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Riesige Leitung am Weißeritztal erneuert

Die Drewag hat gewaltige Rohre verlegt, durch die Wasser nach Coschütz fließt. Warum das nötig ist.

An diesem Hang in Freital-Coßmannsdorf verläuft die Hauptleitung zum Wasserwerk Coschütz. Von dem neuen Rohr ist nichts mehr zu sehen, da der Graben wieder verfüllt wurde. Nur ein letztes Stück der Ersatzleitung liegt noch dort.
An diesem Hang in Freital-Coßmannsdorf verläuft die Hauptleitung zum Wasserwerk Coschütz. Von dem neuen Rohr ist nichts mehr zu sehen, da der Graben wieder verfüllt wurde. Nur ein letztes Stück der Ersatzleitung liegt noch dort. © René Meinig

Dresden. Die Drewag betreibt großen Aufwand, damit Dresden zuverlässig mit Trinkwasser versorgt wird. Deshalb wird eine Wasserleitung am Hang in Freital-Coßmannsdorf komplett erneuert, die gut 70 Meter hinab ins Weißeritztal führt. Die Arbeiten sind weit fortgeschritten, erklärt Projektleiter Heiko Kunath von der Drewag Netz.

Die sogenannte Hangleitung ist ein Teil des rund 20 Kilometer langen Leitungssystems, durch das das sogenannte Rohwasser von der Talsperre Klingenberg zum 150 Meter tiefer liegenden größten Dresdner Wasserwerk in Coschütz fließt. Doch die 1943/44 gebaute Leitung war in die Jahre gekommen. Deshalb musste sie erneuert werden. Bei Untersuchungen wurden Rostschäden an der Coßmannsdorfer Hangleitung festgestellt. So war entschieden worden, dass die einen Meter starken alte Rohre durch neue ersetzt werden, die 1,2 Meter hoch sind.

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Als zusätzlichen Schutz haben sie innen eine einen Zentimeter starke Spezialzementschicht. Außen sind die neuen Stahlrohre von einer Hülle aus Faserzement umschlossen. Die neue Leitung ist groß genug, um den wachsenden Bedarf von Dresden mit zu sichern. Schließlich kommen rund 60 Prozent des Trinkwassers der Großstadt aus dem Coschützer Werk. Aus der Talsperre Klingenberg können derzeit täglich bis zu 77.000 Kubikmeter bereitgestellt werden.

Im September 2019 hatten die Arbeiten mit der Beräumung des Hanges begonnen. Damit auch während der Bauarbeiten das Talsperren-Wasser weiter nach Coschütz fließen kann, hatten die Bauleute auf dem Hang eine Ersatzleitung verlegt, die auch einen Meter hoch ist. Im Juni konnte sie in Betrieb genommen werden. Danach wurde die alte Leitung freigelegt und abschnittsweise ausgehoben. Ein 400-Tonnen-Mobilkran hatte Mitte August damit begonnen, die Rohrabschnitte einzuheben, die zwischen drei und zwölf Meter lang sind. Er musste große Lasten am Ausleger auf den Hang bugsieren. Schließlich wiegt ein drei Meter langes Stück 2,7 Tonnen, ein Zwölf-Meter-Rohr sogar 10,8 Tonnen.

Hier wurden im August die neuen Rohre am Coßmannsdorfer Hang ins Weißeritztal mit dem Kran eingehoben.
Hier wurden im August die neuen Rohre am Coßmannsdorfer Hang ins Weißeritztal mit dem Kran eingehoben. © Christian Juppe

Die Hangleitung ist komplett verlegt, erklärt Kunath. Mittlerweile ist auch der tiefe Rohrgraben wieder verfüllt. Ab Mitte September konnte die Ersatzleitung wieder abgebaut werden, da das Wasserwerk Coschütz bis Mitte Dezember außer Betrieb genommen werden musste. Deshalb wird Dresden derzeit nur aus den Werken in Hosterwitz und Tolkewitz versorgt. Nötig ist das, da Bergleute parallel zu den Arbeiten an der Hangleitung noch drei kleine Stollen-Abschnitte im Seerental im Tharandter Wald und den dortigen Einstiegsschacht sanieren, durch die sonst das Wasser aus der Talsperre Klingenberg kommt.

Gearbeitet wird jetzt noch hinter dem oberen Ende der Hangleitung. Dort gibt es mit dem sogenannten Rohrkeller einen Anschluss zum Wasserschloss, an dem der letzte bergmännisch gebaute Stollen aus Richtung Klingenberg endet. An diesem Bauwerk kann die Wasserzufuhr unterbrochen werden, beispielsweise bei Instandsetzungen oder bei den derzeitigen Bauarbeiten. Im Rohrkeller wurden jetzt ebenfalls die alten Rohre ausgebaut und durch neue ersetzt. „Dort sind wir weitgehend fertig“, sagt der Projektleiter.

Drewag-Projektleiter Heiko Kunath zeigt im August das neue Rohr. Mittlerweile ist es nicht mehr zu sehen, da der Graben schon wieder verfüllt wurde.
Drewag-Projektleiter Heiko Kunath zeigt im August das neue Rohr. Mittlerweile ist es nicht mehr zu sehen, da der Graben schon wieder verfüllt wurde. © Christian Juppe

Da die neue Leitung größer geworden ist, wird noch ein neuer Absperrschieber im Schachtbauwerk am Fuße des Coßmannsdorfer Hangs eingebaut. Sind auch die Arbeiten im Stollen im Seerental beendet, fließt Mitte Dezember das Wasser auch durch die erneuerte Hangleitung nach Coschütz, sodass das dortige Werk wieder in Betrieb genommen werden kann.

„Im nächsten Frühjahr wird der Hang wiederhergestellt und noch bepflanzt“, erklärt Kunath. Die Drewag investiert rund vier Millionen Euro für das Coßmannsdorfer Großprojekt.

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