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So viel verdienen die Dresdner

Meistgelesen: Das Einkommen wächst, die Preise für Lebensmittel und Mieten auch. Wie sich die Einkünfte in den letzten Jahren entwickelt haben und wer als arm gilt.

Entspannt zurücklegen können sich Dresdner, die nicht nur ein regelmäßiges, sondern auch ein gutes Einkommen haben. Doch mehr als jeder zehnte Haushalt in Dresden gilt als arm.
Entspannt zurücklegen können sich Dresdner, die nicht nur ein regelmäßiges, sondern auch ein gutes Einkommen haben. Doch mehr als jeder zehnte Haushalt in Dresden gilt als arm. © dpa/Sebastian Kahnert

Dresden. Ob Mieten, Benzin oder Brot – vieles ist teurer geworden. Und die Löhne? Die steigen zwar auch, aber bei weitem nicht so schnell, wie die Lebenshaltungskosten. Das ist das Ergebnis einer Befragung des Statistischen Landesamtes von Dresdner Haushalten. Wie viel verdienen die Dresdner? Und wie viele Haushalte gelten als arm? Das sind die wichtigsten Ergebnisse.

Wie viel verdienen die Dresdner?

Das mittlere monatliche Nettoeinkommen, das einem Dresdner Haushalt zur Verfügung steht, ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Es lag zuletzt bei 2.096 Euro. Das geht aus dem Mikrozensus für das Jahr 2019 hervor, dessen Ergebnisse nun vorliegen. Im Jahr davor waren es 2.040 Euro, zehn Jahre vorher 1.480 Euro. Damit ist das Einkommen seit 2009 um gut 40 Prozent gestiegen.

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Mittleres Nettoeinkommen heißt, dass die Hälfte der befragten Dresdner Haushalte mehr Geld bekommt, die andere Hälfte weniger. Es ist der Betrag, der etwa nach Abzug von Einkommen- und Lohnsteuer übrigbleibt, und neben dem Lohn zum Beispiel auch das Kindergeld beinhaltet.

Wie viele Haushalte gelten als arm?

Als vergleichsweise arm gilt ein Haushalt laut OECD dann, wenn ihm weniger als die Hälfte des mittleren Einkommens zur Verfügung steht. Dann ist ein annehmbarer Lebensstandard, der nicht nur ausreichend Lebensmittel sichert, sondern auch ein gewisses Maß an Freizeitaktivitäten ermöglicht, nicht mehr gegeben. Für Dresden liegt die Grenze bei rund 1.050 Euro.

Mehr als jeder zehnte Haushalt in der Stadt muss mit weniger Geld auskommen und gilt somit als arm. Die Zahlen: Fast zehn Prozent der Haushalte stehen weniger als 900 Euro zur Verfügung, weitere 14 Prozent haben im Monat zwischen 900 und 1.300 Euro zum Leben und befinden sich damit knapp unter oder über der Armutsgrenze. Betroffen sind insbesondere Singles. Immerhin ist eine positive Tendenz zu verzeichnen: 2009 standen fast einem Viertel der Dresdner Haushalte weniger als 900 Euro zur Verfügung.

Weiß man auch, in welchen Stadtteilen die Armut besonders hoch ist?

Darüber gibt der Mikrozensus zwar keine Auskunft, dafür aber die Kommunale Bürgerumfrage der Landeshauptstadt Dresden. Dafür sind im vergangenen Jahr etwa 6.100 Menschen befragt worden. Demnach ist Dresden eine geteilte Stadt: Stehen den befragten Gorbitzer Haushalten im Schnitt gerade einmal 1.600 Euro zur Verfügung, können die Klotzscher fast doppelt so viel ausgeben: 3.000 Euro. Klotzsche hat Loschwitz vom ersten Platz verdrängt.

Und wie viele Haushalte gelten als reich?

Nicht wenige. Laut Mikrozensus verfügen rund 26 Prozent der befragten Haushalte über mehr als 3.200 Euro im Monat. Dies liegt etwa 50 Prozent über dem mittleren Dresdner Nettoeinkommen. Vor allem Haushalte, in denen drei Personen und mehr leben, gelten als einkommensreich. Der Anteil derjenigen, die so viel verdienen, hat sich seit 2009 um etwa 15 Prozentpunkte erhöht.

Woher kommt das Geld?

Die allermeisten Dresdner – genau sind es etwa 269.100 – beziehen ihr Einkommen laut Mikrozensus über ihre Arbeit. Der überwiegende Teil ist angestellt. Auf Platz zwei kommen die Rentner und Pensionäre. Immerhin 110.200 Dresdner erhalten Unterhalt von Angehörigen. Etwa 28.500 Menschen bezogen 2019 Arbeitslosengeld, Sozialgeld oder Grundsicherung.

Beim Mikrozensus handelt es sich um eine kleine Bevölkerungszählung, allerdings mit stichprobenartigen Haushaltsbefragungen. Gefragt wird nicht nur nach dem Einkommen, sondern auch zum Beruf, zur Lebenspartnerschaft und zur Familie. Die Befragung findet jährlich in mehreren aufeinanderfolgenden Jahren statt und ist per Gesetz Pflicht.

Wie haben sich denn die Preise für Mieten, Lebensmittel und Benzin entwickelt?

Dass die Sachsen tiefer in die Tasche greifen müssen, zeigen die Preise im Mai, die das Statistische Landesamt nun ermittelt und mit denen im Juni 2020 verglichen hat. Benzin ist innerhalb eines Jahres um 20 Prozent teurer geworden, Brot kostet etwa zwei Prozent mehr, Gaststättenbesuche ebenfalls. Die Mietpreise sind ebenfalls geklettert: Laut Kommunaler Bürgerumfrage zahlten die Dresdner im vergangenen Jahr durchschnittlich 6,76 Euro monatliche Grundmiete pro Quadratmeter. Zum Vergleich: 2010 lagen die Kosten noch bei 5,27 Euro.

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