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Sarrasani-Zelt wird wieder aufgebaut

Am Montag haben die Arbeiten begonnen. Wo in Dresden das Zelt nun stehen wird, was besser ist als im Zentrum und was der Magier zum Gefecht mit OB Hilbert sagt.

André Sarrasani hat den Aufbau seines Zeltes in Dresden erneut gestartet.
André Sarrasani hat den Aufbau seines Zeltes in Dresden erneut gestartet. © Tino Plunert

Dresden. Dieser Termin ist für André Sarrasani besonders wichtig: Die Bauaufsicht der Stadt hat sich bei ihm angemeldet. Auf der neuen Fläche gegenüber dem Elbepark, wo er seit dem Montagmorgen sein Zelt aufbaut, trifft sich der Magier mit genau den Mitarbeitern aus dem Rathaus, die ihm zuvor den Zeltaufbau verboten haben.

"Es geht nur um Formalitäten, die Stadt hat uns für den Beginn der Arbeiten schon den Daumen gegeben", erklärte er kurz zuvor. Das heißt, Sarrasani hat grünes Licht für den Zeltbau auf der Fläche zwischen Autobahn und Elbepark. 

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Ein großer Gabelstapler bugsierte zu dieser Zeit bereits die Träger für das Zeltdach über die Wiese neben der Kreuzung Kötzschenbroder Straße/Washingtonstraße. Etwa ein Dutzend Container stand bereit, das rote Sarrasani-Schild lag gut sichtbar im Gras.

Dieses Mal entsteht das Sarrasani-Zelt auf einer Freifläche nahe dem Elbepark. Seit Montagmorgen läuft dort der Zeltaufbau.
Dieses Mal entsteht das Sarrasani-Zelt auf einer Freifläche nahe dem Elbepark. Seit Montagmorgen läuft dort der Zeltaufbau. © Tino Plunert

Der neue Platz ist nur einen Steinwurf entfernt von der Elbepark-Fläche, auf der das Trocadero schon einmal gestanden hat. "Was dort funktioniert hat, muss hier auch funktionieren", ist Sarrasani überzeugt und weist auf das Einkaufszentrum auf der anderen Seite der Kreuzung. 

Spielbeginn soll planmäßig am 20. November sein, eine reichliche Woche zuvor starten die Proben im Zirkuszelt. Der Zeltbau muss nun schneller gehen, denn der Baustopp an der Elbe zwischen Marienbrücke und Kongresszentrum hat ihn Zeit gekostet. Deshalb hat André Sarrasani die Aufbaumannschaft aufgestockt. "Normalerweise sind wir zehn bis zwölf Personen, jetzt sind es 17."

Auch die Probenzeit wird kürzer als ursprünglich geplant. Zwei Wochen mit freien Tagen standen dafür ursprünglich im Kalender, jetzt soll eine reichliche Woche lang durchgeprobt werden. "Das wird besonders anstrengend für die Techniker", kündigt der Trocadero-Chef an, denn sie müssen für alle Künstler da sein.

Wortgefecht zwischen Sarrasani und Oberbürgermeister Hilbert

Rückblick: Es ist keine zwei Wochen her, dass Sarrasani sein Zelt, das zu dieser Zeit schon ein paar Tage an der Elbe neben der Marienbrücke stand, wieder abbauen musste. Das war am 16. Oktober. Zwischen Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und dem Tigerdompteur hatte sich zuvor ein Wortgefecht entwickelt, das die zwei Kontrahenten über die Presse ausgetragen haben. 

"Wer meint, er kann aufbauen, und es wird schon keiner klagen, muss in eine andere Republik gehen", stellte Hilbert fest. "Hier herrschen Recht und Gesetz." Sarrasani verstand das als persönlichen Angriff. "So sehr wir als Showmenschen insbesondere in diesen äußerst stressigen Zeiten eine emotionale Überreaktion des Stadtoberhauptes in dieser Sache nachvollziehen können, so sehr verbitte ich mir Angriffe auf meine Person, meine Familie und meine Zunft", konterte der Magier.

Sarrasani: "Jetzt sind wir sehr happy."

Jetzt ist er ausgesöhnt mit der Stadt. "Wir sind ein bisschen zwischen die Mühlräder gekommen", beschreibt er die Auseinandersetzung mit den Verantwortlichen im Rathaus, das sei wohl ein Kommunikationsproblem gewesen. Und zu seinem Wortgefecht mit dem OB stellt er fest, die Wahrheit liege wohl zwischen seinen Vorwürfen und der Position der Stadt. "Jetzt sind wir sehr happy."  

Dass der Spielzeit im Sarrasani-Zelt nun nur noch Corona-Regeln Probleme bereiten können, ist für den Magier nach Firmen- und Privatinsolvenz auch in finanzieller Sicht wichtig. "Wir müssen den Aufbau zwei Mal bezahlen, dazu den Abbau an der Elbe, wir hatten schon Plakate gedruckt", nennt er die bisher aufgelaufenen Kostenpunkte. Das sei insgesamt eine mittlere fünfstellige Summe.

Neue Fläche hat auch Vorteile

Corona versteht er dagegen sogar als Chance. "Wir haben ein sehr gutes Hygienekonzept", sagt Sarrasani und die Show im Trocadero sei ja vielleicht sogar geeignet, die Corona-Probleme eine Zeit lang zu vergessen. "Ich denke, dass unsere Besucher die Strapazen, die unsere Vorsichtsmaßnahmen für sie bedeuten, deshalb gern auf sich nehmen."

Der Platz an der Elbe im Stadtzentrum war aus seiner Sicht zwar der bessere Ort. Aber die Fläche, die ihm jetzt die Firma "myspace selfstorage" aus München zur Verfügung gestellt hat, die dort 2021 ein Mietlager bauen will, habe auch Vorteile. 

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Ein großer Parkplatz ist nicht viel mehr als 100 Meter entfernt. Nur wenig weiter ist es bis zur Bus- und Straßenbahnhaltestelle Washingtonstraße. Hat André Sarrasani dieses Mal also alles richtig gemacht, kann die Trocadero-Show vielleicht doch noch planmäßig am 20. November beginnen.

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