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Unfälle: Mehr Sicherheit für Dresdens Straßen

Die Dresdner Unfallkommission hat sich mit 28 der gefährlichsten Unfallstellen befasst. Was sich dort geändert hat und noch ändern soll.

An vielen Stellen wurden auf Dresdens Straßen die Radwege rot markiert, wie hier in der Fetscherstraße. Dadurch sollen abbiegende Autofahrer auf Radfahrer aufmerksam gemacht werden.
An vielen Stellen wurden auf Dresdens Straßen die Radwege rot markiert, wie hier in der Fetscherstraße. Dadurch sollen abbiegende Autofahrer auf Radfahrer aufmerksam gemacht werden. © Archiv: Christian Juppe

Dresden. Mehr als 2.500 Verletzte und Schwerverletzte sowie sieben Tote - das ist die Bilanz der Dresdner Verkehrsunfälle aus dem Jahr 2019. Und auch 2020 krachte es nahezu täglich auf den Straßen der Landeshauptstadt. Dabei gibt es durchaus Kreuzungen, an denen sich Unfälle besonders häufig ereignen. Oft zeigt sich im Alltag, dass ein Straßenbereich für Auto- und Radfahrer unübersichtlich ist oder eine Ampel für mehr Sicherheit sorgen sollte.

Mit diesen sogenannten Unfallhäufungsstellen befasst sich in Dresden regelmäßig die Unfallkommission, in der die Straßenverkehrsbehörde, das Straßen- und Tiefbauamt, die Polizei sowie Wissenschaftler der TU Dresden zusammenarbeiten. Von 2018 bis 2020 tagte das Gremium jährlich fünfmal und bearbeitete dabei 28 solcher Stellen.

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Ermittelt werden diese Bereiche anhand von Unfallzahlen zunächst von der Polizei. Die Beamten leiten die Schwerpunkte an die Unfallkommission weiter, damit das Gremium prüft, mit welchen Änderungen - etwa in der Verkehrsführung oder mithilfe einer Ampel - der Bereich sicherer gestaltet werden kann. Welche Straßenbereiche die Unfallkommission untersucht hat und was dort umgesetzt oder geplant ist, teilte Oberbürgermeistern Dirk Hilbert (FDP) jetzt auf eine Anfrage der Linken im Stadtrat mit.

Wo kracht es besonders häufig?

Tatsächlich hat sich die Unfallkommission zuletzt mit 28 Unfallstellen im gesamten Stadtgebiet beschäftigt und für sie Pläne erarbeitet, um dort Unfälle künftig zu vermeiden. Laut aktuellem Unfallatlas des Statistischen Bundesamtes kracht es in Dresden in der Antonstraße besonders oft. Sie führt vom Albertplatz auf die Marienbrücke. Dort knallte es 2019 insgesamt 23-mal. Unfallschwerpunkt war die Kreuzung vorm Neustädter Bahnhof, der Schlesische Platz. In der Übersicht der Unfallkommission taucht dieser Bereich allerdings nicht auf. Ebenso wenig wie der Albertplatz, der auf Platz zwei im Unfallatlas landete.

Die Unfallkommission befasste sich stattdessen im Dresdner Osten unter anderem mit der Kreuzung von Winterberg- und Dobritzer Straße sowie mit der Kreuzung von der Straße des 17. Juni und der Reisstraße. In der Innenstadt sollten Lösungen für die Schwerpunkte an der Budapester Straße sowie der Könneritzstraße und der Ostra-Allee gefunden werden. Im Dresdner Westen wurden etwa die Magdeburger Straße an der Kreuzung zur Weißeritzstraße sowie die Reisewitzer Straße untersucht, im Dresdner Süden waren es die Kreuzungen von Münzmeisterstraße und Räcknitzhöhe sowie der gesamte Bereich Altcotta. Und im Norden der Stadt lag der Fokus auf der Radeburger Straße im Bereich der Autobahnanschlussstelle Dresden-Flughafen sowie auf der Kreuzung von Königsbrücker Landstraße und Grenzstraße.

Außerdem wurden die großen Kreuzungsbereiche am Carolaplatz, am Straßburger Platz und am Sachsenplatz unter die Lupe genommen.

Wo hat die Stadt bereits etwas unternommen?

An den insgesamt 28 Unfallstellen sind bislang 15 Änderungen umgesetzt worden. Zu den besonders unübersichtlichen Straßenbereichen gehört die Kreuzung Altcotta am Rathaus Cotta. Gekracht hat es hier vor allem in der Tonbergstraße, weil viele Autofahrer von dort aus links in die Straße Altcotta einbiegen. Sie haben nun eine eigene Abbiegespur bekommen.

