauschalulaube" erzählt die Tourismuskauffrau. Auf dem Programm stehen Asien, Australien oder Kanada. "Mallorca haben wir aber auch, wenn es gewünscht ist", so Philippson. Gerade seien viele Kunden noch sehr vorsichtig in Bezug auf Fernreisen und würde eher Europa- oder Deutschlandreisen buchen. "Wir merken, dass die Kunden vermehrt die Hilfe und den Kontakt zu uns suchen, statt im Netz zu gucken, da es schwer fällt, einen Überblick über die aktuellen Regeln in den verschiedenen Ländern zu behalten." Sonst sei die Konkurrenz aus dem Internet aber für die Branche ungebrochen hoch.

"Die Menschen wollen in diesem Jahr reisen, der Wille ist da und um das möglich zu machen, wälzen sie viele Regeln", so Philippson. Viele Dresdner setzen 2021 statt auf große Hotels und Flugreisen lieber auf Ferienwohnung oder Ferienhaus und die Anreise mit dem Auto. Zu groß ist bei vielen noch die Angst vor Ansteckungen. "Aber wir merken, dass seit zwei oder drei Wochen die Anfragen deutlich zunehmen und die Menschen sich nach dem Rauskommen aus Dresden sehnen", sagt sie.

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Sie und ihre Kollegen wollen aber auch bei Fernreisen auf Nachhaltigkeit setzen. "Unser Ziel bei der Buchung ist es, dass die Menschen längere Zeit an einem Ort verbringen und nicht so oft kurze Strecken fliegen", sagt sie.

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