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SachsenEnergie heizt Dresdnern ein

Der Winter war noch nicht besonders kalt. Was der bisherige Spitzenwert der Kraftwerke war, welche Reserven sie haben und wo ein hochmodernes Werk entsteht.

Das Heizkraftwerk Nossener Brücke ist der Hauptversorger in Dresden. Dort arbeiten drei Gas- und eine Dampfturbine.
Das Heizkraftwerk Nossener Brücke ist der Hauptversorger in Dresden. Dort arbeiten drei Gas- und eine Dampfturbine. © René Meinig

Dresden. Die sechs Dresdner Kraftwerke sind gut vorbereitet, um den Dresdnern im Winter bei starker Kälte ordentlich einzuheizen. Doch auch in diesem Winter mussten sie noch nicht besonders stark hochgefahren werden. Denn sehr kalt war es noch nicht.

Das wird auch an der bisherigen Höchstleistung dieser Heizsaison deutlich, die mit 534 Megawatt (MW) bereits am 2. Dezember vergangenen Jahres erreicht wurde, teilt SachsenEnergie-Sprecherin Viola Martin-Mönnich mit. An dem Tag lag die Temperatur bei minus vier Grad.

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Bei den derzeitigen Temperaturen brauchen die Anlagen aber wieder weniger Wärme zu erzeugen. So lag der bisherige Spitzenwert der Leistung der Kraftwerke in dieser Woche am Donnerstag, 9 Uhr, bei 494 MW. Da war es ein Grad kalt. „Für den kommenden Montag rechnen wir in den Morgenstunden bei einer Außentemperatur von minus drei Grad mit einer Wärmelast von 520 bis 540 MW“, erläutert die Sprecherin.

Selbst der Spitzenwert dieses Winters ist noch vergleichsweise gering. Am 22. Januar 2019 wurden bei minus fünf Grad 642 MW erreicht und am 28. Februar 2018 bei minus 13 Grad sogar 693 MW, erläutert die Sprecherin. Vor Probleme stellt das die Kraftwerke jedoch nicht. Schließlich haben sie eine Gesamtkapazität von 812 MW.

Der Hauptversorger ist das Heizkraftwerk an der Nossener Brücke mit seinen drei Gas- und einer Dampfturbine. Es ist die effizienteste Anlage mit einem Wirkungsgrad von 85 bis 90 Prozent. Nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung wird die Energie des Erdgases fast vollständig ausgenutzt. Über einen Generator erzeugen die Gasturbinen Strom. Deren 500 Grad heiße Abgase werden im Abhitzekessel dafür eingesetzt, das Wasser für das Fernwärmenetz zu erhitzen. Das Kraftwerk mit seiner Wärmeleistung von 480 MW arbeitet das ganze Jahr über, im Sommer aber auf Sparflamme.

Auf dem Gelände des alten Kraftwerks Reick errichtet die Sachsen-Energie eine hochmoderne Anlage, die sehr flexibel ist.
Auf dem Gelände des alten Kraftwerks Reick errichtet die Sachsen-Energie eine hochmoderne Anlage, die sehr flexibel ist. © Sven Ellger

Die SachsenEnergie investiert weiter in leistungsfähige Anlagen. So wird auf dem Gelände des alten Heizkraftwerks Reick für 95 Millionen Euro eine flexible, hochmoderne Anlage von der finnischen Firma Wärtsilä errichtet. Sie hat acht Gasmotoren, die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Fernwärme erzeugen. Die Sachsen-Energie ist eines der ersten Unternehmen, die so ein hochmodernes Kraftwerk errichten lassen.

Die hochmodernen Anlagen sind sehr flexibel und können schnell zu- oder abgeschaltet werden. So ist es auch im Falle eines großflächigen Stromausfalls, einem Blackout, weiter möglich, die Bürger und die Wirtschaft der Stadt zu versorgen. In der Fachsprache nennt sich das Schwarzstartfähigkeit. Im Winter kann die Anlage etwa ein Viertel des Dresdner Wärmebedarfs decken. Jährlich werden mit der Gasmotorentechnologie gegenüber herkömmlichen Werken rund 80.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart.

Ende 2019 hatte der Bau begonnen. Am 22. April 2020 war die symbolische Grundsteinlegung. Anfang Dezember war der achte und letzte Gasmotor eingebaut worden. Vorgesehen ist, dass das Kraftwerk Anfang 2022 fertig wird.

Vor einem Monat wurde der letzte der insgesamt acht Gasmotoren mit einem Schwertransport ins Kraftwerk gebracht. Auf einem ferngesteuerten Wagen wurde der Motor an seinen Platz bugsiert.
Vor einem Monat wurde der letzte der insgesamt acht Gasmotoren mit einem Schwertransport ins Kraftwerk gebracht. Auf einem ferngesteuerten Wagen wurde der Motor an seinen Platz bugsiert. © Sven Ellger

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Die SachsenEnergie investiert auch kräftig in den Ausbau des Dresdner Fernwärmenetzes, das mittlerweile 622 Kilometer lang ist. Es erstreckt sich fast übers gesamte Stadtgebiet. 2020 kamen 18 Kilometer hinzu. Allein für den fast abgeschlossenen Anschluss von Pieschen ans zentrale Fernwärmenetz wurden seit 2017 rund 45 Millionen Euro investiert. Dafür wurde auch der neue Fernwärmetunnel neben der Marienbrücke gebaut. Insgesamt versorgt die Sachsen-Energie in Dresden rund 120.000 Wohnungen und 5.700 Geschäftsgebäude in Dresden mit Fernwärme.

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