Geändert wurde auch die Verkehrsführung an der Kreuzung von Straßburger Platz und Güntzstraße. Dort wurden die Fahrstreifen anders aufgeteilt. Am Carolaplatz haben Autofahrer, die von der Wigardstraße aus links abbiegen wollen, nun eine bessere Sicht auf die Ampel. Und am Sachsenplatz sind die Radspuren rot markiert, damit Autofahrer sie rechtzeitig erkennen und auf die Radfahrer achten.

Auch an diesen Kreuzungen wurden die Vorschläge der Unfallkommission umgesetzt:

  • Steinbacher/Gottfried-Keller-Straße: Ampelschaltung geändert
  • Grunaer/Mathildenstraße: Zufahrt der Mathildenstraße eingeengt
  • Budapester/Josephinenstraße: Ampelschaltung geändert
  • Sachsenallee/Roßbachstraße: Stopp-Schild regelt Vorfahrt, Radspuren rot markiert
  • Freiberger/Alfred-Althus-Straße: Kreuzungsbereich eingeengt, Radspuren rot markiert
  • Striesener/Hans-Grundig-Straße: Ampelanlage
  • Könneritzstraße/Ostra-Allee: Grünpfeil entfernt
  • Borsberg-/Tittmannstraße: Rechtsgebot an der Zufahrt Tittmannstraße
  • Münzmeisterstraße/Räcknitzhöhe: Überfahrt über die Straßenbahngleise verdeutlicht
  • Fetscherstraße/Rampen Waldschlößchenbrücke: Radspuren rot markiert
  • Fetscher-/Pfotenhauerstraße: Radspuren rot markiert

Welche Stellen sollen noch verändert werden?

Noch sind nicht alle von Unfallkomission empfohlenen Umbauarbeiten an den Unfallpunkten abgeschlossen. An 14 Stellen wurden zwar entsprechende Änderungen vorgeschlagen, noch ist an diesen Kreuzungen aber alles beim Alten.

Das sind die weiteren Pläne:

  • Winterberg-/Dobritzer Straße: Ampelanlage
  • Straße des 17. Juni/Reisstraße: Ampelanlage
  • Bismarck-/Reisstraße: Sicht verbessern, Haltelinien anpassen
  • Fetscher-/Fiedlerstraße: Ampelanlage
  • Tittmann-/Wormser Straße: Zufahrten der Wormser Straße einengen, Mittelinsel prüfen
  • Blasewitzer/Augsburger Straße: Ampelanlage
  • Borsberg-/Krenkelstraße: Kreuzungsbereich einengen, Radspuren rot markieren
  • Könneritzstraße/Ostra-Allee: Ampelschaltung anpassen
  • Weißeritz-/Magdeburger Straße: Grünpfeil entfernen, dafür Ampelsignal
  • Reisewitzer Straße: Tempo 30 im Abschnitt zwischen Kesselsdorfer und Mohorner Straße
  • Scharfenberger/Sternstraße: Kreisverkehr mit Fußgängerüberwegen erweitern
  • Ammon-/Falkenstraße: neue Rotmarkierung der Radstreifen
  • Königsbrücker Landstraße/Grenzstraße: Zufahrt der Grenzstraße einengen, Sperrfläche markieren
  • Radeburger Straße/BAB 4 AS Dresden-Flughafen (Nord): Innenraummarkierung der Kreuzung anpassen

Noch keine konkreten Pläne gibt es für zwei Straßen, in denen es ebenfalls oft knallt und die deshalb auf dem Programm der Unfallkommission stehen: der gesamte Verlauf der Strehlener Straße, also der Bereich zwischen Hauptbahnhof und Strehlener Platz, sowie die Kreuzung von Karcherallee und Winterbergstraße.

Wie steht es um mehr Sicherheit für Fußgänger?

Eine Statistik ausschließlich zu Unfällen, an denen Fußgänger beteiligt sind, wird in Dresden nicht geführt, so Hilbert in der Antwort auf eine andere Anfrage der Linken. Dennoch gibt es Bereiche, in denen die Polizei häufig Unfälle meldet, die sich beim Überqueren der Straße ereignen. Dazu gehört die Bautzner Landstraße zwischen Grundstraße und Ullersdorfer Platz, die Bautzner Straße in Höhe der Haltestelle Waldschlösschen, der Fritz-Loeffler-Platz in Höhe der Haltestelle Reichenbachstraße sowie die Königsbrücker Straße in Höhe der Haltestelle Louisenstraße stadtauswärts.

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In den vergangenen sechs Jahren seien diese Bereiche allerdings nicht Bestandteil der Arbeit in der Unfallkommission gewesen, so Hilbert weiter. Und auch aktuell gebe es an Unfallschwerpunkten keine Planungen ausschließlich für den Fußgängerverkehr.

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