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Schock nach Angriff auf ukrainische Kinderklinik - Spontandemo in Dresden

In Dresden haben sich am Montagabend mehr als 100 Menschen bei einer Spontandemo versammelt, um der Toten in der Ukraine zu gedenken und entschiedeneres Handeln gegen Russland zu fordern.

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Auf dem Altmarkt in Dresden haben sich am Montagabend mehr als 100 Menschen versammelt, um gegen Putin zu demonstrieren und der Opfer des neuesten Angriffs zu gedenken.
Auf dem Altmarkt in Dresden haben sich am Montagabend mehr als 100 Menschen versammelt, um gegen Putin zu demonstrieren und der Opfer des neuesten Angriffs zu gedenken. © SZ/Alexander Schneider

Dresden. Rund 150 Ukrainer haben am Montagabend spontan auf dem Altmarkt in Dresden demonstriert. Anlass war ein Raketenangriff auf eine Klinik in der Hauptstadt Kyjiv, bei dem am Montagmorgen mehrere Dutzend Menschen, darunter auch zahlreiche Kinder, ums Leben gekommen sind und mehr als 100 Menschen verletzt wurden. Genaue Zahlen können die Behörden noch nicht nennen, weil die Rettungs- und Aufräumarbeiten noch andauerten.

Viele Teilnehmer der Spontandemonstration hatten sich die blau-gelbe Nationalflagge um die Schulter gelegt und trugen Plakate, auf denen etwa "Russland tötet unsere Kinder" oder "Putin ist ein Killer" stand. Manche forderten auch "Taurus jetzt", also Waffen, um sich effektiver gegen die russischen Angriffe verteidigen zu können.

Es handle sich um die größte Kinderklinik der Ukraine, sagte ein Redner entsetzt und sprach von einem erneuten Terrorakt. "Wir müssen daran erinnern, was in der Ukraine bis heute passiert." Nach einer Schweigeminute traten einzelne Menschen an das Mikrofon, um ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen, andere sagten, dass es so nicht weitergehen könne.

Die Lehrerin und Sängerin Anastasia Vetriak, eine Mitorganisatorin vom Ukraine-Stützpunkt, sprach mehrfach. "Wir brauchen die Möglichkeit, uns zu verteidigen", sagte die 31-Jährige aus Odessa, die bereits im März 2022 nach Dresden kam. Einige Deutsche hätten eine idealistische Vorstellung von dem, was Krieg sei. "Krieg ist keine Romantik, Krieg ist Mathematik!" Russland sehe eine schwache Ukraine und schieße. "Je mehr Waffen wir haben, desto weniger Blut wird vergossen." Die Lehrerin hofft daher, dass die Ukraine mehr von Deutschland und der internationalen Staatengemeinschaft unterstützt wird. Ukrainer in den besetzten Gebieten würden von Russland gezwungen, in die russische Armee zu gehen, um auf Landsleute zu schießen.

Die Dresdner Polizei prüft im Zusammenhang mit Demo offenbar Ermittlungen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, weil manche das Wort Russland auf ihren Transparenten mit SS-Runen geschrieben hatten. (SZ/lex)