merken
PLUS Dresden

So hilft Dresden den Flutopfern

Hilfsorganisationen, Vereine aber auch Friseure wollen ihren Beitrag leisten, um die Menschen im Westen zu unterstützen. Die Erinnerungen an 2013 sind noch frisch.

Ein Team von Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuzes machte sich bereits am Freitag von Dresden aus auf den Weg in die Krisengebiete.
Ein Team von Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuzes machte sich bereits am Freitag von Dresden aus auf den Weg in die Krisengebiete. © DRK Sachsen / Sven Rogge

Dresden. Eine Spur der Verwüstung haben die schweren Regenfälle der vergangenen Tage in vielen Ortschaften im Westen Deutschlands hinterlassen. Viele Menschen haben ihr Leben verloren oder stehen vor den Trümmern ihrer Existenz.

In Dresden erinnern diese Bilder viele an den Sommer 2013. "Damals wurde unser Fluthilfeeinsatz in Sachsen und angrenzenden Regionen von einer großen Welle der Unterstützung getragen", sagt Mathias Anderson, Geschäftsführer des Dresdner Vereins Arche Nova. "Jetzt wollen wir in der aktuellen Katastrophe ebenfalls Solidarität zeigen."

Jubel
Zwei echt starke Jubiläen
Zwei echt starke Jubiläen

Die gedruckte Sächsische Zeitung wird 75 Jahre alt. Digital gibt es uns seit 25 Jahren. Beide Jubiläen wollen wir feiern - und Sie können dabei gewinnen.

Sobald die Rettungs- und Räumungsarbeiten abgeschlossen sind, will die auf Notlagen spezialisierte Organisation schnell und unbürokratisch Hilfe leisten. Schon jetzt stimme man die Pläne mit anderen Hilfsorganisationen ab.

Bereits vergangene Woche habe der Vereinsvorstand 50.000 Euro aus den Rücklagen für die Hochwasserhilfe freigegeben. "Damit ist ein Anfang gemacht", sagt Anderson. "Um wirksam helfen zu können, sind wir aber dringend auf weitere Spenden angewiesen."

Auch das Zentrum Interkultureller Verständigung Dresden ist bereits mit Gruppen und Menschen in den Flutgebieten in Kontakt. In dieser Woche will der Verein anfangen, Hilfsgüter zu sammeln und diese direkt in die betroffenen Gebiete bringen. Gesucht werden Schaufeln, Schubkarren, Kerzen und Batterien, aber auch Trocknungsgeräte, Decken und Schlafsäcke. Dem neuen Projekt dahinter wurde der Titel "Handwerker der Hoffnung" gegeben.

"Fahrt zum Einsatz war kürzer als gedacht"

Zahlreiche Helfer der Dresdner Ortsverbände von Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz und dem Technischen Hilfswerk (THW) haben sich bereits auf den Weg in die betroffenen Gebiete gemacht.

Schon am Freitag wurden sieben ehrenamtliche DRK-Helfer bei ihrer Abfahrt an der Bremer Straße verabschiedet. In Zusammenarbeit mit Kollegen der Polizei Sachsen haben die drei Lastwagen knapp 1.000 Betten und 1.000 Decken zu den Menschen vor Ort gebracht, die teilweise alles verloren haben. Am Montag startete zudem ein Team von ehrenamtlichen Helfer, die auf Krisenintervention spezialisiert sind, in Richtung Rheinland-Pfalz.

Das THW hat bislang 15 Einsatzkräfte aus dem Fachgebiet "Führung und Kommunikation" in die Krisengebiete entsandt. Inzwischen konzentrieren sich die regionalen Ortsgruppen jedoch auf die wachsende Notlage vor der eigenen Haustür. Vor allem in Bad Schandau spitzte sich die Situation zuletzt zu. "Zum Teil waren schon Autos gepackt, die in den Westen fahren sollten", sagt Susan Schmidt vom THW Pirna. "Zum Glück waren die noch nicht unterwegs. Nun war die Fahrt zum Einsatz kürzer als gedacht."

Auch die Dresdner Feuerwehr steht mit einem konkreten Hilfsangebot bereit: 128 Einsatzkräfte und 24 Einsatzfahrzeuge warten praktisch nur auf ihren Einsatz. Ob es auch dazu kommen wird, entscheidet die Landesdirektion.

Friseursalon spendet mindestens 1.000 Euro

Ein Spendenaufruf der Stadt Dresden war ebenfalls erfolgreich. "Ich freue mich sehr, dass viele Dresdnerinnen und Dresdner signalisiert haben, uns zu unterstützen, damit wir den betroffenen Menschen vor Ort und den Kommunen helfen können", teilte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) am Montag mit. Allein der Spendenaufruf bei Facebook sei fast 40.000 Mal aufgerufen worden.

Hilfe für die Flutgebiete gibt es allerdings auch im Kleinen. Der Friseursalon Haarmanufaktur auf der Tolkewitzer Straße will mindestens 1.000 Euro an die Hochwasseropfer im Westen spenden. Außerdem hat die Inhaberin Susann Schwanebeck entschieden, für jede Intensivhaarpflege fünf Euro in einen Fonds zu geben, über den Friseure in Not unterstützt werden. "Wir kommen zwar selbst gerade erst aus dem Lockdown, aber eine solche Naturkatastrophe trifft die Unternehmer noch einmal ganz anders. Da sind ganze Existenzen weggespült worden."

Weiterführende Artikel

Unwetter mit Starkregen in Sachsen möglich

Unwetter mit Starkregen in Sachsen möglich

Dichte Wolken ziehen über Sachsen: In den kommenden Tag sind immer wieder Schauer und Gewitter möglich. Alle Infos dazu im Newsblog.

Dresdner Feuerwehr hilft in Rheinland-Pfalz

Dresdner Feuerwehr hilft in Rheinland-Pfalz

126 Einsatzkräfte aus Dresden sind auf dem Weg ins Überschwemmungsgebiet, um den Betroffenen zu helfen. Zunächst geht es aber zum Nürburgring.

Regen flutet Circus Magic in Dresden

Regen flutet Circus Magic in Dresden

Die Tiere waren in einer Notlage. In zwei Schritten gelang es der Feuerwehr, das Problem zu lösen.

Wie gut ist Dresden vor Hochwasser geschützt?

Wie gut ist Dresden vor Hochwasser geschützt?

Meistgelesen: Angesichts der dramatischen Folgen des Starkregens im Westen rücken die hiesigen Schutzanlagen in den Fokus. Was im Ernstfall passieren würde.

Auch die Stiftung Lichtblick, eine Initiative der Sächsischen Zeitung, sammelt Spenden. Das Geld wird in vollem Umfang an Betroffene der Flutkatastrophe ausgezahlt. „Menschen helfen Menschen in Not“ heißt das Motto, unter dem Lichtblick seit 1996 zu Spenden für Bedürftige in Sachsen aufruft.

Ostsächsische Sparkasse Dresden
Stichwort: „Sachsen gibt zurück“
IBAN: DE88 8505 0300 3120 0017 74
www.lichtblick-sachsen.de

Mehr zum Thema Dresden