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So häufig kracht es in Dresden

Fast jeder neunte Dresdner Autofahrer hatte 2019 einen Autounfall. Welche Marken am häufigsten betroffen sind - und ob Männer mehr Unfälle bauen als Frauen.

Glas geht bei Unfällen am häufigsten zu Bruch.
Glas geht bei Unfällen am häufigsten zu Bruch. © Roland Halkasch

Dresden. Täglich kracht es auf den Straßen in und um Dresden. Mal wurde beim Einparken nur ein Außenspiegel abgefahren, dann wieder kam es zu einem Auffahrunfall mit mehreren Verletzten - ein Schaden am Auto kann häufig schwerwiegende Folgen haben, nicht zuletzt für den Geldbeutel.

Die Versicherungsgruppe Generali Deutschland hat in ihrem Karambolage-Atlas mehr als 270.000 Kfz-Schäden deutschlandweit ausgewertet und festgestellt: Die Unfälle werden weniger, dafür steigt aber der entstandene Schaden.

In Dresden hatte 2019 fast jeder neunte Kfz-Fahrer einen Schaden am Auto - dazu zählen Personen- und Sachschäden durch Unfälle, Diebstahl, Elementarschäden durch Sturm oder Hagel, Wildunfälle und Glasschäden, beispielsweise an Schweinwerfer oder Frontscheibe.

Ist Dresden ein Unfall-Hotspot?

Generell fällt auf, dass in Großstädten mehr Unfälle und andere Schadenfälle passieren als auf dem Land. Der Kreis Dresden verzeichnete 2019 mit 11,1 Schadenfällen pro 100 Kfz mehr Unfälle als die benachbarten Landkreise Meißen (8,8 Fälle) und Bautzen (8,6 Fälle).

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In Sachsen crashen die meisten Autos in den drei kreisfreien Städten, Spitzenreiter ist Chemnitz mit 14,4 Fällen pro 100 Kfz, danach kommt die Stadt Leipzig mit 12,2 Fällen. Dresden scheint auf dem dritten Platz für Autofahrer etwas sicherer zu sein als die anderen beiden Städte.

Auch im Vergleich mit den 20 größten Städten in Deutschland fällt Dresden nicht negativ auf. Spitzenreiter ist Düsseldorf mit 17,8 Fällen pro 100 Kfz, danach kommen München und Köln. Dresden belegt gerade einmal den zwölften Platz. Dennoch: Schaut man sich nicht nur die Städte, sondern Gesamtdeutschland an, so entstanden 2019 in Dresden zwei Autoschäden mehr pro 100 Kfz als der Deutschlanddurchschnitt von 9,1. Überhaupt liegen alle sächsischen Landkreise mit Ausnahme von Meißen, Görlitz und Bautzen über dem Bundesdurchschnitt.

In Sachsen ist der Trend wie im Rest des Landes jedoch rückläufig. Im Vergleich zur Statistik von 2017 gingen die Unfälle in allen sächsischen Landkreisen zurück, allen voran in Bautzen und im Landkreis Leipzig. Aber auch Dresden verzeichnete durchschnittlich 2,8 Unfälle weniger pro 100 Kfz.

"Es sind immer mehr Autos mit Assistenzsystemen und technischen Hilfsmitteln auf unseren Straßen unterwegs", erklärt Roland Stoffels, Vorstandsmitglied der Generali Deutschland AG. "Entsprechend werden viele der kleineren Unfälle, beispielsweise beim Ein- und Ausparken, verhindert."

Welche Autos sind am häufigsten in Unfälle verwickelt?

Deutschlandweit trifft es am häufigsten BMW-Fahrer - doch nicht so in Dresden. Hier sind es vor allem VW, Audi und Mercedes, die in die meisten Unfälle verwickelt sind. Generell sind Premium-Marken offenbar besonders gefährdet. Und obwohl deutschlandweit die Skoda-Fahrer am vorsichtigsten zu fahren scheinen, rangiert in Dresden der Fiat auf dem "sichersten" Platz, gefolgt von Toyota.

Es sind dabei auch nicht unbedingt die Autos mit der höchsten PS-Zahl, die die meisten Unfälle verursachen. 46 Prozent der deutschlandweiten Schäden gehen von Autos zwischen 100 und 150 PS aus. Leistungsstärkere Autos haben seit 2017 aber etwas aufgeholt.

Männer oder Frauen? Wer fährt unvorsichtiger?

Keiner. Obwohl Frauen sowohl auf Bundesebene als auch in Dresden etwas häufiger an Schadensfällen beteiligt sind, ist dieser Unterschied so marginal, dass er vernachlässigt werden kann.

Welche Unfälle passieren am häufigsten?

Für rund ein Viertel der Unfälle in Dresden kommt die Haftpflicht auf. Bei 24,3 Prozent der Unfälle entsteht ein Sachschaden, glücklicherweise nur bei 2,6 Prozent der Unfälle verletzen sich Personen, sodass die Haftpflicht einspringen muss.

Am Häufigsten geht jedoch Glas zu Bruch. "Heute müssen Frontscheiben meist komplett ausgetauscht werden. Damit verbunden ist oft eine teure und erneute Einrichtung der verschiedenen modernen Assistenzsysteme", erklärt Roland Stoffels von Generali Deutschland. Zu Glasschäden zählen aber auch kaputte Scheinwerfer.

Nur in 0,9 Prozent der Dresdner Fälle ist ein Diebstahl der Grund für einen Versicherungsschaden. Das bedeutet jedoch nicht, dass nur wenige Autos geklaut werden.

Wie teuer ist ein Unfall?

In Sachsen bleibt der entstandene Schaden im Bundesvergleich auffällig gering. Dresden, Leipzig und Chemnitz liegen deutlich unter dem Bundesschnitt von 2.350 Euro pro Schaden. In Dresden kostet ein Unfall durchschnittlich 2.090 Euro. Den Sachsendurchschnitt reißt jedoch Meißen als einziger Landkreis nach oben, dort wird durchschnittlich 2.464 Euro bezahlt - gut, wenn die Versicherung einspringt.

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Die Unfallkosten sind seit 2017 in den meisten Landkreisen allerdings gestiegen. "Die Reparaturen der teuren Hilfsvorrichtungen zum Ein- und Ausparken sorgen für höhere Kosten", analysiert Roland Stoffels. Auffällig ist allerdings, dass in Chemnitz die durchschnittlichen Unfallkosten in den vergangenen zwei Jahren dennoch um 282 Euro gesunken sind. Dresden steht mit einem Zuwachs von 15 Euro etwa auf dem gleichen Stand wie 2017.

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